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Australien 2007

Gold Coast - Bundaberg - Longreach - Darr River Downs Station - Kooroorinya

Routen Details

Datum
2. Mai - 10. May 2007
Route
Gold Coast - Brisbane - Sunshine Coast - Maryborough - Bundaberg - Biloela - Moura - Rollestone - Springsure - Tambo - Blackall - Longreach - Darr River Downs Station - Kooroorinya
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Routenplan (Klicken zur Grossanzeige in separatem Fenster)

Am Mittwoch den 2. May, nach dem Mittagessen verabschieden wir uns von Susis Brüdern Bruno und Hanspeter in Merrimac und besuchen noch ihren Vater im Pflegheim in Nerang. Er ist gut drauf und macht einen glücklichen Eindruck. Aber seine Gesundheit ..... werden wir ihn wohl nochmals sehen?

Wir fahren nordwärts in Richtung Brisbane, verlassen aber den Highway in Pimpama um bei Götzinger Bratwürste und Cervelats einzukaufen - solche die so schmecken wie wir es von der Schweiz her gewohnt sind.
Heute Abend sind wir bei Napier eingeladen und wir haben versprochen, die Würste für den Grill mitzubringen.

Napier ist ein Freund von Peter and Margaret (OKA 196). Wir haben uns bis jetzt nur per Mail "gekannt".

Napier und seine Frau Marilyn haben beide eine Professur für Kommunikation (dabei ist auch die zwischenmenschliche gemeint).
Napier ist unter anderem Autor der fantastischen Kurzgeschichte "The Primus Lightweight Portable Toilet Seat" … (diese lässt sich aber leider nicht ins Deutsche übersetzen, für die Englische Version bitte hier klicken).
Wir verbringen einen herrlichen, interessanten Abend, welcher aber wieder einmal viel zu schnell endet.
Die Nacht ist mit 13°C ziemlich kalt.

Am Donnerstagmorgen zeigen wir Napier und Marilyn unseren OKA.
Napier arbeitet zurzeit an seinem eigenen Camper-Aufbau für seinen Toyota Dyna 4x4 welchen er aus Japan importiert hat.
Einmal mehr werden Ideen, Vor- und Nachteile der verschiedenen Konzepte besprochen.
Danke euch beiden für den schönen Abend und dem Koch Napier für das wunderbare Essen.

Dann fahren wir weiter nach Keperra / Ferny Grove (einem Quartier in Brisbane) um Michelle von "Pass the Post" einen Besuch abzustatten (www.passthepost.com.au).

Michelle ist unsere "Postbotin".
Alle unsere Post wird nach Keperra geschickt.
Michelle öffnet sie, scannt die wichtigen Dinge ein und schickt sie uns als Passwort geschützte PDF-Dateien in einem eMail.
Von Zeit zu Zeit nennen wir ihr eine Adresse wohin sie uns dann die benötigten Originale sendet (meist als Post Restante an eine Hauptpoststelle einer grossen Stadt).
Wir sind Kunde 219. Eben hat sie ihren 300-sten Kunden unter Vertrag genommen.

Weiter fahren wir Richtung Mooloolaba wo wir den Bruce Highway in Richtung Küste verlassen.
Sei Susi vor 20 Jahren hier war hat sich vieles drastisch verändert. Es wurde unheimlich viel gebaut. Es hat überall Wolkenkratzer und Häuser.
Der Zugang zum Strand ist immer noch (gesetzlich) gewährt, aber freies campieren ist am Wasser definitiv nicht mehr möglich. Schade.

Also verlassen wir die Küste bei Noosa wieder, fahren nach Tewantin and übernachten im dortigen State Forest.
Die Umgebung ist sumpfig und es hat grosse Mücken welche hässlich stechen.

Der morgendliche Weg führt uns durch Wolvi und die Tagigan Ranges zum Toolara State Forest.
Die Landschaft ist sehr hügelig und wechselt ständig zwischen tropischem Dschungel sowie Eukalyptus- und Pinien-Wäldern.
Es ist eine erholsame, schöne Fahrt.

Wir fahren entlang der Tin Can Bay zum Tuan State Forest und erreichen Maryborough.
Zurück auf dem Bruce Highway fahren wir durch Childers und erreichen am Nachmittag Bundaberg.

Wir wissen, dass Dorothy and Jim Manzari, Freunde von uns mit ihrer Yacht in Bundaberg sind.
Dorothy kennen wir schon lange, haben wir doch bei Prime Computer mit ihr zusammengearbeitet.
Sie hat den Anfang von unserer Beziehung 1993 direkt mitbekommen ....
Dorothy und Jim segeln bereits seit 5 Jahren rund um den Globus. Dorothy haben wir seit 4 Jahren nicht mehr gesehen.

Im Yachthafen in Burnett Heads sagt man uns, dass sie nicht hier, sondern in der Midtown Marina, in Bundaberg selber, vor Ankert lägen.
Wir finden die Yacht und Dorothy ist freudig überrascht uns hier zu sehen. Sie hat unser Antwort-Mail in welchem wir unseren Besuch ankündigten übersehen.
Im lokalen RSL Club haben wir bei einem kalten Bier viel zu erzählen.
Sie stecken hier in ernsthaften Problemen, welche beinahe unglaublich sind ...

Sie erreichten die Australische Küste von Numea (Neu Kaledonien) kommend.
In Numea hatten sie sich vorgängig beim Australischen Konsulat nach den Einreise- Zoll- und Quarantäne-Bestimmungen erkundigt (ein 30-seitiges Dokument).
Als sie schlussendlich in Bundaberg an Land gingen wurde ihnen vom Zoll erklärt, dass die Weisungen welche sie befolgt hätten nicht mehr aktuell seien und sie sich somit einer kriminellen Handlung strafbar gemacht hätten.
Trotz gültigen Visen wurden sie zusätzlich zur Verurteilung als Kriminelle noch mit 4000 AUD gebüsst.
Da sie sich entsprechend der offiziell ausgehändigten Dokumente verhielten und weil ihnen ein Eintrag in der "Terrorist Watch List" in Zukunft beim reisen hinderlich sein würde, beschlossen sie gegen das unfaire Urteil Berufung einzulegen.
Nun, 7 Monate später und um 50'000 AUD erleichtert kämpfen sie immer noch in Bundaberg für ihr Recht.
Es ist schwer verständlich, dass so etwas in diesem schönen und freundlichen Land möglich ist.
Die ganze Geschichte ist in den untenstehenden Links in Englisch nachlesbar.

http://www.news-mail.com.au/story/2006/12/15/apn-sailor-in-boat-arrest/

http://www.news-mail.com.au/story/2007/02/01/apn-sailor-battles-to-avoid-watch/

http://www.news-mail.com.au/story/2007/02/02/apn-couples-dream-is-sunk-in-legal/

http://www.thecoastalpassage.com/manzaris.html

Wir verbringen einen schönen Abend zusammen, essen Fleischkäse and Cervelats vom Götzinger und trinken einen feinen Penfolds Shiraz Cabernet.
Dorothy und Jim, wir wünschen euch viel Erfolg bei der demnächst anstehenden Berufungsverhandlung. Wir bewundern eure Kraft und euren Durchhaltewillen.

Der Samstagmorgen beginnt sonnig und feucht. Vor uns haben wir die 1'000 km bis Longreach, also brechen wir früh auf.
In South Kolan machen wir bei den Mystery Craters Halt. 35 Krater sind in einem massiven Block aus Sandstein, Schlick und Ocker verteilt. Teile dieser Formation sind 35 Millionen Jahre alt.


Noch weiss man nicht, wie dieser Steinblock mit seinen Kratern entstanden ist, da einige Dinge nicht erklärbar sind.
Obwohl Ocker wasserlöslich ist und im ganzen Block verteilt ist, hat er den Sandstein nicht gefärbt. Auch sind im Schlick und Sandstein keine Sedimentierungs-Schichten vorhanden. Einzelne Krater werden von unten mit Wasser versorgt, haben aber ganz verschiedene Wasserstände und auch die Wasserqualität ist unterschiedlich.

Wir fahren durch Zuckerrohrfelder nach Gin Gin. Wegen der Feuchtigkeit fühlen sich die 30°C Aussentemperatur viel wärmer an als sonst.
Bundaberg und seine Umgebung sind bekannt für ihren Zucker und den daraus gewonnen Bundaberg-Rum.


Das Wasser für die Zuckerrohrfelder wird über ein grosses Kanalsystem verteilt.

Wir biegen Richtung Monto ab.
Die Landschaft wird hügeliger. Wir befinden und wieder im Weideland.
In der Umgebung von Boolboona / Wonbah werden auch Reben angepflanzt.

Die Dämme sind leer, das Gras ist niedrig und gelb.
Die Regensaison ist in Queensland dieses Jahr ausgeblieben.
Es wird immer trockener, die ersten Kakteen tauchen auf.

Am Mt. Perry sind wir bereits auf 360 m Höhe (Wow!!). Hier ist es wesentlich weniger feucht als an der Küste und die 28°C fühlen sich angenehm an.
Wir durchqueren die Possum Range und biegen später auf den Burnett Highway Richtung Norden ein.
In diesen Bereich wurde der meiste Wald zu Gunsten von Farmland gerodet.
Obwohl auch hier nicht viel Wasser in den Dämmen ist, scheint es davon genug zu haben, da die Bewässerungsanlagen laufen.


Nach Monto sehen wir den ersten Boab-Baum. Wir sind erstaunt solche hier anzutreffen, da wir meinten ihre Existenz sei auf und die Kimberlys beschränkt. Beim Durchfahren der Burnett Ranges (höchster Punkt der Strasse 500 m) geniessen wir die schöne Aussicht auf die verschiedenen Bergketten (typisch Schweizer!)

Auch die Abfahrt von der Auburn Range nach Thangool ist herrlich.

Weiter geht's nach Biloela.
Die Temperatur ist auf 33°C angestiegen und eine Glacé vom Shop bei der Tankstelle ist schon beinahe ein "Muss".

Wir wechseln auf den Dawson Highway und folgen ihm zu den Banana Ranges.
Wir wundern uns, woher der Name kommt, da hier weit und breit keine einzige Bananenstaude zu sehen ist .....


In Moura kiebitzen wir in die Kohlenmiene..
Schade dass es hier keine Aussichts-Plattform gibt wie in Kalgoorlie.
Erstaunlicherweise kann man im Mienengebiet die "Hauptstrasse" auf welcher die "ganz Dicken" verkehren einfach so kreuzen. Lediglich eine Warntafel ist dort angebracht ...
Heute fahren auf alle Fälle keine Brummer, entweder weil es Samstag ist, oder weil wir dafür zu spät sind. Nächstes Mal vielleicht ....

Auch die Baumwoll-Industrie ist in Moura ansässig.
Entlang der Strasse sieht man überall Baumwollpflanzen.

Wir übernachten im State Forrest ausserhalb Moura und geniessen eine kühle Dusche. Die Nach ist warm, genau richtig für unsere leichte Decke. Wir schlafen wie die Herrgöttchen. Das ist wieder unser Klima!

Am Sonntagmorgen heisst uns ein weiterer schöner Tag willkommen. Rasch schnellt das Thermometer auf 28°C und die anfängliche Feuchtigkeit von 75% nimmt rassig ab.

Auf dem 2-spurigen Dawson Highway geht's weiter westwärts.


Auf der Karte sieht man Namen wie: Bauhinia Downs, Stockyard Creek, Woolshed Gully, Cattle Creek, Sheep Station Creek … aber man sieht keine Häuser, lediglich Weideland, Vieh und von Zeit zu Zeit eine Landebahn. Es ist ein weites Land mit lediglich ein paar kleinen Bergen am Horizont. Sehr friedlich.


Nach Rollestone fahren wir in die Staircase Range ein. Palmen tauchen auf ... und riesige Spinnen ...

In Springsure biegen wir in die Dawson Developmental Road in Richtung Tambo ein.
Hier sehen wir zu ersten Mal wieder Wedge Tail Eagle (Keilschwanz-Adler).
Obwohl wir auch zuvor viele totgefahrene Tiere am Strassenrand gesehen haben, haben wir bis anhin keine Raubvögel gesehen.

Die Gegend rund um die Nandowrie Needle ist sehr schön mit seinem gelben Grass und den Bergketten.
Hier endet die asphaltierte Strecke und Ruedi reduziert den Pneudruck auf den für Naturstrassen bestimmten Wert, um Beschädigungen durch spitze Steine zu verhindern.

Im nachmittäglichen Sonnenlicht ist die Sicht auf die Great Dividing Range wunderschön.


Als wir für die Nacht anhalten stinkt der OKA wie ein Misthaufen.
Kein Wunder!
Aussen ist er voll gepflastert mit feuchtem Kuhmist, welchen wir auf der Strasse aufgelesen haben.
Da sich das Corpus Delicti auf der Aussenseite des OKAs befindet, ist es Ruedi's "Scheissjob" diesen abzukratzen.

Wir kriegen Besuch von einem Schwarm Blue-Cheecked Rosellas (Platycercus elegans).

Die Nacht ist mit 14°C erstaunlich kühl.
Aber die Morgensonne korrigiert das dann bald und bringt die Temperatur auf über 25°C.

Am Montagmorgen, als wir der Great Dividing Range entlang fahren, finden wir einen kleinen Hügel, Sugar Loaf (Zuckerhut).

Natürlich müssen wir da rauf ....

Der Felsen ist recht interessant, weist er doch verschiedene Farben und Strukturen auf.

Der Aufstieg lohnt sich!.

Bei Killarney Park zweigen wir Richtung Tambo ab.

In Tambo drehen wir rechts auf den Landsborough Highway (auch als “Matilda” Highway bekannt) ein.
Es ist eine langweiliges, mehr oder weniger flaches Stück Strasse. Also verlassen wir den Highway in Blackall wieder und fahren auf kleinen Strassen nach Isisford.
Komisch ist es überall bei den überschwemmungsgefärdeten Strassenabschnitten die Wassertiefen-Indikatoren zu sehen, wenn alles was man sieht, gelbes Grass und trockene, sonnenverbrannte Erde ist.

Cam and Sharon Tindall, Freunde von Lyn und Ron Quigley von Yatte Yattah , erwarten uns heute Abend, aber wir sind immer noch 300 km von ihnen entfernt.
Dank dem Satelliten-Telefon sind wir in der Lage ihnen zu melden wo wir sind und können uns Anweisungen geben lassen, wie wir die Darr River Downs Station, 67 km nördlich von Longreach, irgendwo in der Pampas draussen, finden.

Erst nach Sonnenuntergang erreichen wir Longreach.
Das erste was uns bei Longreach auffällt, ist der Quantas Jumbo-Jet am Eingang des Städtchens.
Hier hatte die Australische Luftfahrt-Gesellschaft Quantas ihr erstes Büro (Queensland and Northern Territory Air Service).
Aus Zeitgründen werden wir sowohl das Quantas Museum, als auch die berühmte Stockman's Hall of Fame ein anderes Mal besuchen müssen.
Im Moment haben wir es eilig, da wir wegen der Tiere nicht gerne nachts fahren.

Da wir nie nachts fahren, bemerken wir erst jetzt, dass die Lichter des OKA lausig justiert sind.
Die Scheinwerfer sind etwa so eingestellt, wie normalerweise die Abblendlichter sind.
Ein weiterer Punkt auf der To-do Liste …

Gottlob hat es bis fast nach Morella noch ein wenig Tageslicht, aber das fahren unter diesen Umständen ist alles andere als lustig.
Wir verlassen den Mathilda Highway und folgen dem Track zur Darr River Downs Station .
Wir sehen beinahe nichts und Ruedi hasst das.
Und schon muss er voll auf die Bremse stehen um nicht ein Rind auf die Bullbar zu laden. Die dumme Kuh steht aber auch genau auf der Strasse.
Schlussendlich schaffen wir es aber doch unversehrt bis zur Station, wo wir von Cam, Sharon und Ross, ihrem ältesten Sohn willkommen geheissen werden.
Mit einer Tasse Tee (ja Tee!!) in der Hand sieht die Welt schon wieder ganz anders aus und wir verbringen einen netten Abend zusammen.

Am Dienstagmorgen fahren Cam und Sharon nach Longreach. Sharon muss den Garten ihres Hauses in Longreach besorgen und Cam wird mit einem professionellen Jockey zurückkommen.
Wir haben Zeit uns die Station und ihre Umgebung anzuschauen.

Darr River Downs Station wurde 1873 gegründet, wurde aber von Cams Familie erst in den 50-iger Jahren gekauft.
Alle Original-Häuser stehen immer noch.

Das Haus rechts ist das älteste Gebäude der Station und wurde schon damals aus lokalem Sandstein gebaut.

Nach und nach wurden die anderen Gebäude dazugebaut. Ist ein Haus voll, wird nicht aufgeräumt, sondern das nächste daneben aufgestellt. Mindestens bekommt man hier unten manchmal diesen Eindruck.

Auch das aktuelle Wohnhaus besteht aus Sandstein. Es hat eine Veranda rund herum.
Internet, Fernsehen und Radio sind über Satellit verfügbar, das Telefon wird per Richtstrahl geliefert. Was braucht man mehr ....

Cam und der Jockey Terry kommen an und ebenso der Nachbar Stan und seine Frau.
Am kommenden Wochenende findet 250 km nördlich von hier ein traditionelles Plausch-Pferderennen statt.
Cam wird seine Rennpferde dort starten lassen.
Cam sagt, dass ganze sei ein riesiger Spass. Es gehe um nichts …. ausser besser zu sein als die Nachbarn natürlich, meint er grinsend.

Alle Pferde am Start sind ehemalige, teils sehr gute, Rennpferde, die auf den Farmen ihr Gnadenbrot bekommen und das ganze Jahr über auf der Weide grasen.
Rennpferde werden normalerweise mit Haber, oder anderen Kornarten gefüttert. An diesem sogenannten "Amateur Picnic Race" sind nur Pferde zugelassen welche mit Heu und Grass gefüttert werden.
Ein Pferd braucht etwa 2 Jahre, bis sich sein Metabolismus umgestellt hat, und es wieder fit genug für die Rennen ist. Auch sind die gelaufenen Distanzen an den Rennen den Gegebenheiten angepasst und betragen lediglich zwischen 800 und 1600 m.


Alle gehen wir zur Koppel.
Ross macht die Pferde zum reiten bereit, Stan putzt ihre Schwänze.
Terry der Jockey bewegt jedes der 6 Pferde und galoppiert mit ihnen auf der lokalen "Rennbahn" (ein mit dem Grader begradigter Dreck-Rundkurs) um ihre Lungen durchzulüften. Dadurch können sie beim Rennen besser atmen.


Wir inspizieren den nahen Darr River.
Das Wasser wird per Windmühle zum Haus gepumpt, wo es für alles Mögliche, aber nicht als Trinkwasser gebraucht wird. Wenn kein Wind bläst, wird eine benzinbetriebene Pumpe verwendet.

Cam und einer seiner Freunde machen sich bereit um zu einer anderen Farm, näher an der Küste zu fliegen.
Cams Vater hat das Flugzeug vor 49 Jahren gekauft. Die Cessna fliegt immer noch, wenn auch etwas langsam.

Wie auch die meisten anderen Stations, hat Darr River Downs ihr eigenes "off-road" Flugfeld.

Später am Nachmittag kommt der jüngste Sohn Paul.
Er ist professioneller Känguru Jäger. Er schiesst hauptsächlich Kängurus und "Wildschweine" (sehen eher aus wie wilde Schweine") und verkauft sie an die Fleischproduzenten.. Das Schweinefleisch wird nach Europa exportiert, das Känguru Fleisch wird lokal gebraucht.

Paul hatte den Beruf auf dem zweiten Bildungsweg erlernt.
Da viele Regeln und Gesetze beachtet werden müssen, muss eine entsprechende Prüfung abgelegt werden.
Die geschossenen Tiere müssen auch ein Mindestgewicht auf die Wage bringen, resp. ein gewisses Alter haben.

Paul hat Jagdverträge mit einigen Stations der näheren Umgebung und kontrolliert für sie die Population der Tiere.
Das macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass 10 Kängurus etwa gleich viel fressen wie ein Rind.

Pauls LandCruiser ist für diesen Job speziell aus- und umgerüstet:
Die Windschutzscheibe kann nach vorn heruntergeklappt werden, so dass man vom Fahrersitz aus schiessen kann.
Das Gewehr besitzt ein Zielfernrohr, so dass die Tiere sicher, mit dem ersten Schuss getroffen werden.
Der starke Suchscheinwerfer kann vom Fahrersitz her bedient werden
Die Ladefläche des LandCruisers ist mit speziellen Metallträgern ausgerüstet, so dass das geschossene Wild reihenweise daran aufgehängt werden kann.

Paul stellt auch seine eigene Munition her. Er arbeitet sehr genau.
Die Pulvermenge muss genau stimmen, so dass alle Geschosse die gleiche Ballistik haben, sonst verfehlt er die Tiere.

Nach dem Nachtessen, geht Paul mit Ross und Ruedi Känguru schiessen.


Wir gehen früh ins Bett, da uns Ross morgen früh mitnimmt um alle Wasserstellen und Windräder zu prüfen.

Am Mittwochmorgen starten wir schon vor Sonnenaufgang. Es windet und die 18°C fühlen sich kühl an.
Paul und Ruedi fahren in Paul's LandCruiser und halten nach Wildschweinen Ausschau.
Der arme Ross fährt mit Susi in einem anderen LandCruiser und muss alle ihre Fragen beantworten ....

Über die ganze Farm verteilt hat es ein Netzwerk von Dämmen und Tränken.
Alle diese Wasserstellen müssen alle paar Tage überprüft werden um sicherzustellen, dass das Vieh ans Wasser kommt.

Neben den Regenwasser-Sammelbecken hat es auf Darr River Downs Station zwei Grundwasser Bohrungen.
In beiden Fällen musste über 1000 m tief gebohrt werden um an gutes Wasser zu kommen, da dazwischen eine Salzwasserschicht liegt.
Das Wasser beider Bohrungen ist sehr heiss.

Bei einem der beiden Bohrlöcher ist der Wasserdruck so hoch, dass das Wasser selbständig an die Oberfläche tritt.

Beim anderen Bohrloch muss ein Windrad verwendet werden.
Das gewonnene Wasser wird in Wasserbecken geleitet.

Letztes Jahr nahm Ross zwei Hunde mit auf die Tour.
Als sie das Wasser sahen, sind sie direkt hineingesprungen um darin zu baden, ohne zu ahnen dass das Wasser über 80°C warm ist ....
Ein Freund von Ross stieg den Hunden sofort hinterher um sie herauszuholen, was ihm auch gelang. Allerdings hatte er sich die Beine gewaltig verbrüht.
trotzdem war er aber zu langsam und die Hunde mussten erschossen werden.

Die Verteilung des Wassers über die Station erfolgt in Kunststoffrohren unter Ausnützung der natürlichen Gravitation.
Das Rohrsystem wurde während der letzten Jahre, nachdem Cam die Farm von seinem Vater übernommen hatte, installiert.


Das Windrad betätigt einen Kolben, mit welchem Wasser aus der Tiefe gesaugt und darauf in die Rohre gepresst wird.
Um einen konstanten Wasserfluss zu ermöglichen, wird ein Druck-Ausgleichstank eingesetzt.

Ross zeigt uns einen Staudamm dessen "Mauer" aus geschichteten Steinen besteht.
Die flachen Steine sind so angeordnet, dass sie nicht weggeschwemmt werden, wenn der Damm nach starken Regenfällen überlaufen sollte.
Der Damm wurde in den 20-er Jahren von Chinesen gebaut.
Diese kamen während des Goldrausches ins Land.
Als sie nach Beendigung des Goldrausches nach Arbeit suchten, stellten die Farmer sie zum Bau von Dämmen an.

Auf dem Gelände findet man auch stachlige Mimosen (Prickly Acacia), eine von Afrika importierte Plage.
Sie sehen hübsch aus, aber die Dornen sind sehr hart und lang und durchstechen mühelos Autoreifen.
Kamele und Ziegen essen die Dinger, also werden diese Tiere auf den Farmen zum ausrotten der Mimosen verwendet.

Ein "Australian Bustard" (Ardeotis australis) kreuzt unseren Weg.


Auf Darr River Downs Station hat es zwei verschiedene Rindertypen: Brahmans und Short Horns.
Die Brahmans sind resistenter gegen Hitze und Dürre, die Short Horns werden schneller fett.


Später am tag verlassen wir Darr River Downs Station und kehren nach Longreach zurück um einzukaufen und unsere Emails abzurufen.

Wir übernachten ausserhalb von Longreach auf der Strasse nach Muttabarra.
Die Erde ist so fein, dass man nach dem Duschen sofort klebrige "Stöggeli" an den Füssen hat.
Dieser Umstand gefällt Ruedi gar nicht, da für die Nacht Regen angesagt ist.
Auf solchem Grund vom Wasser überrascht zu werden, würde bedeuten, dass die Reifen des OKA sofort voll Dreck wären und wir steckenbleiben würden.
Aber als sich die wenigen Wolken wieder verziehen, beschliessen wir hier zu bleiben. Der OKA wird allerdings für eine schnelle Abfahrt vorbereitet .... man weiss ja nie.


Am Donnerstagmorgen prüft Ruedi die Internet-Verbindung.
Im Wagen funktioniert es nicht, aber als er auf das Bett steht und den PC aufs Dach stellt, ist der Empfang gut. Aussenantennen sind halt doch besser ....

Erst nach dem Mittagessen fahren wir weiter Richtung Muttabarra und Kooroorinya wo das Pferderennen stattfinden wird.
Nun wissen wir auch, warum die Gegend hier "Channel Country" genannt wird.
Auf dieser Strasse zu fahren heisst .... über den Viehrost .... durch das trockene Flussbett ... über den nächsten Viehrost ... durch den nächsten trockenen Fluss ...

Na, wo denn, wie denn, was denn .....

Das Land ist sehr flach. Mit viel gutem Willen erkennt man ab und zu einen, auf der Karte angegebenen Hügel (Fort Hill, Tower Hill …), ansonsten einfach nichts ... nur dürres, gelbes Gras und ein paar grasende Rinder und Schafe.
Alle hoffen auf den, für das Wochenende angesagte Regen ...


Im laufe des Nachmittags erreichen wir die Pferde Rennbahn von Kooroorinya.

 

 

 

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Last updated: Tuesday, 13.03.2012 3:39 PM


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