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Australien 2006

Perth - Nullarbor - Alice Springs

Routen Details

Datum
4. - 18. Juli 2006
Route
Perth - Hyden - Norseman - Nullarbor - Ceduna - Wirrulla - Kingoonya - Coober Pedy - Alice Springs
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Routenplan (Klicken zur Grossanzeige in separatem Fenster)

Perth - Alice Springs

Wie erwartet, trifft die Typenzulassung von Canberra für den OKA nicht rechtzeitig ein.
Das bedeutet, dass wir für den OKA auch weiterhin keine Autonummer lösen können.
Da Ruedi bei OKA offiziell als Testfahrer angestellt ist, dürfen wir zwar den OKA zu "Testzwecken" mit der Garagenummer fahren, aber diese ist nur in Western Australien gültig.

Damit wir trotzdem zeitgerecht in Alice Springs sein können, um unseren Kollegen das benötigte Material zu bringen und um mit ihnen das Red Centre zu bereisen, stellt und OKA einen alten Toyota 75-Series Bushcamper mit 380'000 km auf dem Tachometer zur Verfügung.
Wir haben betreffend der Route keinerlei Auflagen und dürfen alles fahren was wir wollen. Bei den Mietfahrzeugen, auch bei den Allrad-Campern, ist das sonst nicht der Fall.
Wir installieren eines unsrer GPS Geräte und ein UHF-CB Funkgerät.
Susi näht Sitzbezüge für die Plastik Sitze aus Ninja Turtle Badetüchern. Da auf diesen in grossen Buchstaben "Dude" steht, nennen wir fortan unseren Toyota so.

Wir packen alles Material in den "Dude".
Er ist übervoll mit Material und wir wissen bereits jetzt, dass wir uns jeden Abend hassen werden, wenn wir vor dem ins Bett gehen erst den halben Wagen umpacken müssen ....
Aber damit werden wir leben müssen, bis wir den OKA (hoffentlich) nach Alice Springs geliefert bekommen.

Wir verlassen Perth am Dienstag, den 4. Juli 2006.
Da es in den vergangenen Tagen auf der Great Central Road, welche von Kalgoorlie zum Ayers Rock führt, geregnet hat, können wir diese Strecke nicht nehmen.
Also müssen wir den längeren Weg über den Asphalt nehmen.
Er führt in östlicher Richtung der Südküste entlang durch die Nullarbor in Richtung Adelaide, und später nordwärts auf dem Stuart Highway über Coober Pedy nach Alice Springs.

Also verlassen wir die Gegend um Perth über den Brookton Highway und erreichen schon bald die Australische Kornkammer (wheat belt).
Die Dürre ist enorm.
Einige Farmer haben dieses Jahr nicht einmal angesät und die Felder sind unbestellt.

Trotzdem haben einige den Humor nicht verloren ....

Auf dem Weg sehen wir inmitten eines Feldes ein Denkmal: Einen UTE (Utility = Brückenfahrzeug) mit einem Hund auf der Ladebrücke. Beim Hundefriedhof in Corrigin lernen wir mehr darüber.


Das Denkmal erinnert an den Weltrekord der Hunde-im-Brückenfahrzeug-Schlange (= Cobber Dog in a ute queue), welcher am 31.10.1998 erstellt wurde.
Damals sind 699 Brückenfahrzeuge mit je mindestens einem Hund auf der Ladebrücke in einer 7 km langen Prozession Stossstange an Stossstange durch Corrigin gefahren, um Geld für den Fliegenden Ärzteservice (= Royal Flying Doctor Service) zu sammeln. Sie brachten 20'000 AUD zusammen.
Dieser Rekord brach den von Victoria gehaltenen Rekord von 325 Fahrzeugen.
Im Jahre 2000 holte Viktoria den Rekord wieder zurück, mit 797 Brückenfahrzeugen und gesammelten 560'000 AUD für einen guten Zweck.
Das liess Corrigin nicht auf sich sitzen. Im April 2002 brach Corrigin den Rekord mit 1527 Brückenfahrzeugen.

Der Corrigin Hundefriedhof ist auch sehr speziell.

Er entstand als Paddy Wrights bester Hundefreund "Strike" starb.
Er fragte bei der Gemeinde um eine Grabstätte für seinen Hund an und es wurde ihm erlaubte, auf diesem Gelände seinen Hund zu beerdigen.
Als Alan Hendersons Hund verstarb hat er ihn auch hier begraben und sogar einen Grabstein darauf gestellt.
Er hat dann für beide ersten und alle darauf folgenden Gräber gesorgt, womit der Corrigin Hundefriedhof entstand.

Wir nehmen uns die Zeit einige der Hundegräber zu besichtigen ....

... und die der Katzen.

In Kondinin treffen wir auf einige spezielle Mitglieder dieser Gemeinde .......

Die erste Nacht im "Dude" ist eine eigentliche Herausforderung ...
Wir haben noch keine Erfahrung mit der Einrichtung und dem Material. Laufend packen wir um und reorganisieren.

Hast Du schon einmal im oberen Teil eines Bushcampers geschlafen?
Der Raum ist etwa 60 cm hoch und 130 cm breit.
Um rein zu kommen muss man erst mal auf die Küchenkombination steigen um sich dann noch fertig hoch zu wuchten.
Es ist ein grosser Unterschied zum OKA, wo wir ein Bett mit 140 cm Breite haben auf dem man bequem sitzen kann und wo man auch ohne Bergsteig-Erfahrung ins Bett kann.
Susi ist frustriert.

Währen der Nacht fällt die Temperatur unter 10°C und die Feuchtigkeit kondensiert im Wageninneren.
Susis Schlafsack wird vom Kondenswasser nass und so friert sie.
Am nächsten Morgen ist sie bereit "nach Hause" zugehen ... und wo wär das bitte?
Ruedi schafft es sie zu beruhigen und verspricht, dass es mit den mitgeführten Fliessdecken währen der nächsten Nacht sicher wärmer sein wird.

In Hyden sind wir glücklich, dass die Hyden - Norseman Road wegen des Regens nicht geschlossen ist.
Bis etwa zum Wave Rock Asphaltstrasse, danach eine Naturstrasse.
Der Wave Rock ist eine Felswand, welche vom Wind erodiert wurde und wie eine Welle aussieht. Sie hat uns bei unserem ersten Besuch im 1995 nicht gerade umgehauen, weshalb einen zweiten Besuch auslassen.

Da wir noch nicht wissen wie sich "Dude" auf Naturstrasse zu benehmen gedenkt, sind wir erst etwas vorsichtig und hoffen, dass wir den Reifendruck nicht verringern müssen (na, um wie viel denn bitte??).
Aber unsere Bedenken sind umsonst.
Die Strasse wird grösstenteils von den Minen unterhalten und ist in gutem Zustand, mehr ein Highway als eine Dreckstrasse.

Wir sehen viele touristische Hinweistafeln am Wegrand.
Auch der Holland Track, welchen wir irgendeinmal fahren möchten, endet auf dieser Strasse.
Etwa 100 km vor Norseman fahren wir durch herrliche Wälder bestehend aus Salmon Gums (Eukalypten mit lachsroten Stämmen und Ästen).
Auch hat es einige Salzseen mit guten Bushcamps.
Wir werden hier sicher nochmals vorbeikommen und alles genauer ansehen. Jetzt haben wir's eilig.

Wir verbringen die Nacht auf dem Norseman Caravan Park und stellen unser neues Zelt als Schutz vor dem kalten Wind auf.
Heute Nacht fällt das Thermometer auf 4°C. Susi bewaffnet sich mit Fleecedecken und Fleecesocken.
Der Schlafsack bleibt tatsächlich trocken, aber am Morgen ist die Oberfläche der Fleecedecke übersäht mit Kondenswasserperlen.

Am Morgen sehen wir, dass "Dude" Kühler Wasser verliert. Die Schotterstrasse hat bereits seinen Zoll gefordert ...
In der lokalen Garage finden sie heraus, dass lediglich einige Briden ersetzt oder festgezogen werden müssen.
Da es sich um ein Leihfahrzeug handelt, basteln wir, solange es sich verhindern lässt, nicht selber daran herum.
Auch bemerken sie, dass die vordere Schutzplatte fehlt.
Da sie aber hier keine als Ersatzteil haben, werden wir sie erst in Alice Springs in der Toyota Vertretung ersetzten lassen können.

In der Garage reparieren sie hauptsächlich die Fahrzeuge der lokalen Goldminen. Wir sehen an einigen Beispielen, welchen Schaden Salzwasser anrichten kann ....

Wir fahren zum Aussichtsplatz und finden Norseman mit den umgebenden Seen eine kleine, aber nicht weniger interessante Ortschaft.
Da es sich bei allen Seen um Salseen handelt, muss das Wasser für den Minenbetrieb über Pipelines einige 100 km weit hergebracht werden.

Auch lesen wir die Geschichte des Pferdes "Norseman" welches hier zufällig den ersten Goldbrocken gefunden hat. Der Fund löste den hiesigen Goldrausch aus.
Die Minen sind auch heute immer noch in Betrieb, aber die Bergarbeiter leben nicht mehr hier. Sie werden von den Betreibern ein- und ausgeflogen.

Norseman ist das Tor zur Nullarbor (= keine Bäume).

Als gute Touristen, haben wir natürlich auch die verschiedensten Strassesignale zu photographieren.
In Western Australia hat es auf den Wild-Warntafeln Kängurus, Kamele und Emus, in South Australia Kängurus, Kamele und Wombats.

Auch befahren wir hier Australiens längsten geraden Strassenabschnitt.
Wegen den vielen kleinen Hügel, über welche er führt, ist es nichts Besonderes.
Auch ist der Unterschied zu anderen Abschnitten, welche auch nur alle paar Kilometer eine kleine Kurve aufweisen, nur unwesentlich.

Wir kommen bis Caiguna, wo wir draussen in der Pampas übernachten.
Nach Sonnenuntergang wird es rasch kalt.
Ruedi spielt noch Gitarre, aber auch dafür wird es schon bald zu kalt.

.

Nach einer weiteren kalten Nacht mit 4°C Aussen- und 9°C Innentemperatur erwachen wir am Morgen zu einem weiteren sonnigen Tag.

Die Feuchtigkeit ist heute Morgen so hoch, dass man sogar Regenbogen sehen kann.

Wir fahren weiter auf der Nullarbor und sehen überraschend viele Wedge Tailed Eagles (Keilschwanz Adler).
Da viele Lastwagen die ganze Nacht durchfahren, hat es am Morgen jeweils viele neue, tote Tiere auf und neben der Strasse. Das zieht die Raubvögel an, da diese frisches Fleisch bevorzugen.
Die riesigen Vögel verlassen ihren Futterplatz jeweils erst kurz bevor wir an ihnen vorbeifahren. Damit können wir uns die Tiere aus der Nähe ansehen.
Einige von ihnen haben eine enorme Spannweite.

Am Madura Pass halten wir kurz an um die schöne Aussicht zu geniessen.

Dort finden wir einige Blumen, wovon eine von Susi, mit Hilfe des Blumenbuches bestimmt werden kann:
der Wüsten Hopfenbusch (Dodonaea viscosea ssp. angustissima).
Die anderen .... lasst es uns wissen, falls ihr sie kennt.
Wir wundern uns, wie die Pflanzen in dieser unwirtlichen Gegen überleben können.
Wahrscheinlich reicht ihnen aber der morgendliche Tau dazu.

Faszinierend finden wir die Landebahn des Royal Flying Doctors Services.
Der Highway wird einfach über eine gewisse Distanz verbreitert, so dass sie mit ihren Pilatus Flugzeugen zur Aufnahme von Patienten sicher starten und landen können.

Wir überqueren die Grenze zu South Australia und passieren die diesseitige Quarantänestation. Hier werden nur die Fahrzeuge welche von SA nach WA unterwegs sind überprüft.
Da wir noch einige Früchte und etwas Gemüse bei uns haben, halten wir am nächsten Parkplatz an, schälen alles, schneiden es in Stücke und werfen die Überreste in die lokalen Abfallkübel.
Anhand der Informationen, welche wir in Norseman bekommen hatten, genügt das.
Mit gutem Gewissen fahren wir weiter.

Ebenfalls müssen an dieser Grenze die Uhren 1 1/2 Stunden vorgestellt werden.

Bei der ersten Wild-Warntafeln sehen wir, dass in South Australia wirklich andere Tiere drauf sind.
Hoffentlich wandert nie ein Wombat nach Western Australia oder ein Emu nach South Australia ....

Kurz vor 17 Uhr erreichen wir das Nullarbor Roadhouse, fahren aber weiter zum "Head of Bight", wo wir die Wale sehen wollen.
Da sie aber den Park um 17 Uhr schliessen, fahren wir zurück zum Roadhouse und bleiben über Nacht dort.
Wasser ist hier draussen so rar, dass man auf dem Camping Platz für eine Dusche 3 AUD extra bezahlen muss.

Am nächsten Morgen, dem 8. Juli, fahren wir dann nochmals zum "Head of Bight", um die Wale anzusehen.
Die Ranger informieren uns, dass zurzeit eine Gruppe von etwa 50 Wahlen in der Bucht sei, davon ungefähr 20 Jungtiere.

Am Eingang zu Ceduna kommen wir an die die Quarantänestation von South Australia. Wir sind soweit OK, mit Ausnahme des Orangensalates, den müssten wir abgeben.
Also umkehren, 1 km zurückfahren, Orangensalat essen bis er uns zu den Ohren herausläuft, wieder zur Quarantäne - jetzt ist alles im Butter.

Weiter geht die Fahrt durch die unendlichen Weiten der Nullarbor.

In Wirrulla sehen wir zufällig einen Wegweiser nach Coober Pedy.
Wir fragen im lokalen Pub nach dem Strassenzustand und erfahren, dass die Strasse frisch planiert sei und man bis zur Bahnstation der Pacific Railway in Kingoonya ca. 4 Std. benötigen werde.

Die Strecke führt auf gutem Schotterweg durch das Koolgera Conservation Reserve in ein Tal, in dem viele Wombats wohnen (wir dachten zuerst wir hätten ein Kalb gesehen ....)
Leider wird es bald zu dunkel und wir können die nachtaktiven Tiere nicht mehr weiter beobachten.

Nach einer kalten Nacht treibt uns am Sonntag, dem 9 Juli, die Sonne früh aus dem Schlafsack.
Wir haben gemerkt, dass, wenn wir den "Dude" so parkieren, dass die Morgensonne durch die Hecktüre herein scheinen kann, es relativ schnell wärmer wird im Fahrzeug.
Das heisst aber auch, dass man in aller Herrgottsfrühe durch die Sonne geweckt wird.
Wir werden dafür reichlich belohnt: die Ausläufer der Gawler Ranges sehen im Licht der Morgensonne herrlich aus.

So fahren wir dann auch früh los und haben so noch die Chance den einen oder anderen Wombat auf dem Nachhauseweg zu sehen.
Sie sehen aus wie übergrosse Meerschweinchen und sind uns sehr sympathisch.
Hierher werden wir sicher einmal zurückkommen und uns in Ruhe mit den putzigen Tierchen befassen.

Die Strasse am Lake Everard entlang und auch die Furt durch den See sind trocken und gut befahrbar.
Aber nach Regen muss das blanke Schmierseife sein ....

Lake Harris und die schöne Sanddünen-Landschaft gefallen uns sehr gut.

Die Strasse hat zwar Wellblech aber ist gut befahrbar.
Am Strassenrand finden wir immer wieder Nester unbekannter Tiere.
Wir vermuten, dass es sich im Raupen handelt ... wir haben so viele Fragen und finden in unseren Büchern so wenige Antworten dazu ....

Bei der Bahnstation in Kingoonya folgen wir weiter dem Wegweiser nach Coober Pedy.
Achtung:
Für die kürzere Streck bis zum Stuart Highway direkt nach dem Bahnübergang geht's erst links, dann biegt die Strasse nach rechts ab.
Danach kommt eine Y-Gabelung, wo wir uns rechts halten und nicht der mehr befahrenen Strecke nach North Well folgen.

Noch vor dem Erreichen des Stuart Highways fahren wir bei der Mulga Well durch die Woomera Prohibited Area.
Dabei handelt es sich um ein 500 x 400 km grosses Gebiet, in welchem früher Atombombentests durchgeführt wurden.
Durch das Gebiet führen einige Strassen, wie z.B. der Stuart Highway und hat es einige Stations, aber man darf ohne eine Genehmigung die Strassen nicht verlassen.
Gottlob macht die Radioaktivität vor Strassen und Ortschaften halt .....

Am Nachmittag erreichen wir Coober Pedy, eine Minenstadt. Rund um Ort wird im Untertagebau nach Opal gesucht.
Speziell am Ort ist, dass früher wegen des heissen Klimas viele Bewohner ihre Behausungen in ehemaligen Stollen angelegt hatten.
Da das weit herum bekannt war, sind die modernen Hotels heute teils auch unterirdisch, wobei es sich unserer Meinung meistens um aufgeschüttete Hügel handelt.

Um Susis Frust etwas zu lindern erlauben wir uns eine Übernachten in einem dieser Hotels.
Wir gehen noch gemütlich im griechischen Restaurant "Paul & Mary's Tavern" Essen und finden es sehr gut.
Genüsslich kuscheln wir uns in das breite, trockene und warme Bett und schlummern ein.

Irgendwann kommen unsere Zimmernachbarn heim und verführen einen ziemlichen Lärm, etwas ärgerlich, aber was soll's.
In den frühen Morgenstunden fängt der Lärm wieder an. Sachen werden in das Auto getragen, Türe auf, päng, Türe zu, wieder Türe auf und wieder päng, Türe zu ...
Nach einer Weile wird dann sogar ein Motor angestellt. Der Wagen muss mit dem Auspuff gegen das Hotel geparkt sein, denn schon bald stinkt es in unserem Zimmer nach Abgasen.
Ruedi hat genug und geht mal nachschauen, was das ganze soll.
Das ist ein Fehler, denn der Automobilist packt ihn am Kragen, hält ihm die Faust ins Gesicht und schreit ihn ziemlich aufgebracht an.
Susi hört den Lärm, stürmt raus und kann gerade noch eine Schlägerei verhindern.
Der gute Herr meinte, wir seien diejenigen gewesen, welche letzte Nacht den Lärm verführt haben und wollte sich nun auf seine Art "revanchieren" .... tja, auch solche Leute gibt es leider.

Uns ist dadurch leider die gute Stimmung etwas verdorben. Wir stehen auf und machen uns abfahrbereit.
Doch der "gute" Start in den Tag wird noch etwas verbessert: der Motor des Toyota startet nicht mehr, obwohl die Batterie OK ist und der Startermotor gut arbeitet.


Mit etwas Mühe finden wir einen Mechaniker, der sich den Wagen anschaut.
Nachdem er "Starthilfespray" in Luftansaugstutzen bläst, startet der Wagen sofort. Die ersten paar Sekunden läuft der Motor sehr rau, aber danach ist alles OK.
Als wir nach ein paar Minuten den Wagen abstellen um ihn nochmals zu starten, geht das problemlos.
Also kaufen wir uns auch eine Dose "Wonderspray".
Wir werden den Fehler in Alice Springs zu reparieren versuchen. Ruedi vermutet, dass die Glühkerzen nicht arbeiten.
Mit ziemlich viel Verspätung fahren wir am 10. Juli weiter Richtung Alice Springs.

Unterwegs machen wir einen kurzen Abstecher, weg vom Start Highway, um den bis anhin noch unbesuchten Confluence Point S 28 E 134 zu suchen.
Unter Confluence Point versteht man der Kreuzungspunkt eines Längen- und Breitengrades.
Es gibt eine Projekt, welches als Ziel hat, alle diese Punkte zu besuchen. Auf deren Webseite ( www.confluence.org ), kann man sich als "Erstbesucher" eines solchen Punktes eintragen und auch schauen, welche Punkte noch nicht besucht wurden.
Der Versuch den Confluence Point zu erreichen scheitert 3 km vorher an einem Weidezaun.
Wir müssten von hierher bis zum Punkt laufen, aber dazu haben wir im Moment leider keine Zeit.

Wir übernachten 22 km südlich von Kulgera auf der Mulga Park Road, gleich nach dem überqueren der Grenze zum Northern Territory.

Am nächsten Tage haben wir nur noch knappe 300 km bis Alice Springs zu fahren und nehmen es etwas gemütlicher.
Unterwegs warten wir an einer geeigneten Stelle auf Road Trains, um ein paar gute Photos zu schiessen, aber die scheinen zu wissen, dass wir ihnen abpassen und haben sich verschlauft ....

Am Nachmittag des 11. Juli erreichen wir dann Alice Springs, wo wir uns auf dem MacDonnell Ranges Holiday Park einnisten.
Es ist derselbe Caravan Park, wo wir bereits bei unserem ersten Besuch in Alice Springs im 1995 zu Gaste waren.
Es ist überhaupt lustig durch die Stadt zu fahren und zu schauen, was wir noch kennen (oder zumindest meinen, noch zu kennen ....)
Bald fühlen wir uns wieder pudelwohl in Alice Springs, von ihren Bewohnern liebevoll "The Alice" genannt.
Es ist eine Stadt, die uns passt, obwohl wir uns beide nicht gut in ihr orientieren können.

In Alice melden wir "Dude" bei der lokalen Vertretung (Kittel) zum Service und zur Reparatur des Kaltstartproblems, sowie anderer Kleinigkeiten an.
Der LandCruiser lässt sich ja seit Coober Pedy am Morgen nur noch mit Hilfe des Wondersprays starten und unter dem Armaturenbrett tropft Öl heraus, wahrscheinlich von der Servolenkung.

Am Mittwoch bleiben wir auf dem Caravan Park, arbeiten an unseren Fotos und werkeln sonst etwas herum.
Unser Zelt ist wieder Gold wert, da es am Abend, sobald die Sonne untergegangen ist, rasch empfindlich kalt wird.
Wir nehmen unseren Cobb Grill ins Zelt und geniessen die wohlige Wärme.

Am Donnerstag 13. Juli müssen wir den Toyota schon um 7.30 morgens abgeben. Da er für den ganzen Tag im Service ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als in die Stadt zu gehen und die Zeit zu Tode zu schlagen.
Alice ist bekannt dafür, dass es sehr trocken ist, aber natürlich regnet es an diesem Tag und zwar nicht wenig! Solchen Regen hätten wir in Queensland erwartet, aber nie in Alice.
Also besuchen wir die Basis der Royal Flying Doctors Service und das Reptile Center, wo die Pflegerin Sandra eine sehr gute, humorvolle Show mit diesen "liebenswerten" Tierchen vorführt.

Die Leistung der lokalen Toyota Vertretung, Kittle, ist absolut lausig.
Die meisten Arbeiten sind nicht ausgeführt, das Startproblem nicht behoben und teuer war's auch noch.

Am Freitag versucht Ruedi den Wagen am Morgen zu starten, indem er die Stromschiene der Glühkerzen während des Startvorgangs mit dem Überbrückungskabel direkt mit der Batterie verbindet.
Das funktioniert!
Kurz darauf findet er auch den Grund des Übels.
Direkt an der Batterie hat es einen Kabelbruch, welcher auch das Kabel für die Vorglühung tangiert.
Bei jedem Startvorgang glüht die Bruchstelle und frisst langsam ein Loch in den Gasungsbereich der Batterie.
Es hätte nicht mehr lange gedauert und die ganze Batterie wäre explodiert und uns um die Ohren geflogen.
Ruedi meldet den Wagen bei Repco für Montag zur Reparatur an.

Susi wäscht währenddessen auf dem Campingplatz unsere Wäsche und arbeitet zwischendurch in unserem Zelt am Laptop.
Wir haben viele Photos zu verarbeiten, Web-Seiten zu generieren, Mails zu lesen u.s.w.
Leider hat es keine Mail von OKA dabei ....

Am Samstag dem 15. Juli kommen Guido und Judith in Alice an. Wir holen sie am Flugplatz ab.
Wir haben extra den halben "Dude" ausgeräumt, damit sie mit allem Gepäck mitfahren können.
Guido lacht sich fast krank als er unser Ersatzfahrzeug sieht und unsere Story über den OKA hört.
Wir wünschen uns schon sehr, dass OKA es schafft unseren Wagen zur Zeit fertig zu machen, damit Guido ihn auch noch sehen kann.

Während dem Reintragen des Gepäcks ins Hotelzimmer klingelt Susis Telefon.
Es sind Fredy und Monika, unsere Schweizer Bekannten aus Perth, welche sich von ihrem Satelliten-Telefon melden.
Sie sind auf der Tanami Road, einer über 1'000 km langen Dreckstrasse durch die Tanami Wüste, unterwegs nach Alice Springs und sind wegen dem Regen mindestens einen Tag verspätet.
Auch hat Fredy wieder Ärger mit seinem Fahrzeug gehabt und musste bei einer Mine eine notdürftige Reparatur machen lassen.
Gut dass sie uns das melden, wir haben sie nämlich heute erwartet und wären sehr unruhig geworden, wenn sie nicht gekommen wären.
Wenn man weiss, dass Leute über eine einsame Strecke unterwegs sind und sie sich nicht zurzeit melden, dann ist das meistens nicht so gut ....

Da Guido und Judith von Singapur her eingeflogen sind, haben sie nur eine kleine Zeitdifferenz d.h. wir können gemütlich Essen gehen, ohne dass sie uns einschlafen dabei.

Der Sonntag ist mit seinen 13°C unfreundlich kühl.
Wir bringen Judith und Guido das versprochene Material für ihren Camper.
Damit gibt es nun bei uns im Wagen etwas mehr Platz.

Für den Abend melden sich Monika und Fredy an.
Sie stellen dann ihren Wagen auch auf unseren Stellplatz, da der Campingplatz voll belegt ist und keine freien Plätze zu haben sind.
Am Abend gehen wir ins "Al Fresco" zum Pizza essen, da das "Keller's" nebenan geschlossen ist.
Die Pizzas sind immer noch gleich gut wie 1995, als wir mit Marianna und René hier waren.

Tags darauf fassen Guido und Judith ihren Apollo Camper.
Wegen dem schlechten Wetter entscheiden sie sich, noch eine Nacht länger im Hotel zu bleiben und den Camper dort einzuräumen.
Sie werden ihn für die nächsten 2 Monate ihr Heim nennen und wollen ihn entsprechend gemütlich eingerichtet haben.

Fredy ist in der Iveco Garage wegen einer gebrochenen Dieselleitung und wir bei Repco um das gebrochene Kabel reparieren zu lassen.

Beim Einkaufen müssen wir wieder einmal mehr über den Humor der Australier lachen.

Hier unten scheinen Tieren sich etwa gleich viel aus Verboten zu machen wie bei uns .... so viele Galahs haben wir noch selten auf einem Haufen gesehen und das obwohl doch ein grosses Verbotsschild für Tiere auf dem ganzen Areal am Tor angeschlagen ist ...

Heute am 18. Juli regnet es immer wieder ein bisschen und es ist immer noch lediglich 13°C warm.

Wir verbringen einen faulen Tag in unserem Oztent Vorzelt.

Judith und Guido ziehen im Caravan Park ein. Sie räumen immer noch ihren Camper ein.
Wie wir unterdessen aus eigener Erfahrung wissen, ist das wirklich ein rechtes Stück Arbeit.
Wir haben ihnen einen Stellplatz gleich neben unserem bestellt.
So stehen nun alle 3 Schweizer Fahrzeuge auf einem Haufen.

Am Abend essen wir alle sechs in Fredys und Monikas Camper.
Ihr Fahrzeug ist mit Bodenheizung ausgerüstet.
Wir geniessen die wohlige Wärme und haben es cheibe luschtig.

Morgen geht es dann für alle wieder weiter.
Wir werden mit Guido und Judith erst in der Umgebung von Alice Springs umher reisen, Monika und Fredy werden ihre Reise durch Australien fortsetzen.
Schön wäre es, wenn wir sie irgend einmal wiedersehen könnten, wer weiss?


 

 

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Last updated: Sunday, 06.06.2010 11:40 AM


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