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Australien 2007

Kooroorinya, an den Oakley Amateur Picnic Pferderennen

Routen Details

Datum
10. Mai - 13. Mai 2007
Route
Kooroorinya
PDF




Routenplan (Klicken zur Grossanzeige in separatem Fenster)

Am Nachmittag des 10. Mai 2007 fahren wir in den Kooroorinya Camp Ground ein.
Da wir unterwegs hierher niemand anderen angetroffen haben, wissen wir nicht so recht was wir zu erwarten haben; niemand? 20 Leute? 200 Leute? Sind wir die einzigen Externen?
Glücklicherweise sehen wir gleich bei der Einfahrt Cam bei einer Gruppe Leute stehen.

Cam zeigt uns wo sie stehen und bittet uns den OKA doch gleich neben den "Tindall"-Zelten aufzustellen
Sie haben zwei Zelte aufgebaut, eines für Sharon und Cam, das zweite für die Jungen, Ross, Paul und Scott.

Die meisten der, in den Rennen mitwirkenden Familien, kommen bereits seit vielen Jahren hierher.
Traditionellerweise stellen sie ihre Zelte immer am gleichen Ort auf. Darum sind an diesen Plätzen auch Betonböden und permanente Zeltstangen angebracht.
Der Platz hinter den Tindall-Zelten war bis anhin von seinen Eltern belegt worden, aber sie kommen seit ihrer Pensionierung nicht mehr jedes Jahr an die Rennen.

Einige Familien haben sogar kleine Blechhütten aufgebaut in denen sie währen der Renntage leben.
Die Zelte und einiges an Möbeln wird durch das Jahr hindurch in einer grösseren Halle zwischengelagert, der Bettinhalt und weitere Gegenstände werden jedes Jahr hergebracht und nach den Rennen wieder mitgenommen.
Es wird von allen mit viel Enthusiasmus ein riesiger Aufwand betrieben, vor allem wenn man bedenkt, dass alles nur ein einziges Wochenende pro Jahr gebraucht wird. Es zeigt aber auch die Wichtigkeit der Veranstaltung in jedermanns Agenda.

Als erstes muss die Stromleitung repariert werden. Da sie wissen, dass die Installationen nicht immer im besten Zustand sind, wird mit 110V~ gearbeitet. Diese Spannung sei im Allgemeinen ungefährlich .....
Ein lokales Mitglied ist dieses Jahr mit einem höheren Lastwagen gekommen und hat die Leitung heruntergerissen.
Den Reparaturen der Leitung nach zu Urteilen, ist dies nicht das erste Mal passiert.


Ross, Ruedi und Cam arbeiten zusammen; Ross klettert auf ihren Pferdetransporter, Ruedi steuert das Kabel zur Reparatur bei und Cam ist der Manager der Operation.
Unsere Werkzeuge sind sehr begeht, der Hammer zum Einschlagen von Heringen, das SwissTool zum bearbeiten der Kabel u.s.w.

Darauf nimmt uns Cam auf eine Tour durch das Camp mit und stellt uns vielen seiner Freunde vor.

Das Wasser für Dusche und Toilette, wird per Pumpe vom nahen Fluss in einen Wassertank gepumpt.
Ein, mit Holz beheizter, Boiler ("donkey") bringt das Wasser für die Duschen auf Temperatur (man gönnt sich ja sonst nichts ....).

Alles ist mit viel Liebe hergerichtet. In den Toiletten und Duschen sind Blumen, Seifen und alle sonstigen kleinen Notwendigkeiten, bereitgestellt.
Alles ist sauber und funktioniert.
Man sieht, dass der Ort gepflegt und die Traditionen hochgehalten und von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Wir machen Bekanntschaft mit dem Herrn, welcher für die konstante Befeuerung des Boilers und das fliessende Wasser verantwortlich ist.
Er erzählt, dass er das Feuer schon vor geraumer Zeit angezündet habe.
Als er nach geraumer Zeit in seinen Caravan zurückgekommen sei, hätte der Strom nicht mehr funktioniert, was ihn im Moment nicht störte, da er ja die Hände auch für einmal im Dunkeln waschen könne. Aber Wasser sei auch keines mehr geflossen.


Erstaunt sei er nach draussen gegangen und hätte dann gesehen, dass auf der Hinterseite des Caravans alles Gras bis zu den Rädern verbrannt sei.
Ein Funken der Boilerheizung muss das Gras in Brand gesetzt haben.
Er hat viel Glück gehabt. Wahrscheinlich hat das Feuer erst das Kabel durchgeschmort, dann die Wasserleitung, aber diese hat dann auch gleich das Feuer gelöscht. Ohne die geborstene Wasserleitung wäre der Caravan höchstwahrscheinlich abgebrannt.

Wir gehen weiter zu den Pferdekoppeln.
Alle Pferde am Start sind ehemalige, teils sehr gute, Rennpferde.
Rennpferde werden normalerweise mit Haber, oder anderen Kornarten gefüttert. An diesem sogenannten "Amateur Picnic Race" sind nur Pferde zugelassen welche mit Heu und Grass gefüttert werden.
Ein Pferd braucht etwa 2 Jahre, bis sich sein Metabolismus umgestellt hat, und es wieder fit genug für die Rennen ist.
Auch sind die gelaufenen Distanzen an den Rennen den Gegebenheiten der Pferde angepasst und betragen lediglich zwischen 800 und 1600 m.
Ebenso beträgt das Mindestgewicht des Jockeys mitsamt Sattel und Ausrüstung mindestens 72 kg, um es auch normalen, lokalen Reitern zu ermöglichen, die Pferde an den Rennen zu reiten.

Hier treffen wir auch auf Sam Brown.
Sam ist von der "Lammemoor" Station. Sein Vater hat das Land, auf dem die Rennen seit 1930 abgehalten werden, gestiftet.

Sam ist der Starter der Rennen und lädt uns ein Morgen mit ihm an den Start mitzukommen, so dass wir auch mitbekommen was dort abgeht.
Wir sind begeistert, weil wir damit die Chance bekommen auch hinter die Szene zu sehen.

Wir fragen ihn nach der Bedeutung der Glocke in seiner Hand. Er meint die werde Morgen gebraucht.
Der jeweils gewinnende Jockey müsse sich nach dem Rennen nochmals, inklusive seines Sattels und der ganzen Ausrüstung, wägen lassen.
Das Läuten der Glocke bestätige den Zuschauern die Richtigkeit des Rennens und somit den Sieg.

Ebenfalls trägt er die Fahnen mit, welche auf dem Turm der Rennleitung montiert werden müssen.

Obwohl Sam recht gross und stämmig ist, ist er doch zu klein um die Flaggen am Mast zu befestigen.
Ruedi hilft ihm die Leiter ins erste Stockwerk zu bringen. Dann hält er ihm die Leiter, so dass er seine Fahnen montieren kann (Ruedi meint, er hätte da oben auf der Leiter vor Angst die Hosen voll gehabt).
Die Versicherung wäre wahrscheinlich von der ganzen Operation auch nicht eben begeistert gewesen; aber alles geht gut und schon bald weht stolz die Australische Flagge im abendlichen Wind.

Die Australier hier draussen sind sehr stolz auf die schönen Sonnenuntergänge - mit Recht wie man sieht!

Als Susi auf das WC geht stellt sie fest, dass eine der Toiletten nicht richtig spült. Sie allarmiert Sam, der sich John Teakle, den diesjährigen Präsidenten des Rennkomitees, schnappt, um die Sache näher anzuschauen.
Als die Männer den Deckel des Wassertanks entfernen hüpfen zwei erschrockene grüne Fröschchen weg.
Der Fluss des Wassers in den Tank ist in Ordnung, also nimmt John kurzerhand das Rohr zwischen Wassertank und WC-Schüssel heraus und findet dort auch schon die Ursache des Übels: ein grosser Frosch, der über das Jahr friedlich im Wassertank gelebt hatte, muss bei diesem vielen Spülen im Tank ertrunken sein und in das Rohr geschwemmt worden sein, womit natürlich das Wasser nicht mehr frei fliessen konnte.
Die beiden Männer amüsieren sich ab Susis etwas entgeisterten Blick ab der "Wasserleiche". So ist das Landleben! Es hätte schlimmer sein können, es hätte eine Schlange gewesen sein können....

In der grossen Halle wird das Nachtessen serviert.
"Robbo's Catering" fährt gutes Essen auf.

Für einige der Jungen, ist trinken die geplante Hauptbeschäftigung und die Party beginnt an der Bar.
Nachts hören wir Ross, wie er Paul ins Zelt befördert. Darauf fahren sie mit einem der LandCruiser ausserhalb des Zeltplatzes um mit etwas Musik weiter festen zu können ...

Am Freitagmorgen sind alle Wolken verschwunden und es beginnt ein herrlicher, sonniger Tag.
Es ist Zeit uns im Camp umzusehen.


Immer noch kommen Leute an, stellen ihre zelte auf und bringen Pferde zu den Koppeln.

Einige zusätzliche, elektrische Leitungen sind ebenfalls gezogen worden, darunter sehr vertrauenerweckende ....

Bei soviel interessantem bleibt nicht viel Zeit übrig um Emails zu beantworten.
Schliesslich wollen wir ja nichts verpassen!

Wir gehen zur grossen Halle, studieren die Geschichte der Oakley Amateur Picnic Races und schauen uns die Dekoration an.

Ein lokaler Künstler malt die Dekoration der Esshalle ...

... Pferde, aus den verschiedensten Materialien, wurden, meist von Kindern, hergestellt ....

... der Gabentisch ist gut bestückt.
Wieder sind wir begeistert, mit wie viel Sorgfalt alles hergerichtet ist.
Gut gemacht!

Auch die Geschichte des Klubs ist beeindruckend.
Dieses Jahr (2007) feiert die Oakley Amateur Picnic Race Club Inc. ihr 90ig-järiges Bestehen!

Der Klub wurde 1917, als Resultat einer Sitzung auf Spring Hill Viehschau, gegründet und wurde am 15. September des gleichen Jahres offiziell registriert.
Das erste Rennen wurde in der Nähe von Nooracoo Waterhole auf “Shirley” abgehalten.


Im darauffolgenden Jahr wechselte der Klub nach Ewan Plains und die Rennen wurden bis 1929 dort abgehalten.
Das Rennbuch von damals ist immer noch vorhanden.

Dann wurde der Klub nach Kooroorinya, dem aktuellen Ort der klubeigenen Rennbahn, verlegt, was etwa 60 km südlich von Prairie an der Prairie - Muttaburra Road ist..

Die Liste der abgehaltenen Veranstaltungen zeigt, dass während Dürrejahren, während der Depression und ebenfalls während der Kriegsjahre keine Rennen durchgeführt wurden.

Die Photo zeigt die Koororinya Fälle am Tower Hill Creek, welche sich auf dem Original-Grundstück von “Lamamoor” befinden, das von Robert Christison in den 1860-er Jahren übernommen wurde.
Ein Auszug aus dem Buch “Christison of Lamamoor”:
"Christison erzählte vom Aboriginal Name einer noblen Kette von Wasserlöchern, welche den Kopf des Tower Hill Creeks bildet, die Wasserfälle - Kooroorinya, wie das Röhren des Fluten bei Hochwasser".

Es wird angenommen, dass diese Photos während des ersten Rennens, welches hier 1930 abgehalten wurde, aufgenommen wurden.
Wegen des Regens dauerte das damalige Rennen nur einen Tag.

Der folgende humoristische Text wurde auch gezeigt.
Er ist so gut wie es uns möglich ist übersetzt.

 

ANONYMER BEITRAG ODER HISTORISCHE TATSACHE?????
STAMMESLEGENDE!!!!!

Traditionsgemäss werden Stammeslegenden von Generation zu Generation mündlich bei Zeremonien am Lagerfeuer weiter gegeben.
Was ist sonst noch neu!!!
Lasst mich versuchen diese Legende weiter zu geben. Es ist nicht Absicht jemanden zu beleidigen oder blosszustellen.

Dies geschah zur Urzeiten in Kooroorinya, als Frauen noch reserviert waren und Rückgrat hatten, als Röcke nie vom Boden gehoben wurden und Männer noch höflich und ehrenhaft waren.
Eine Gruppe Mitglieder war am Freitagmorgen bei den Pferdekoppeln versammelt, um die Pferde zu besichtigen, deren Zustand und Form zu diskutieren, usw., wie sie es heute noch machen.

Unter ihnen war Bert Harrington von Ewen Plains, liebevoll "Bull" genannt, eine starke Persönlichkeit und geborener Rebell. Es begab sich, dass "Bull" mit Genuss Wind liess, sei es absichtlich oder unabsichtlich geschehen, ich bezweifle, dass es ihn auf irgendeine Weise beunruhigt hat.
Zur selben Zeit und Platz und in Hörweite befand sich unglücklicherweise eine Gruppe von wohlerzogenen Damen, welche von George Bardon von Lammermoor, mit Bestimmtheit ein höflicher und ehrenhafter Mann, begleitet wurden.

Totenstille folgte. Um seine tödliche Verlegenheit zu verdecken verlangte Herr Bardon laut und wichtigtuerisch, "Bull" solle sich sofort für sein ungehobeltes Verhalten entschuldigen, wurde aber von "Bull" klipp und klar darauf hingewiesen, er soll doch dorthin gehen, wo der Pfeffer wachse.

Innert Sekunden waren die Fronten abgesteckt. Vor nicht allzu vielen Jahren wäre jetzt ein Duell arrangiert worden, um diese Ehrensache zu bereinigen. Es wurde mir gesagt, sie hätten abgemacht, sich auf der gemeinsame Grenze zu treffen, um die Sache ein für alle Male zu erledigen, indem sie schauen wollten, wer den anderen schneller weichklopfen kann, wobei ich nicht sicher bin, ob dies jemals zustande kam.

Auf jeden Fall wurde der Vorfall während dem Rennen in weiten Kreisen diskutiert und das Lager war wegen dieser Angelegenheit klar in zwei Fronten gespalten. Es war damals wie heute Brauch, dass wichtige Sachen, welche den Club betreffen, an der jährlichen Generalversammlung, welche immer am Sonntag nach den Rennen statt fand, diskutiert und demokratisch entschieden wurden.

Die Versammlung ging vorbei und keine der beiden Seiten, vermutlich noch durch Alkoholkonsum ein bisschen aufgewiegelt, zeigte sich zu irgendeinem Kompromiss bereit. Die Diskussion tobte lange und laut, keine der beiden Seiten gab einen Millimeter nach. Irgendwann wurde George Walker, seines Zeichens leitendes Mitglied des Clubs und bekannt für seinen gesunden Humor, der Sache müde und er stand auf, um die versammelte Gemeinschaft zu adressieren. Seine eröffnenden Worte waren "Es sieht fast so aus, als ob unser geschätzter Club wegen etwas heisser Luft in Gefahr geraten ist." Brüllendes Gelächter brach aus und ohne Zweifel wurde die sehr gespannte Lage etwas gelöst. Georges nächste Bemerkung war dann "Und wie lange bitte soll das noch so weitergehen?" Und um alle noch etwas zu betonen wiederholte er "Wie lange!".
Ein junges und respektloses Mitglied des Clubs, Benn Brown, wurde durch Georges lautem Ausbruch aus seinem kurzen Alkoholschläfchen geweckt und kommentierte das Geschehen gerade so laut, dass alle Anwesenden es eben noch hören konnten, mit den Worten "So lange wie ein Mann ein Loch im Hintern hat!!!". Zu dem Zeitpunkt geriet die Sitzung völlig ausser Rand und Band und die ganze aufgeblasen Sache wurde entschärft.

Obwohl George Bardon der nächste Bewohner zu Kooroorinya ist, hat weder er noch ein Mitglied seiner Familie jemals wieder einen Fuss auf den Boden der Rennbahn gesetzt.
Wahnsinn, was gewisse Leute gewillt sind im Namen der Ehre aufzugeben.

Das Motto der Rennen in Kooroorinya (ist zwar nicht genau übersetzbar) lautet: "Wir sind nicht lange Zeit hier, aber wir sind hier um eine gute Zeit zu haben!!"
"We're not here for a LONG time, BUT we are here for a GOOD TIME!!"

Wir gehen zu den Koppeln.
Ein Hufschmied bietet seine Dienste an und einige Pferde bekommen noch neue Hufe.

Auch dieser Hengst hat, wenn auch etwas andere, Dienste anzubieten ...

Das erste Rennen soll um 10:30 gestartet werden, da ist noch Vieles vorzubereiten.

Hier werden die Pferde für die Rennen registriert.
Die Sekretärin trägt einen interessanten Hut.

Es gibt verschiedene Typen von Rennen, für welche man seine Pferde anmelden kann:
- Jungfernrennen (Pferde welche hier noch nie gewonnen haben) über 800 m
- Pferde mit höchstens 2 Siegen über 800 m
- Offene Rennen über 800, 1000, 1400 m
- Pferde mit höchstens 4 Siegen über 1000 und 1200 m
Die Trainer und Eigentümer haben die Aufgabe, zu bestimmen welches Pferd in welcher Rennkategorie die besten Gewinnchancen hat.

Auch das Wettbüro macht sich für die Kundschaft bereit. Jede Wette auf ein Pferd kostet 1 Dollar.
Die Damen tragen raffinierte Hüte.


An der Anschlagtafel werden die Startlisten publiziert. Jedermann schreibt die Details in sein Rennbuch.
Auch Sam braucht eine aktuelle Liste, da er prüfen muss, ob die richtigen Pferde am Start sind.

Die Zuschauer beginnen sich am Ziel einzufinden, viele schön angezogen und mit den raffiniertesten Hüten.
Uns wird aber gesagt, der grosse Tag sei eigentlich erst Morgen Samstag!

Auch viele Kinder sind speziell angezogen und sind mit dem Wetten beschäftigt ....

Es gibt über den Tag verteilt viele Aktivitäten für die Kinder.
Einige sind zwar nicht so beeindruckt und bleiben lieber in ihren Kinderwagen ...

Auch die Mannschaft auf dem Rennturm ist bereit, der Spreche informiert über alles Wichtige und wird natürlich die Rennen kommentieren.

Auch die Rennbegleiter und die Ambulanz sind bereit.
Die Rennbegleiter werden zusammen mit den Rennpferden zum Start gehen und dort mithelfen.
Die Ambulanz fährt während des Rennens hinter den Pferden her um im Falle eines Umfalls sofort zur Stelle zu sein.

Rennen 1 ist das Jungfernrennen. 4 Pferde stehen am Start.

Sam ist standesgemäss angezogen und bereit für seine Aufgabe.

Sam hat sicherzustellen, dass am Start alles richtig abläuft und den Regeln eines "fliegenden" Starts entspricht.
Die Pferde müssen sich etwa 10 - 20 m hinter der Startlinie, in der richtigen Reihenfolge, in einer Reihe aufstellen.
Dann laufen sie, möglichst alle gleichschnell, in Richtung Startlinie.
Nur wenn alle Pferde (mehr oder weniger) gleichauf sind, der Starter seine Flagge senkt und "GO" schreit, ist das Rennen freigegeben.
Sonst geht das ganze Prozedere wieder von vorne los.
Das Rennen wird dann gestartet sobald möglichst alle Pferde gleich auf sind und nicht unbedingt an der Startlinie.

Die Arbeit an der Startlinie wird von der Rennleitung auf dem Turm und vom anwesenden Publikum per Fernglas natürlich genauestens überwacht.

Cam bereitet "Kalinga Parker" für das Jungfernrennen vor.
Da die Farbe des Tindall Jockeys violett mit einem grünen Helm ist, hat Cam für die Pferde extra entsprechendes Saumzeug gekauft.

"Kalinga Parker" hat in Kooroorinya noch nie ein Rennen gewonnen und startet zusammen mit drei anderen Pferden über 800 m.
Es beendet das Rennen auf Platz 3. Morgen wird es eine weitere Chance erhalten.

Das 2. Rennen ist für Pferde bestimmt, welche hier maximal 2 Rennen gewonnen haben.
Ross und Cam lassen "Tingos Return" starten.
Das Pferd ist nervös gehorcht schlecht. Sharon meint, es werde keinen guten Platz erreichen.

Nach dem Aufzäumen werden die Pferde dem interessierten Publikum vorgeführt, so dass sie sich ihre Meinung bilden können und wissen auf welches Pferd sie ihr Geld setzten wollen.
Es ist lustig den Frauen zu zusehen, wenn sie in ihren schönen Kleidern und Schuhen die Pferde zur Begutachtung durch den Staub und Dreck führen.

Susi fährt mit Sam wieder an den Start.
Mit 8 Pferden am Start wird es schwierig sein eine geordnete Linie hinzukriegen.
"Tingos Return" ist so nervös, dass es prompt einen Fehlstart generiert.
Als das Rennen schlussendlich gestartet wird, verpasst "Tingos Return" den Start komplett.
Obwohl es schlussendlich auf den 800 Metern viel vom verlorenen Terrain wieder gut macht, hat es natürlich keine Chance auch noch das Feld aufzurollen.
Sharon ist der Meinung, sie sollten das Pferd am Sonntag über eine längere Distanz starten lassen, so dass das Pferd im Wiederholungsfall mehr Zeit hätte die anderen aufzuholen.

Nach diesem Rennen ist Mittagessen angesagt und somit verschiebt sich die Aktivität in Richtung Bar und Essraum.

Während des mittäglichen Unterbruchs ist "Calcutta" angesagt.
Vorgängig wird ein Rennen als Calcuttarennen bestimmt. Alle Pferde dieses Rennens nehmen an einer Versteigerung teil.
Währen des Essens werden Lose verkauft. Auf den Losen steht jeweils der Name eines dieser Pferde.
Darauf kann der Wettwert eines jeden Pferdes von jedermann ersteigert werden. Dabei bezahlen diejenigen welche ein Los des Pferdes haben nur die Hälfte des eingesetzten Betrages (sollten sie die Steigerung gewinnen). Das steigert natürlich den Einsatz der anderen Mitbietenden enorm.
Der Gewinner des ersteigerten Pferdes, bekommt einen gewissen Prozentsatz des von der Ersteigerung aller Pferde erwirtschafteten Geldes, sofern sein Pferd gewinnt.
Wir haben das ganze nicht so recht kapiert obwohl wir uns das ganze von verschiedenen Leuten haben erklären lassen. Auch haben wir gemerkt, dass auch viele lokale keine Ahnung haben was da wirklich abgeht. Wie auch immer - es ist auch nur schon lustig dem ganzen treiben zuzusehen.

Auch waren wir beeindruckt von der Sprachgewandtheit und Geschwindigkeit des Steigerungsleiters während des "Calcuttas".
Für eine Hörprobe hier klicken (Dateityp: .wmv, Grösse: 592 KB).

Das erste Rennen des Nachmittags ist der Kooroorinya Cup, ein offenes Rennen über 1400 m. Es ist das prestigeträchtigste Rennen des Wochenendes und wird auch "der grosse Cup" genannt.
Alle Tindall "Boys" sind zum aufzäumen von "A Promise" anwesend.
"A Promise" müsste eigentlich gewinnen .... wird aber nur zweiter ....

Im nächsten Rennen startet kein Tindall Pferd.
Aber im nächsten offenen Rennen über 1000 m , dem "kleinen Cup", startet "House of Horrors" ... und gewinnt!

Sie sind alle sehr Stolz .... gut gemacht!!
(... und auch wir sind mächtig stolz ... da wir ja mit Tindalls an diesem Rennen sind hat auch "unser Pferd" gewonnen. Yeah, yeah, yeah!!!)
Hier klicken um Rennkommentator Sharon zu hören :-))) .... (Dateityp: .wmv, Grösse: 873 KB).

Irgendwie müssen die Pferde gemerkt haben, dass ihnen "House of Horrors" für heute die Show gestohlen hat.
"Kalinga Town" kommt auf den 5. Platz und "Kalinga Tash" wird 3-ter.
Aber das alles zählt nicht mehr. Die Ehre ist gerettet und das ist genug Grund um am Abend zu feiern.

Abgeschlossen wird der erste Renntag durch eine Show akrobatische Künste auf Motorrädern, vorgeführt von 3 jungen Männern.

Später dürfen wir mithelfen die Pferde zum grasen zu führen.
Für uns ist es ein schönes Gefühl, mit den anderen hier sein zu können, die Pferde führen zu dürfen - einfach dabei sein zu können.
Wir sind stolz hier sein zu dürfen und das alles erleben zu können.

Cam erscheint mit einem Kübel voll kalten Bierflaschen und einem Brett voll Cola'n'Rum' Bechern.
Nachdem alle serviert sind, setzt er sich auf seinen Kübel und schaut zufrieden seinen Pferden zu ... was für ein grossartiger Tag das war!

Und noch ein weiterer schöner Sonnenuntergang in diesem grossen und offenen Outback von Queensland.
Was für ein Leben!

In der Warteschlange für das Nachtessen zeigt uns Ross, dass alle Männer ihre Hüte auf der Fensterklappe deponiert haben.
Warum?
Na ja, es ziemt sich für Gentleman nicht, in einem Raum mit vielen Damen, einen Hut zu tragen!

Am Freitagabend spielt zur Unterhaltung und zum Tanz die Band "Bindi & The Sneekers" auf.
Auch an der Bar, die bis 4 Uhr in der früh geöffnet ist, herrscht wieder emsiges Treiben .... eine weitere strenge Nacht für die Tindall "Boys" ....

Wir wachen zu einem Tag mit Wolken auf. Als wie verschlafen aus dem Wagen schauen, grüssen uns Sharon und Cam und fragen ob wir Lust hätten mit ihnen wieder die Pferde auf die Weide zu führen ... die Jungen schliefen noch wie die Herrgöttchen?
Was für eine Frage! In weniger als 5 Minuten sind wir bereit.

Wieder geben sie uns die friedlichen Tiere zum führen. Obwohl wir keine Ahnung haben von dem was wir hier tun, fühlen wir uns doch sooooo wichtig hier draussen.
Besser nicht daran denken, was wohl passieren würde, wenn eines der Pferde beschliessen würde, seinen eigenen Weg gehen zu wollen .....

Nach der "Arbeit" haben wir natürlich ein zünftiges Morgenessen verdient ... Eier, Speck, Pfannkuchen, Toast, Saft etc. etc.

Dann gehen wir zu den Wasserfällen, welche nur knapp hundert Meter vom Camp entfernt sind.
Dieses Jahr sind sie trocken. Dank einem sehr kleinen Dam hat es im Staubecken genügend Wasser für den Camping Betrieb.
Wahnsinnig, wenn man diese Bilder mit den Bildern weiter oben vergleicht, wo das Wasser fliesst. ...

Heute ist der Tag wo man sich schön und fantasievoll anzieht. Das ganze ist natürlich inspiriert durch den Melbourne Cup, der bekannt ist für seine extravaganten Kostüme.
Während des Tages werden die am interessantesten angezogenen Leute von einer Jury ausgewählt und am Abend in verschiedenen Kategorien prämiert.

Die Sekretärin übertrifft sich heute wieder selber mit ihrem interessanten Kleid und dem dazupassenden Hut. Ganz Ascott!!

Aber sie ist nicht die einzige; viele andere Damen haben für die Rennen ihre exklusiven Hüte angezogen.

Note:
Die Fliegen sind nicht Teil des ursprünglichen Designs des Hutes ....

... noch mehr Damen ....

... Sharon .... heute mit den schönen Schuhen in der Koppel ....
Sharon meint, es sei eben die einzige Gelegenheit im ganzen Jahr, etwas anderes als Arbeitskleider anzuziehen.

Heute ist der Erwartungsdruck wesentlich höher als gestern.
Die Pferde können nun anhand ihrer gestrigen Leistung beurteilt werden.

Ruedi ist mit der Rennstatistik beschäftigt, was Susi im ersten Rennen eine bessere Gewinnchance beim wetten bringen sollte.
Anhand der Statistik müsste Tindalls "Kalinga Tash" gewinnen, aber Delahuntys "Tornado Gold" ist auch stark.
Um diese Problematik zu lösen, setzt Susi kurzerhand auf beide Pferde ...

Jedermann ist bereit .... Sharon ist voll konzentriert ..... es ist ein Kopf an Kopf Rennen welches schlussendlich von "Abagnale" gewonnen wird, "Kalinga Tash" belegt den 2. Rang.
Susi macht durch den zweiten Platz von "Kalinga Tash" guten Profit ... (über alles etwa + 50 Cents).

Das zweite Rennen ist einfacher. Es ist das Jungfernrennen, aber heute über 1000 Meter.

Da ein Pferd heute in einer anderen Kategorie rennt, sind nur noch zwei Pferde am Start, welche hier noch nie ein Rennen gewonnen haben.
Somit hat Cam und Sharons "Kalinga Parker" eine 50% / 50% Chance zu gewinnen ... und gewinnt das Rennen auch mit grossem Abstand.
Als Susi Sharon fragt, ob sie auf Darr River Station noch ein anderes "jungfräuliches" Pferd hätten, um nächstes Jahr in dieser Kategorie wieder starten zu können, meint Sharon grinsend, sie werden wohl bis dahin wieder eines haben ....

Soweit ist der Tag den Tindalls gut gesinnt gewesen.

Als nächstes ist ein offenes Rennen über 1600 m angesagt. Sharon hätte in diesem Rennen gerne "Tingos Return" laufen gesehen, da es sich, für Grassfresser (Heublumenmotoren), um ein langes Rennen handelt.
Aber Cam entscheidet "A Promise" starten zu lassen.
Ross ist auch verwirrt und bittet Susi auf der Meldetafel zu überprüfen, welches Pferd er aufzuzäumen hätte.

Cam gibt dem Jockey Anweisungen bis wohin er das Pferd zurückhalten soll und ab wann er es voll laufen lassen soll.

Und der Plan geht auf, "A Promise" gewinnt das Rennen mit mehr als 4 Längen Vorsprung!
Die Überraschung ist voll gelungen, die Tindall-Familie erglüht voller Stolz ... selbst die Jungs lassen sich zu einem Siegerfoto hinreissen ....
Super Leistung!

Das nächste Rennen ist ein Rennen für Pferde bestimmt, welche hier maximal 4 Rennen gewonnen haben und geht über 800 m.
Cam has "Tingos Return" für den Start angemeldet und wieder benimmt sich das Pferd daneben, verpasst den Start und kommt als eines der Letzten ans Ziel ... dieses Pferd ist so unberechenbar.
Na ja, es wird nächstes Jahr wieder eine Chance haben.

Dann kommt "das" Rennen, ein offenes Rennen über 1000 m und "House of Horrors" am Start.

Wer wird gewinnen?
Gemäss Ruedis Statistik wird es mit "Bobs County" von Delahunty starte Konkurrenz haben.

Wieder instruiert Cam den Jockey genau wann was zu machen sei. Mal schauen, ob es wieder funktioniert ....

In einem unwahrscheinlichen Schlussspurt kommt "House of Horrors" von hinten, rollt das Feld auf und gewinnt das Rennen mit einer Länge Vorsprung ....
Für Details hier klicken (Dateityp: .wmv, Grösse: 225 KB).

Nun ist es aber wirklich höchste Zeit für einen Drink an der Bar ... Cam, Scott und Paul sehen auf jeden Fall ganz relaxt und zufrieden aus.

Vor dem Speisesaal hat die lokale Schule einen Cappuccino-Stand aufgestellt.
Die Klassenlehrerin hilft ihnen beim Geldverdienen für die Klassenkasse.

Nach dem Mittagessen finden noch 2 Rennen statt.
Tindalls "Kalani Boy" macht es nicht in die Siegerränge, dafür renn "Kalinga Town" auf den dritten Rang.

Ruedis Statistik zeigt klar, wer der gewinnende Stall ist:
1. Tindall mit 4 ersten , 3 zweiten und 2 dritten Plätzen
2. Owens mit 4 ersten, 2 dritten Plätzen
3. Teakle mit 2 ersten, 2 dritten Plätzen.

Am Abend findet dann die Siegerehrung statt.

Ein stolzer Ross und Cam die Geschenke für die Tindall Pferde in Empfang.

Es gibt auch noch eine Ehrung des besten Jockeys.
Es gibt ein Unentschieden zwischen dem Tindall und dem Manwaring Jockey, beide haben gleich viele Rennen gewonnen in den zwei Tagen.
Es wird entschieden beiden die begehrte Reitgerte zu geben.

Dann werden die "Designer Diva", der "Mann des Meetings" und "Die kleine Misst & der kleine Master der Rennbahn" gewählt.

Später spielen dann "Bindi & The Sneekers" wieder auf, es gibt einen Foxtrott und Walzer Wettbewerb .... und an der Bar wird bis in die frühen Morgenstunden gelacht und getrunken ....

Wir entscheiden uns auf die Vergnüglichkeiten zu verzichten und dafür an unseren Bildern zu arbeiten, da wir Cam und Sharon sowie auch Sam und seiner Familie als "danke schön" für dieses herrliche Wochenende eine CD mit den Bildern überreichen möchten.

Am Sonntagmorgen des 13. May 2007 ist Abbauen der Zeltstadt und Aufräumen angesagt.
Wir helfen mit soweit wir können.
Bald hat es nur noch Stapel von Bettstätten, Nachttischchen und Kommoden herumstehen, welche für ein weiters Jahr weggestellt werden .....

Ruedi fragt Sam noch nach Trinkwasser und wird zum Regenwassertank hinter der Küche dirigiert.
Im hohen Grass sieht er die Gefahr nicht und setzt das Vorachse des OKAs bis zum Diff in den weichen Untergrund.
Zum Glück kann er sich mit eigener Kraft wieder freifahren, das wäre eine schöne Blamage gewesen.

Sam lädt uns noch auf "Lammermoor" ein aber wir sagen ab, da wir wieder Losfahren möchten.

Lieber Cam, Sharon und Familie, lieber Sam und Familie und alle ihr wunderbaren Leute an diesem Rennen:
Ganz herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft. Es war sehr schön einen Einblick in solch einen Anlass zu bekommen und diese friedliche Atmosphäre und die netten Leute erleben zu dürfen.

Wir hoffen wieder hier zu sein zum nächsten oder spätesten übernächsten Rennen.
Ruedi's Schwester und Mann werden mit uns für die nächsten 2 Jahre Australien bereisen und dieses Erlebnis ist ein MUSS auf unserer Reiseagenda.

 

 

 

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Last updated: Sunday, 06.06.2010 11:43 AM


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