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Tunesien

Tunis - Ksar Ghilane

Etappendaten

 
Dies ist Ruedi's und Susi's erstes Wüstenabenteuer mit dem "Millimeter"
Datum
30. März - 5. April 2002
Etappe
Schweiz - Piemont - Genua - Tunis - Kairouan - Bou Hajla - Sidi Mheddeb - Gabès - Matmata - Chenini - Tataouine - Nähe von Bir Fatnassa - Remada - Borj Jenein - Montessseur - Erg El Jenein - Kamour - Nähe Ksar Ghilane

 

Etappen-Karten siehe unten

 

30. März 2002

Schweiz - Piemont - Genua

Beides hat seine schönen Seiten ..... wir sind am liebsten "am Arsch der Welt".

Unsere Tunesien-Reise begann mit der Hinreise nach Genua via dem Piemont.
Es war an diesem Tag saumässig kalt im Piemont.

Genua, Warteraum für die Fähre nach Tunis. Es gibt irrsinnig interessante Off-Road Fahrzeuge zu bestaunen.
Vieles ist ein bisschen chaotisch.
Die Personenwagen sind zum Teil hoffnungslos überladen. Die Autos werden erst im Warteraum fertig beladen. Zum Teil werden zwei Autofrachten auf ein Auto umgeladen, um Transportkosten zu sparen.
Man sieht abenteuerliche Befestigungen zu Hauff.

Einfahrt der "Cartague".
Unser Trupp bewegt sich in den Laderaum der Fähre. Die "Bleichgesichter" treffen sich nachher zum Bier in der Bar.

31. März 2002

Genua - Tunis - Kairouan

Der erste Blick von Tunis von der Brücke der Fähre.
Alle sind bereit zum Ausschiffen. Die Spannung steigt.

Ausserhalb des Hafens haben wir das erstes Zusammentreffen.
Haben wirklich alle ihr Geld retour erhalten vom falschen Beamten?
100 Euro war selbst für Peter etwas zu viel .....
Unser Tourleiter Martin Krauer scheint sich riesig auf die Tour zu freuen. Uns soll's Recht sein.
Briefing! Die erste Etappe wird uns nach Kairouan führen, wo wir übernachten werden.

1. April 2002

Kairouan - Bou Hajla

Unser Hotel in Kairouan heisst "La Kasbah" und ist ein ehemaliges Fort. Alles ist mit Liebe zum Detail umgebaut, die Hotel Eingangshalle ... die Pool-Area ..... einer der Innenhöfe ..... Hier noch ein Blick aus dem Zimmer auf einen weiteren Innenhof ... Die ehemaligen Stallungen werden am Abend die Tee- / Kaffeestube.

Der Souk von Kairouan. Einzelne Strassenzüge sind überdacht und beherbergen teils nur einen einzelnen Industriezweig z.B. die Strasse der Schuhmacher, etc.

Hier gibt es sogar eine Parfümerie ...mit "echtem" Chanel 5 und anderen "teuren" Wässerchen! - Wow!

Die Strassenhändler mit ihren Karren sind überall anzutreffen. Im Stoffladen lassen die internationalen Kleidersammlungen grüssen. Gemüse hat es überraschenderweise ganz frisches und in vielen Variationen. Dies ist etwas unerwartet in einem Wüstenland.

Telephonie à la Tunisiènne.

Hühnermetzgerei ... Rind, Kuh, Stier ... der Kopf als Aushängeschild sagt was da heute verkauft wird.

Die Gassen sehen aus wie in Griechenland: weisse Häuser mit blauen Türen und Fensterläden.
In einem Teppichgeschäft konnten wir uns im Haus umsehen und sogar auf das Dach steigen.
Die Aussicht vom Dach zeigt deutlich die überdachten Strassenzüge des Souks. Was nicht mehr gebraucht wird, wird einfach auf das Dach geschmissen ....

Und dann gehst los.
Erst wird ein bisschen sanft eingefahren und ein paar Mal kreuz und quer durch ein paar Bachbeete gefahren.

In der Nähe von Bou Hajla ereichen wir den erste Übernachtungsplatz in freier Natur.
Rasch ist der "Dorfplatz" hergerichtet.

2. April 2002

Bou Hajla - Sidi Mheddeb - Gabès - Matmata - Chenini

Die heutige Route geht via Matmata nach Chenini.

Matmata ist bekannt wegen seinen unterirdischen Höhlenhäusern.
Den Einwohnern wurden normale, neue Häuser als Ersatz angeboten. Sie liessen sich aber meist nicht umsiedeln. Wenn ein Zimmer mehr gebraucht wird, dann wird einfach gebuddelt. Selbst die Buvette ist unterirdisch.
Auch das bekannte Höhlenhotel ist irgendwo in diesem Ort zu finden.

Kamelsche Fotomodelle mit Manager und 1-ES-Transportmittel.

Nicht alles was sich Wüste nennt ist sandbedeckt ....
Zum Mittagessen ging's immer auf einen speziellen Aussichtspunkt.
Schweizer Cervelats und italienische Colomba schmecken auch in Tunesien ausgezeichnet.

Selbst im trockensten Ort hat eine Blume eine Chance .... manchmal auch zwei resp. drei ...

Und runter geht es immer wieder ..... manchmal etwas steiler ....

Die Landschaft wird immer einsamer, je mehr wir Richtung Süden fahren. Staub ... und sicher nicht der Letzte ....

Feuerholz ist selten. Ein halbdürrer Feigenbaum wird geplündert und das dürre Holz fein säuberlich verpackt. Wir werden es später fürs Lagerfeuer oder zum Kochen brauchen.

Chenini.
Der Ort wäre interessant aber es hat zu viele "Guides" und Kinder, die Bleistifte erbetteln wollen.
Wir verliessen mit ein paar anderen den Ort fluchtartig.

Die Vorhut hinterliess eine Markierung , um den Nachzüglern zu zeigt, wo sie abzweigen sollen.
Dummerweise war die Strasse nicht mehr durchgehend und so fuhren wir einfach querfeldein zum Lagerplatz.
Der Rastplatz hat beste Aussicht. Gekocht wurde jeweils für die ganze Gruppe im Pfadikessel mit Gas oder mit dem Dreibein auf Holz.

Der Sonnenuntergang zeigte viel Staub in der Luft.
Es lag ein Gewitter in der Luft. Wir schauten zu wie es auf der anderen Talseite wetterleuchtete..
Als wir das Gewitter bereits abgeschrieben hatten brach es innerhalb von ca. 2 Minuten aus dem Nichts mit etwa 80 km/h, Sand und Regen über uns herein.
Da gab es nur noch ein "in-das-Zelt-hechten", die Stangen halten und hoffen, das der Stoff nicht zerreist.
Unser Zelt sah nach dem Gewitter aus wie frisch paniert und war völlig verklebt.
Glücklicherweise wurde keines der Zelte weggeblasen oder sonst ernsthaft beschädigt.
Diese Nacht werden viele von uns nicht so schnell vergessen.

3. April 2002

Chenini - Tataouine - Remada - Borj Jenein

Der Morgen erwacht mit einem staubigen Lächeln. Dunst hüllt alles geheimnisvoll ein. Es ist wesentlich dunstiger als es auf dem Bild erscheint.
Auch Peter und Heidi's Auto ist gepflastert ..... unterdessen ist der Sand aber getrocknet und steinhart.
Der Wind bläst immer noch stark und Peter's Versuch, den feinen Sand aus dem Auto zu wischen, wurde irgendwann erfolglos abgebrochen.

Und dann gehst wieder los. Ab heute werden wir uns für 4 Tage in das Speegebiet begeben und dort ein bisschen "sändele" gehen.

Ausserhalb Tataouine beginnt für uns das "Staub-Fressen". Am Anfang versuchten wir noch den Staubfahnen auszuweichen, heute wissen wir, dass das sinnlos ist.
Der Staub gewinnt immer ... und für immer!! Einem Fahrzeug, welches die Sandwüste gesehen hat, wird man es Zeit seines Lebens ansehen.
Wir fuhren immer weiter nach Süden, immer weiter Richtung Sandwüste ....

Huch, der erste "echte" Sand! Sandfahren-Üben ist angesagt

Im Sperrgebiet hat es Kontrollposten, wo man sich anmelden muss. In Borj Jenein war aber niemand an uns interessiert.
Kamele!!!! Oder sind es Dromedare? Vielleicht aber auch Kamedare oder Dromele!!
Obwohl sie überall Kamele genannt werden, gibt es in ganz Afrika nur Dromedare. Kamele sind zweihöckerig. Ob sie auch doppelt soviel saufen?

Das Nachtlager wurde wegen des immer noch starken Windes in einer Senke aufgeschlagen. Die Zelte wurden zwischen den Autos aufgestellt.
Während des gestrigen Sturms hatte es Andrea bei der Hintertüre den Endanschlag ausgerissen. Sein Auto wurde dadurch innen mit Sand paniert.
Nun war es Zeit für die Männer, die Reparaturwerkstatt in Betrieb zu nehmen und Andrea's Defender zu flicken während Susan und Heidi auf der anderen Seite des Wagens in unserem "Küchenzelt" den z'Nacht vorbereiteten. Das dreiseitig geschlossene Vorzelt war der einzige windgeschützte Ort im Camp, wo gekocht werden konnte ohne das nachher alles voll Sand war. Der Vorbau tat noch einige Male seinen Dienst auf dieser Reise.

4. April 2002

Borj Jenein - Montessseur - Erg El Jenein

Niemand wird je erfahren, warum dieser Reifen am Morgen platt war.
Der Reifen war vorher nie platt und nachher auch nicht ..... und gefunden haben wir auch nichts.
Unsere Pumpe kommt zum ersten Mal zum Einsatz.

Wie man sieht ist die Sanddecke hier noch sehr dünn. Die Wüste dringt immer weiter nach Norden.
Hinter Gras bilden sich erste kleine Dünen. Die abfallenden Seiten der Dün(ch)en sind immer steiler und gleichzeitig weicher.
Das werden wir im "Nadelöhr" noch zu spüren bekommen.

Wir bewegen uns sehr viel abseits von allen Pisten. Man sucht sich immer den einfachsten Weg .....auch wenn er manchmal nicht so einfach ist.
Der Opel Frontera steckt fest (die erste...). Auch Rüedel in seinem Jeep erwischt es.
Ein festgefahrenes Fahrzeug war immer ein kleines Erlebnis.

In Saber.
Bei der Oase hat es eine verwahrloster Militärbaracke. 9:10 - 8:50 ???
Offenes Wasser hat es keines hier, aber im Schilf würde man nicht tief graben müssen.

Die Dusche hatten wir uns nach 3 Tagen doch redlich verdient.
Das Wasser war recht warm, der Wind aber etwas kalt.
Vor allem war man wieder mit Sand paniert bevor man sich abtrocknen konnte.
Auch Noah geniesst sein Bad in einer unserer Rakoboxen. Sein eigenes Bädli wurde beim grossen Sturm weggeblasen.

Auch offizielle Tracks können manchmal recht stark versandet sein .... ... und so sucht sich halt manchmal jeder seinen eigenen Weg durch die Dünen.

Bruno zerkratz sich den Boden seines neuen Nissans und braucht Hilfe. Ohne Sandsturm wäre das ganze allerdings wesentlich angenehmer. Hoh-hop ... und er war wieder flott.

Sand sei bei uns sündhaft teuer ...... sagt man.

Auch Martin Krauer bleibt nicht von einem platten Reifen verschont ...... aber nachäffen hätte es Rüedel trotzdem nicht müssen!

Die "Soft-Roader" bei der Anfahrt des Nachtlagers.
Da wird's manchmal etwas knapp.

Da haben die "Hard-Off-Roader" doch weniger Probleme.
Und sonst macht's auch nichts wenn's mal kratzt am Chassis. Problemlose Angelegenheit.

Das Camp lag etwas windgeschützt in einer Senke.
Und wieder war unser Vorzelt im Einsatz. Es war der einzige Ort, wo Martin und Susan sandfrei Kochen konnten.

Eben sollte das Nachtlager auch sein.
Unsere Brückenelemente kamen zum Einsatz. Die von Ingenieur Hanhart designeten Bleche halten mindestens 2 Tonnen.

5. April 2002

Erg El Jenein - Kamour - Nähe Ksar Ghilane

Der Abfall wird gesammelt und im nächsten Ort sauber entsorgt, um dann offiziell in die Natur geworfen zu werden.

Als Martin vor zwei Wochen mit dem erste Reisetrupp da war, waren die Verwehungen auf dieser versandeten Schotterpiste noch viel kleiner.
Bei einer Baustelle mussten wir durch ganz feinem, fast mehlartigem Sand fahren. Es war nur einige hundert Meter lang und aber zum Fahren wie Seife.

Oft verläuft die Piste direkt neben der Erdölpipeline (hier rechts zu sehen).

Leergesoffene low-cost Kamele ....

Wir versuchen eine Herde Kamele einzukreisen ....

Na was soll den das wohl geben !?!?
Überall Autos .... shit !!!! Da gebe ich wohl besser Fersengeld !!

Unser Euroduin beim Beten ...

Muss interessant sein ... so ein defekter Pneu (Nr. 1 von Heidi und Peter).

Wenn das Corpus Delicti nicht mehr drin steckt, ist das Loch manchmal kaum zu finden.
Bei uns waren die Übeltäter immer abgebrochene Äste von Sträuchern.
Das Loch wird sauber und auf die notwendige Grösse ausgefeilt.

Dann wird der Pilz wird in der Fulkanisiermasse getränkt, sauber eingesetzt und der überstehende Rest später abgeschnitten.

Ausflug der "Diesler" zu einem schönen Aussichtspunkt. Die "Benziner" mussten weiter der Pipelinepiste folgen, um Brennstoff zu sparen.
Wir hatten für eine Autonomie von 600 km den Verbrauch etwas unterschätzt und wussten noch nicht, wie viel Brennstoff wir im "Nadelöhr" benötigen würden.

Martin und Oliver aus dem Opel Frontera, sowie Gilles vom anderen 130er Defender geniessen die Aussicht Richtung West und Richtung Süd-Ost.
Die Weite und Abgeschiedenheit ist schon etwas Überwältigendes.

Diesen Weg nach Norden werden wir dann nehmen (wenn wir erst einmal unten sind!).

Wow, Bergkristalle.
Die ganze Kuppe des Hügels war damit übersäht.

Abfahrt vom Aussichtspunkt.
Na dann:
Geländegang rein und nur ja die Füsse weg von allen Pedalen.
Es war so steil, dass man jedes Bremsen besser unterliess, um zu verhindern, dass einem das "Hinterteil" überholte.
Der "Chef" unten nimmt es gelassen, da kann's wohl doch nicht so schlimm sein.
Schön zu sehen, wie der Frontera im Steilhang in die vordere Aufhängung gedrückt wird.
Das war's - eigentlich nichts Besonderes (aus heutiger Sicht).

S'Loch ab bin ich wenigstens nöd versoffe!!
Eine kleine Unachtsamkeit oder ein Fahrfehler und schon ist es passiert.

Das ist jetzt eben "der Weg dort unten".

Unglaublich wo sich solche Blumen entwickeln können.
Nein, es sind keine Melonen, aber wir wissen auch nicht was es ist.

Auch wir sind nicht verschont geblieben.
Saubiest!! Da das Loch ausserhalb der Lauffläche ist, darf dieser Reifen bei uns zuhause nicht mehr geflickt und gefahren werden. Aber hier tut er seinen Dienst noch lange.
S'isch en huere Chrampf ;-))

Da rauf - sieht nicht spektakulär aus. Aber bereits der Nächste sitzt bösartig fest ........ sollen wir den Wagen freischaufeln oder doch besser gleich zerlegen?

Auch der nächste kommt nicht weit .... (Frontera, die zweite) ..... und es braucht einige Energie ihn wieder freizukriegen. Der Auspuff hatte allerdings weniger Freude. Dessen Aufhängung brach ab.
Wir anderen suchten uns dann einen besseren Weg.

Belohnt wurde der Tag durch eines der schönsten Camps der Reise.

Susi's und Ruedi's Nachtlager.

Herrliches und klares Wetter, ohne Wind und Sand in der Luft und bescherte uns den ersten wunderbaren Sonnenuntergang.

Visualisierte Elementarteilchen-Physik.

Das hier gebackene Brot hatte Bäckerei-Qualität und war vom Feinsten.
Nicht verbrannt, schön regelmässig braun .... nur zuwenig war's.

Ruedi, unser "Trubadix", sorgte für romantische Lagerfeuerstimmung.

 

 

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Last updated: Monday, 21.06.2010 8:23 PM


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