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Australien 2006

Testen in Kalbarri

Routen Details

Datum
20. - 28. Mai 2006
Route
Perth - Kalbarri und Umgebung - Hut Lagoon - Eneaba - Perth
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Routenplan (Klicken zur Grossanzeige in separatem Fenster)

20. Mai 2006

Perth -Kalbarri

Diese Woche sind wir das erste Mal mit unserem OKA unterwegs.
Da der OKA immer noch keine Strassenzulassung hat, fahren wir mit der Händlernummer herum. Um das zu ermöglichen, ist Ruedi kurzerhand von OKA als Testfahrer, mit einem guten Salär, angestellt worden.
Zweck der Reise ist es, den Wagen zu testen. Zu diesem Zweck fahren wir nach Kalbarri. Dort kann man im Flussbett gut testen und da das Gebiet sowieso jedes Jahr überschwemmt wird, muss man sich wegen der Natur keine grossen Gedanken machen.

Am Samstagmittag, nachdem alles gepackt ist, fahren wir los. Erst in der Nacht erreichen wir den Campingplatz von Kalbarri, essen noch etwas und sind schon bald danach im Bett.

21. Mai 2006

Kalbarri: Red Bluff, die Erste

Wir merken bald, dass wir uns erst mal an die Platzverhältnisse im Häuschen gewöhnen müssen.
Am Anfang sind wir uns ständig im Weg, aber mit der Zeit spielt sich das ganz gut ein, man arbeitet aneinander vorbei, oder setzt sich hin und wartet.
Das Warten, das müssen wir allerdings noch lernen. Immer noch muss alles zack-zack gehen ....

Wir besuchen den Red Bluff gleich ausserhalb von Kalbarri und spannen seit langem zum ersten Mal aus. Die letzten Monate waren für uns doch ziemlich stressig.

22. Mai 2006

Kalbarri National Park

Unsere eigenen Batterien (nicht die des OKA) sind nach dem gestrigen Ruhetag wieder besser geladen und wir haben Lust etwas zu sehen. Also fahren wir einige der empfohlenen, sehenswerten Orte im Kalbarri Nationalpark an.
Dass wir hier keine Bilder von diesen Orten zeigen, liegt nicht an der mangelnden Schönheit, sondern an der Qualität der geschossenen Bilder. Irgendetwas ging daneben.

23. Mai 2006

Kalbarri: Testen am Strand

Wir fahren an den Strand um im Sand das Bergematerial zu testen.
Ade, unserer Kollege von der OKA (er hat den Wagen gebaut), ist unser Instruktor (er bietet nebenbei 4x4-Fahrer- und Recovery-Trainings an).

Ruedi muss den OKA im Sand eingraben, was mit dem hohen Gewicht des Fahrzeugs keine grosse Kunst ist.
Dann machen wir die ersten Erfahrungen mit unseren Sandmatten. Es ist unglaublich, wie tief die steifen Fiberglasmatten (1.2 m x 0.4 m) im Sand eingegraben sind nachdem man weggefahren ist.
Wenn man nicht genau weiss wo sie sein müssen, sind sie kaum mehr zu finden. Wir werden in Zukunft eine Art Lawinen-Suchleine daran befestigen, so dass man sie besser findet.

Darauf kommen die Winde und der Sandanker (eine Art Pflug, den man an Stelle eines Baumes benützen kann) an die Reihe.
Der Sandanker verschwindet zwar völlig im weichen Sand, aber es reicht, um den OKA wieder flott zu kriegen.
Schaufeln muss man (= Susi) aber immer noch selber ..... :-)

Da wir noch nicht unsere eigenen, breiteren Reifen mit den Bead-Locks (ein innerer Schlauch, der verhindert, dass man bei niedrigem Luftdruck den Reifen von der Felge fährt) montiert haben, getrauen wir uns nicht, den Druck in den Reifen soweit zu reduzieren, wie man das im Sand normalerweise tut. Damit gräbt sich der Wagen im Sand ein, anstelle auf diesem zu fahren.

Fazit:
Unser OKA mit seinem Camper-Aufbau ist zu schwer und wir werden im weichen Sand immer Probleme haben.
Natürlich wird sich die Situation mit den eigenen Reifen noch verbessern, aber um wie viel werden wir erst wissen, wenn wir es versucht haben.

24. Mai 2006

Kalbarri: Red Bluff - Mushroom Rock

Am Red Bluff gefällt es uns besonders gut und heute hat es auch etwas mehr Wellen. Die schöne Krabbe lassen wir natürlich leben .... und verspeisen Abend im Restaurant ihren Kollegen ...

Am Mushroom Rock hat es ganz eigenartige Sandsteinformationen. Die Röhrenartigen Strukturen sind Überreste von Bauten welche von Würmern gegraben wurden.

Die Skolithos (Silurischer Wurm) lebten vor ca. 400 Millionen Jahren in den silurischen Gewässern und gruben vertikale Behausungen, ähnlich wie sie auch heute noch von den Sandwürmern gegraben werden. Als die Sediment-Ablagerungen dicker wurden, haben sich die Würmer einfach darin hochgegraben und der darunterliegende Bereich ihres Baus hat sich mit Sand gefüllt. Da der festgedrückte Sand härter war als die ihn umgebenen Sedimente, wurden später die Sedimente wegerodiert und die Sandstrukturen blieben übrig.

25. Mai 2006

Kalbarri: Bluff Point und Testen im Flussbett des Murchison River

Am Morgen besuchen wir den Bluff Point. Der Küste entlang, südlich von Kalbarri, gibt es mehrere schöne Aussichtspunkte.

Am Nachmittag sind wir dann mutig und wagen uns alleine ins trockene Flussbett des Murchison River.
Da Ruedi die Wagenbreite von 2.1 m noch nicht im Griff hat, gibt es ab und zu einen Schrei von Susi (gefolgt von einer Tirade, dass sie solche Schräglagen nicht so schätze ...) und ein paar Mal müssen auch einige Äste dran glauben. Bald haben wir die ersten Kratzer im weissen Lack, aber für solche Strecken ist der Wagen gebaut worden und wir werden uns bald an seine zerkratzte Oberfläche gewöhnt haben. Off-Road Patina eben!

Auf dem Weg den Fluss hoch geht alles mehr oder weniger gut, aber als wir auf der gleichen Route zurück fahren, verfehlt Ruedi bei einer schmalen Passage die Spur .... Susi schreit einmal mehr und schon sitzen wir im weichen Sand fest (Ruedi schreit nur nicht, weil er in dem Moment zu beschäftigt ist!).
Susi darf wieder schaufeln ..... Das ist das was wir unter Ämterteilung verstehen: Ruedi setzt den Wagen in den Sand und Susi darf schaufeln.
Wir schaffen es aber uns ohne grossen Aufwand wieder freizufahren und sind mächtig stolz (und erleichtert).

Am Abend erzählen wir dann Ade, von unserem heutigen Ausflug ins Flussbett.
Er ist überhaupt nicht begeistert darüber, da wir ihn nicht vorgängig informiert haben. Wir hätten ja da draussen stecken bleiben können und niemand hätte gewusst, wo wir sind ....
Als wir ihn dann fragen, ob er am nächsten Tag wieder mit uns in das Flussbett mitkomme, sagt er dann er komme gerne mit.
Da er der Erbauer des OKAs ist, nimmt es ihn wunder, wo die Grenzen des Fahrzeugs sind.
Und Testen macht ja auch viel Spass!

26. Mai 2006

Kalbarri: Testen im Flussbett des Murchison River

Am Morgen geht es flott los. Ein paar Äste und weiche Sandpassagen weiter ist Ruedi aber wieder einmal zu weit auf der linken Seite und wir sitzen fest.
Dabei hat die Stelle in keiner Weise kritisch ausgesehen .....

Dieses Mal ist es schwarzer, stinkender, feuchter Flussschlamm gemischt mit Sand.
Und dieses Mal ist das Ausbuddeln Männersache. Susi und Ades Frau Linda dürfen zuschauen ... und natürlich Fotos machen.

Obwohl die Männer viel Dreck wegschaufeln und die Sandmatten unterlegen, kriegen sie den Wagen trotz Untersetzung und Differenzialsperren nicht frei.
Da merken wir, dass das vordere Sperrdifferenzial nicht richtig einschaltet. Die Vorderachse wird dadurch nicht gesperrt, d.h. anstelle von gleichmässig drehenden 4 Rädern, dreht nur die Hinterachse und das unbelastete rechte Vorderrad. Das linke Vorderrad macht keinen Wank.
Plötzlich leuchtet auch noch die Systemalarmlampe auf und Susi hört ein verdächtiges Zischen.
Ade bemerkt, dass die Druckluftleitung am vorderen Sperr-Differenzial leckt. Da er das Sperr-Differenzial selber eingebaut hat, weiss er auch gleich wie flicken.
Aber auch nach der Reparatur hackt die Differenzial-Sperre nicht ein und nur mit der hinteren, gesperrten Achse und einem durchdrehenden Vorderrad stehen die Chance schlecht, den Wagen, der bis zur Achse festsitzt, wieder flott zu kriegen.

Ade versucht zuerst den OKA mit Hilfe der Snatch-Strap freizukriegen.
(Die Snatch-Strap ist ein elastisches Seil, welches an beiden Wagen befestigt wird. Das Seil ist etwa 2 m länger als die Distanz zwischen den beiden Wagen.
Dann fährt der helfende (in unserem Fall vordere) Wagen los. Beim Spannen des Seils setzt das eine ungehörige kinetische Energie frei.
Kurz vor dem Spannen versucht auch der festsitzende Wagen loszufahren.
Nun hofft man, dass die im Seil gespeicherte Energie reicht, den festsitzenden Wagen herauszuziehen.
Die Methode ist sehr umstritten, da die auftretenden Kräfte nicht berechenbar sind.
Reisst ein Seil, oder bricht ein Schäkel oder ein Abschlepphacken, so können tödliche Geschosse durch die Luft fliegen.
In Europa ist die Methode verpönt, in Australien ist sie die Regel.)

Wie auch immer, es funktioniert in unserem Fall nicht, auch nicht als Ruedi endlich seine Handbremse löst ....... Ade ist wieder einmal begeistert von seinem Lehrling :-(

Als nächstes versuchen es die Männer mit dem Sandanker.
Der Sand ist aber so weich und der OKA so tief verbuddelt, dass der Sandanker einfach im Sand verschwindet und dann unterirdisch gegen den OKA gezogen wird.
So geht es also nicht.

Das Windenseil wird wieder ausgefahren, aber dieses Mal wird Ades Patrol als Anker benützt.
Die Räder des Patrols drehten sich zwar nicht, aber das Fahrzeug wird einfach rückwärts zum OKA gezogen .... hmmmm, das geht also auch nicht.


Ade entscheidet sich seinen Patrol mit dem Vorderrad auf den Sandanker zu stellen, um mehr Gewicht auf den Sandanker zu bringen und zur gleichen Zeit auch mit seiner eigenen Winde am OKA zu ziehen.
Langsam versinken die Vorderräder des Patrols im Sand, als er wieder zum OKA gezogen wird.
Doch plötzlich beginnt sich der OKA zu bewegen und langsam kommt er wieder aus seiner "Versenkung" heraus.
Jupeee - geschafft!
Das waren aber einige Stunden harte Arbeit.

Hier das Filmchen dazu (Dateityp: .wmv, Grösse: 8'092 KB).

Wir sind uns einig, dass diese Bergung als schwer eingestuft werden muss und zwar einmal mehr wegen des Gewichts des OKA.
Auf der anderen Seite ist das mitgeführte Bergematerial gut, es ist stark genug und wir wissen (mehr oder weniger) wie es zu gebrauchen ist.
Nachdem das Sperr-Differenzial bei OKA repariert sein wird, werden wir also beruhigt mit Reisen beginnen können.

27. Mai 2006

Kalbarri - Hut Lagoon - Greenough-on-Sea

Wir machen uns bereits wieder auf den Weg zurück nach Perth.

Unterwegs kommen wir an der Hut Lagoon vorbei. Sie sieht fremd aus, da das Wasser darin ganz rot ist.
Die rosa Färbung kommt von den mikroskopisch kleinen Algen, Dunaliella Salina, welche in sehr salzhaltigen Gewässern wächst.
Die Alge wird in seichten Lagunen gezüchtet und geerntet. Das orange Pigment, Beta-Karotin, wird extrahiert und nach Europa, Asien und den USA exportiert. Es wird in Vitamin-Kapseln, als Nahrungsmittelfarbstoff und als Ergänzung in Tiernahrung verwendet.

Wir übernachten in der Nähe von Greenough-on-Sea, südlich von Geraldton.

28. Mai 2006

Greenough-on-Sea - Perth

Auf dem Weg nach Perth stoppen wir in Eneaba, einem National Park der für seine Wildblumen bekannt ist.
Die Saison fängt eben an ....

Am Nachmittag erreichen wir Perth.
Schade, dass wir den OKA nochmals abgeben müssen.

Fazit:
- Wir sind reisebereit!
- Das Fahrzeug ist zu schwer, aber mit dem werden wir leben müssen.
- Der Wagen ist schwerfällig und fährt sich wie ein Klein-Lastwagen, nicht zu vergleichen mit einem Land Rover oder Toyota.
- Da der OKA als Militärfahrzeug keine Seitenstabilisierung hat, muss man sich erst an das angsteinflössende Schaukeln gewöhnen.

- Klar gibt es noch viel zu machen, aber davon ist vieles nicht lebenswichtig und kann auch im November gemacht werden, wenn wir von unserem ersten Trip zurück sind.
- Die meisten Sachen, welche wir gebaut und eingebaut haben, haben sich bestens bewährt. Im speziellen die Solaranlage, welche die Batterien im Camper auch im Winter, bei ungünstigem Sonneneinstrahlungswinkel und zeitweisen Wolken, zu laden vermag.

Da wir im Laufe der nächsten Wochen mindestens eine temporäre Zulassung erhalten sollten, sind wir somit für unsere erste Reise im Juli bereit.
Wir werden mit unsern Kollegen Judith und Guido während 2 Monaten von Alice Springs via Gibb River Road nach Darwin reisen.
Da diverse Teilstrecken eher anspruchsvoll sein werden (kleiner Simpson Desert Loop und auch Teile des Tanami Tracks), werden wir sicher sowohl ihren, wie auch unseren Wagen irgendeinmal ausbuddeln müssen.
Aber das ist ja auch ein Teil des Abenteuers, oder etwa nicht?

 

 

 

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Last updated: Sunday, 06.06.2010 11:39 AM


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