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Australien 2007

Kooroorinya - Winton - Boulia - Alice Springs

Routen Details

Datum
13. - 21. Mai 2007
Route
Kooroorinya - Winton - Lark Quarry Conservation Park - Diamantina National Park - Boulia - Donohue Highway - Plenty Highway - Alice Springs
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Routenplan (Klicken zur Grossanzeige in separatem Fenster)

Am Sonntag den 13. Mai 2007 verlassen wir Kooroorinya wieder

Wir reisen süd-westlich, Richtung Winton; alles auf kleinen Tracks den Stations entlang.

Nach einer Weile verschwinden auch die kleinsten Hügel und das Land wird flach - unglaublich flach.
So weit man sieht nur flach; die Sicht auf den Horizont wird nur durch ganz wenige Bäume unterbrochen.

Ruedi bemerkt, dass die rechte vordere Bremse nicht richtig funktioniert.
Der OKA zieht stark nach links, was starkes bremsen auf den Naturstrassen recht schwierig macht.
Wenn er beim bremsen nicht gegensteuert, ist das Risiko gross, dass er den Wagen überrollt.
Das werden wir in Alice Springs überprüfen lassen müssen.

Wir sehen viele sehr junge Kälber; die Brahman gebären zurzeit offensichtlich ihre Jungen.
Wir fahren an einer Kuh vorbei, deren Kalb wahrscheinlich erst einige Minuten alt ist. Es liegt auf der Strasse und versucht, als wir näher kommen, eben ein erstes Mal aufzustehen. Der Platz ist von der Geburt her noch ganz feucht.
Es hat auch viele Lämmer.
Es ist das erste Mal, dass wir Schafe und Rinder im gleichen Weidebereich sehen.

Wir übernachten ausserhalb von Winton.
Wir freuen uns, dass wir hier mit unserem NextG Modem Internet Zugriff haben.

Da wir bereits seit Tagen (seit Longreach) unterwegs sind, ohne einkaufen zu können, geht Ruedis bevorzugtes Getränk, frische Milch, zur Neige.
Unterdessen sind wir aber längst Könner im zubereiten von "frischer Milch" aus Milchpulver.
Wir ziehen gut gemischte Pulvermilch der uperisierten Milch sogar vor.

Am Montagmorgen gehen wir nach Winton um Kleider zu waschen. Da die Maschinen nur Ein-Dollar Stücke akzeptieren, gehen uns die Münzen beim Trocknen im Tumbler aus. Da die Post auch keine hat und die Bank bereits geschlossen hat, haben wir keine andere Wahl, als die Wäsche nass einzupacken, aus der Stadt zu fahren und dann die Wäsche an der Leine am OKA aufzuhängen.

Bei einer Aussentemperatur von beinahe 34°C, lediglich 40% Luftfeuchtigkeit und leichtem Wind, erledigt das Mutter Natur für uns aber innert kürzester Zeit.

Schon nach dem Mittagessen fahren wir weiter zur Rangerstation des Bladensburg National Park um Informationen über den Park zu bekommen.
Der Ranger erklärt, das Spezielle an diesem Park sei, dass er an der Grenze zwischen den flachen Mitchell-Grass Ebenen und den Bergen läge. Auch sei er (der Park, nicht der Ranger!) Heimat der gefährdeten "Julia Creek Dunnart", einem einer Maus ähnlichen Beuteltier.

Er (diesmal der Ranger) empfiehlt uns den Scrammy Lookout anzusehen, was sich auch lohnt.

Die Sage erzählt, dass Reiter welche die Grenzen von Stations kontrollierten, manchmal nicht zu den Stations zurückkehrten und zu Einsiedlern wurden. Diese wurden "Hatters" genannt.
Einer dieser Einsiedler war Scrammy Jack, welcher seinen Namen bekam, nachdem seine rechte Hand von einem Wagenrad zermalmt wurde.
"Scrammy" ist ein alter Englischer Ausdruck für "linkshändig".
Danach verlassen wir vorerst den Park und übernachten in einem Steinbruch.

Nach einer warmen Nacht mit 20.6°C haben wir am Dienstagmorgen viel zu tun. Susi verarbeitet die vielen geschossenen Photos der letzten Zeit. Ruedi kämpft mit der Fettpresse und schwört dabei alle Heiligen vom Himmel .... #!"&?*$%

Erst nach dem Mittagessen fahren wir weiter durch den Bladensburg NP und stoppen an den Logan Falls.
Mit Wasser müssen sie interessant sein, aber ohne bleibt einem nur die Vorstellung davon.
Dem Dragon scheint das trockene Wetter egal zu sein.

Nach dem Park zweigen wir rechts in die Nareen – Jump-up Road ab um alsbald ein angeschriebenes, abgeschlossenes Gatter vorzufinden das einem in unmissverständlichen Worten klar macht, dass dieser Track ein Privatweg sei. Komisch.
Cam hat uns gesagt, dass alle auf den offiziellen Karten eingezeichneten Wege, sofern nichts anderes vermerkt ist, vom Staat gewartet werden und öffentlich zugänglich sind.
Die Strasse durch die Colston Station ist aber im Hema Road Atlas nicht als Privatstrasse eingezeichnet.
Da wir aber keine Lust auf "nette Bekanntschaft" und ebensolche Diskussionen haben, drehen wir um und folgen auf unserem bisherigen Track weiter nach Süden.
Notiz: Auf der “Great Desert Tracks” Karte von Hema ist die Strasse als Privat eingezeichnet ... aha, manchmal sollte man eben früher auf die detailliertere Karte wechseln.

Die Allen Range hinter uns lassend, wird die Gegend wieder flach - endlos flach. Sie verschwindet in den Hitzespiegelungen.
Lediglich einige Bäume, etwas Vieh und diverse Viehroste und Gatter bringen Abwechslung in die Landschaft. Hier draussen ist es brutal trocken.

Einige Keilschwanz-Adler kreisen in der Nähe.
In dieser Gegend von Queensland sind nicht viele Adler übrig geblieben, da sie gejagt wurden. Es gab sogar eine Zeit, da wurde für jedes Klauenpaar eine Prämie gezahlt.
Die Farmer erzählten uns, dass die Adler sogar Lämmer stehlen.
Sie packen die Tiere, und lassen sie dann aus 20m Höhe auf die Erde fallen um sie zu töten. Wenn das Lamm nach dem Aufschlag nochmals etwas hoch geschleudert wird, packen sie es in der Luft und fliegen damit in ihr Nest.
Sie benötigen zur Fütterung ihres Nachwuchses täglich 2 Lämmer ... Es wird sogar erzählt, die Adler nähmen sogar frisch geborene Kälber mit, was wir allerdings etwas anzweifeln.

Wir zweigen in die Stock Route ab und drehen nach Nordwest.
Die Landschaft wechselt. Die Erde ist jetzt rot und es hat viele Bäume.


es scheint, als ob einige Passagen durch die Creeks den Passanten während der letzten Regenzeit Probleme bereitet hätten.
Dieser Creek hat eine zusätzliche Ausweichroute aus Baumstämmen und Ästen.

Von Zeit zu Zeit durchfahren wir Bereiche wo nichts zu wachsen scheint; sogar die Bäume sind vertrocknet und abgestorben.
Auch eine Kuh finden wir, welche es nicht mehr geschafft hat ...
Dies passiert meistens, wenn das Vieh von einer Weide zur anderen getrieben wird und das Gatter hinter der Herde geschlossen wird.
Wenn ein Tier übersehen wird, verdurstet es unweigerlich.
Die Kuh ist nicht verwest, sie trocknet an der Sonne einfach aus ...


Auch lernt man schnell beim Anhalten vor einem geschlossenen Gatter erst einmal die Fenster hochzukurbeln und zu warten bis sich die selbst generierte Staubwolke verzogen hat.

Beim erreichen der Winton – Jundah Road drehen wir nach Süden in Richtung der Tully Range, wo sich der Lark Quarry Conservation Park befindet und wo wir die bekannte Dinosaurier "stampede" gefunden wurde. (Stampede = wilde, panikartige Flucht)
Wir übernachten wenige Kilometer zuvor bei der Abzweigung.
Ruedi modifiziert am Abend noch die Batteriedeckel der Aufbaubatterien. Diese müssen das Säuregas in Kunststoffschläuche abgeben welche dieses ins Freie führen..
Ursprünglich wurden Aluminiumröhrchen zum Anschluss der Schläuche verwendet, aber das Alu korrodiert und die Röhrchen verstopfen. Somit wird das Gas in den geschlossenen Batterieraum gedrückt. Da in der Nähe Ventilatoren drehen, könnte bei genügend hoher Gaskonzentration ein Funken die ganze Batterie zum explodieren bringen.
Ruedi ersetzt die Aluröhrchen durch solche aus Messing.
Da die Röhrchen mit Sikaflex eingeklebt werden und dieses erst trocknen muss, können die Deckel über Nacht nicht montiert werden und das Batteriefach muss offen bleiben.

Um 9 Uhr Nachts ist es immer noch schwül, 29°C warm und Wolken hängen am Himmel.
Wie es natürlich kommen muss (sonst hätten wir den ganzen Quark ja nicht geschrieben), beginnt es mitten in der Nacht zu Regnen und Ruedi darf nach draussen um im leichten Regen die Batteriedeckel zu montieren, so dass die Klappe geschlossen werden kann. Kaum ist alles fertig und er wieder drin hört der Regen auch schon wieder auf - Scheissspiel …

Am Morgen fahren wir zum Lark Quarry Conservation Park . retour


Wir werden von "Mozzie" and Margaret begrüsst. Sie sind unsere Führer durch den Park.

Vor rund 95 Millionen Jahren befand sich eine grosse Herde kleiner 2-füssiger Dinosaurier am Ufer eines Sees in einer Waldlichtung um zu trinken.
Die Herde wurde von einem 4 Tonnen schweren, mit scharfen Zähnen bewehrten, fleischfressenden Theropod Dinosaurier angegriffen und floh über dies schlammige Ebene.
Der Schlamm trocknete aus und hat die vielen Spuren dieser Begebenheit konserviert.
Mit der nächsten Flut stieg der Wasserpegel an und die Spuren wurden über die Jahrmillionen mit Sedimenten, welche wiederum versteinerten, zugedeckt.


Dann wechselte das Klima, die Dinosaurier verschwanden und die saftige Umgebung mit ihrem idyllischen See ist heute eine trockene Hügelkette.
Regen erodierte Teile des Gesteins und formte Bachbette, Tafelberge und steile Abhänge.

In den 1960er Jahren zeigte der Viehzüchter Glen Seymour von Winton dem lokalen Experten Peter Knowles, die versteinerten Vogelfuss Abdrücke, welche er auf seiner Farm fand.
In den Jahren 1976-77 legte ein Team Freiwilliger, angeführt von Forschern des Queensland Museum und der University of Queensland während 18 Monaten die Schicht, auf welcher die Spuren dieser Flucht verewigt sind, frei.

Statistisches:
Über 210 m2 wurden 60 Tonnen Erde wurden entfernt.
Dabei wurden 3'300 Fussabdrücke freigelegt, photographiert und ausgegossen.

Hitze, Kälte, Wasser, Tiere und Besucher haben den Spuren in den vergangenen Jahren grossen Schaden zugeführt.

2002 wurden die weltweit einzigartigen Ausgrabungen mit einem neuen, klimatisierten Gebäude, welches die Temperatur und die Feuchtigkeit konstant hält, überdacht. Betrieben wird die Anlage mit lokal generiertem Solarstrom.

Unter dem ursprünglichen Gestein sind noch viele Spuren verborgen.

In den Jahren nach den Ausgrabungen wurde im Queensland Museum jeder Abdruck vermessen und beschrieben.
Soweit individuelle Spuren verfolgt werden konnten, wurden Gangart, Schrittlänge und die Lage des Abdrucks vermessen.
Im Ganzen wurden 150 einzelne Dinosaurierspuren kartographisiert.

Aus den gewonnenen Daten und durch das Vergleichen mit anderen Dinosaurier-Skeletten konnte errechnet werden, wie schnell sich die Tiere bewegt haben müssen.
Aus all dem errechneten, konnten die Forscher den genauen Ablauf des Ereignisses rekonstruieren.

Warum wissen die Forscher, dass es eine Stampede (panikartige Flucht) war?


Die Spur des grossen Theropods zeigt, dass er erst langsam der Schlammebene entlang ging.
Plötzlich änderte er seine Richtung und rannte rasch Richtung See.

Daraus kann man schliessen. dass er in diesem Moment die Herde sah und diese angriff.


Die kleinen Dinosaurier flohen alle zur selben Zeit, in dieselbe Richtung zurück über die Schlammebene.
Ihre Spuren kreuzen die des Theropod.
Ob einer erwischt wurde ist nicht mit Sicherheit zu beantworten, da der Bereich des Ufers weg erodiert wurde.
Aber man weiss, dass sie um ihr Leben rannten.


Wir fahren weiter westwärts und nehmen die Cork – Jundah Road Richtung Diamantina.
Schön ist der Blick auf die Tully Range.

Dann wird das Land wieder flach.
Auf den Weiden ist kein Futter mehr übrig; alles Grass ist von den Rindern und Schafen weggefressen worden ...
Bei der Muellers Ranges sieht man die Erosion des Bodens gut.

Kurz vor Old Cork sehen wir die ersten Sanddünen.
Das Flussbett des Diamantina River ist breit.
Wir versuchen uns vorzustellen, wie es wohl aussieht, wenn hier wieder einmal Wasser fliesst.

Die Nisbet Range mit ihren roten und weissen Abhängen zieht nun unsere Blicke an.
Auch die Mayne Range hat interessante Formationen, richtige Tafelberge.

Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen gleich ausserhalb des Diamantina National Parks und bleiben dort über Nacht.
Ruhig ist es zwar, aber es hat zig-tausend freundliche Oskarlis (Fliegen) ....
Der Wind schläft ein und damit wird die Nacht recht schwül. (22.6°C vor Sonnenaufgang).

Am Donnerstagmorgen hängen ein paar Regenwolken am Himmel. Für heute sind für die Region lokale Regenschauer angesagt .....
Wir fahren durch die Mayne Range in den Diamantina National Park.


Bald bleiben die Hügel der Range zurück und machen Platz für flache, sandige und trockene Flächen.
Wir sehen einige Emus.
Wilde Tiere haben die schlechte Angewohnheit, dass sie meist versuchen, auf der Flucht quer vor dem Fahrzeug durchzulaufen anstelle seitlich wegzurennen.
Dieser Emu rennt aber parallel vor dem Wagen. Wenn wir das Tempo beschleunigen, besteht die Gefahr, dass er im letzten Moment vor uns durchrennt und wir ihn überrollen.
Also reduzieren wir das Tempo und passen uns seiner Geschwindigkeit an. Er macht das einige Zeit mit, bis er sich sortiert hat um dann wie erwartet vor uns die Strasse zu kreuzen.
Dem Wild ist immer alles zuzutrauen ...

Wir folgen der Beschilderung zum Janet's Leap Lookout.
Das Tal darunter (Hunters Gorge, Diamantina Gates) überwachsen mit grünen Bäumen und frischem Gras.
Die Zeichen am Ufer des Flusses zeigen klar, dass der Wasserpegel am sinken ist.

In diesem Abschnitt des Diamantina River ist aber ist immer noch recht viel Wasser übrig.

Auf dem Weg zurück zum OKA finden erspäht Susi diese Kreatur .... siehst du sie?
Klicke auf das Bild für die normale Vergrösserung, oder klicke hier für den genauen Bildausschnitt.


Wir fahren zum Green Tank Waterhole, einem künstlichen, 1960 erstellten Damm.
Hier hat es grosse Enten-Schwärme und auch einige Pelikane sind am "chatten".


Auch das nächste Wasserloch, das Warracoota Waterhole, hat noch viel Wasser. Die vielen weissen Kakadus machen einen höllischen Lärm.


Da Regen "in der Luft liegt" beschliessen wir hier zu wenden und auf die Hauptpiste zurückzukehren, anstelle weiter, in die Sanddünen, hinein zu fahren.
Wir haben bereits gemerkt, dass dieser sandige Track sehr glitschig und tief wird, auch wenn er nur wenig Wasser erwischt .....

Weiter geht es nach Boulia. Auf der Strecke sehen wir überraschenderweise viel grünes Gras.
In dieser Gegend scheinen sie mit der Regenmenge mehr Glück gehabt zu haben als in anderen Gebieten, welche wir durchfahren haben.

In Boulia stocken wir Diesel, Wasser und Vorräte, für die Fahrt nach Alice Springs, auf. Wir werden über den Donohue Highway (auf der Queensland Seite) und den Plenty Highway (auf der Northern Territory Seite) dorthin fahren.
Es ist derselbe Highway, nur heisst er in jedem Staat anders. Fragt uns nur nicht warum ....

Wir finden einen netten Nachtplatz ein paar Kilometer ausserhalb Boulia am Anfang des Donohue Highway am Bengeacca Creek.
Wir haben hier draussen sogar Internet Access.
Der Ort hat lediglich etwas viele andere Einwohner .... Fliegen.

Leichter Regen setzt ein …

Mit zunehmender Feuchtigkeit werden die Fliegen immer anhänglicher. Die Schnur an der Fensterklappe sieht lustig aus ....
Einmal mehr sind wir froh um unsere Fliegenschutzgitter.

Während der Nacht regnet es noch etwas mehr.
Am Morgen berichtet ABC Radio, dass die Region rund um Burke die ausgiebigsten Regenfälle seit 7 Jahren bekommen habe.
Auch bekommen wir ein Mail von Marc und Teri Mendelson (eine Bekanntschaft welche wir 2006 machten, als wir in Alice Springs waren und welche wir auch in Perth wieder sahen), in welchem sie schreiben, dass die Strassen rund um Alice Springs schlammig seien und dass sie es eben noch nach Alice geschafft hatten, bevor die Tracks geschlossen wurden.

Die Strassenzustands-Tafel am Anfang des Donohue Highway besagte gestern Abend: “High clearance vehicles only”.
Wir beschliessen, die lokale Polizei nach dem aktuellen Status zu fragen, um sicher zu sein, dass der Status noch der gleiche ist.
Well, er ist es nicht..
Der Donohue & Plenty Highway wurde über Nacht geschlossen und soll das für auch mindestens 2 Tage bleiben.
Also fahren wir zum lokalen Campingplatz, schliessen den Camper am 240V~ Strom an und beginnen an unserer Website zu arbeiten.
Obwohl wir eine starke Solaranlage haben, reicht das bei bedecktem Himmel nicht aus um neben Kühlschrank und Licht 2 PCs über mehrere Tage zu betreiben.
Der Tag bleibt kühl und windig, mit ledig max. 22°C, aber ohne weiteren Regen und auch die Luftfeuchtigkeit fällt wieder auf 45% zurück.

Am Samstagmorgen ist es mit 15.4°C recht frisch, aber die Sonne bricht mehr und mehr durch die Wolken.
Ruedi geht zur lokalen Polizeistation, wo der Status der Strasse angeschlagen ist, und kommt mit der guten Nachricht zurück, dass der Highway ab 8 Uhr wieder offen sei.


Wir fahren nach 9 Uhr los, nur ist der Highway gemäss der Beschilderung immer noch geschlossen.
Hmmm ... was nun?
Wenn man beim befahren einer geschlossenen Strasse erwischt wird und diese dabei Schaden genommen hat, kann das sofort tausende von Dollars kosten, da man die Reparatur zu bezahlen hat. Für Road Trains werden im meist mit mindestens 1000 AUD pro Rad gebüsst (= 12 bis 17 Achsen x 2 Räder x 1000 AUD).
Dank des Satelliten Telefons können wir nochmals bei der Polizei von Boulia nachfragen (die Nummern der meisten Polizeistationen sind in den Hema Karten vermerkt) und ihnen die Diskrepanz melden.
Die Beamtin ist etwas überrascht und muss erst nochmals nach dem Status fragen.
Als wir nach ein paar Minuten wieder zurückrufen erklärt sie uns, dass sie nicht in der Lage sei, die Gemeinde, welche für die Strassen und deren Beschilderung zuständig ist, anzurufen, da am Wochenende nicht gearbeitet werde, aber sie habe mit der ersten Station nach der Grenze zum Northern Territory, gesprochen.
Der Donohue Highway ist mindestens bis zur Grenze offen, aber über den Plenty Highway könne sie keine Aussage machen; es sei bis jetzt noch niemand von Alice bis zur Station gekommen.
Das schlimmste was uns passieren könne, sei, dass wir bei Tobermorey Station aufgehalten würden, bis auch die NT Seite wieder offen sei.
Also fahren wir los.


Das Land hat seine Farbe von einem trockenen gelb in ein leichtes grün gewechselt.
Einige Pflanzen haben eben zu blühen begonnen. In ein oder zwei Tagen werden einige Büsche voll gelber Blumen sein.


Anhand des saftigen Grüns ist anzunehmen dass die Gegend um den Georgina River in den letzten Tagen ziemlich viel Regen erhalten haben muss.

An einem der Viehroste treffen wir auf eine Gruppe Rinder, welche lieber auf die Weide auf unserer Seite wechseln möchte, sich aber nicht über den Rost getraut.
Auf unserer Seite ist ein Gehege mit grösseren Tieren. Es wird heftig hin und her "gemuht".
Es sieht so aus, als ob die Jungen eben von ihren Müttern getrennt wurden, und dass sie nicht begeistert sind, in Zukunft auf ihre tägliche Milchration verzichten zu müssen (Ruedi würde ohne seine tägliche Milch wahrscheinlich auch reklamieren ....).
Es braucht schon eine deutlich Aufforderung mit dem OKA, dass sich die Tiere entschliessen uns passieren zu lassen. Unsere Hupe ist ja bekanntlich so beeindruckend, dass wir sie besser nicht brauchen. Die Viecher würden sich wahrscheinlich totlachen.

Wenn wir den Gitterrost von der anderen Seite angefahren hätten, hätte das schon etwas mehr Aufwand generiert. Wir hätten die Tiere von der anderen Seite her nicht wegjagen können, ohne in Gefahr zu laufen, dass sie versuchten über den Rost zu fliehen, wobei sie sich womöglich die Beine gebrochen hätten.

Bei der Tobermorey Station, kurz nach der Grenze zum Northern Territory, füllen wir vorsichtshalber Diesel nach.
Hier bekamen sie in den letzten Tagen keinen Regen.
Aber von Alice Springs her ist immer noch kein Fahrzeug durchgekommen, so dass sie uns immer noch keine Angaben über den Strassenzustand machen können.
Sie haben aber gehört, dass es speziell in Baustellen Bereichen immer noch Stellen habe in welchem Wasser liege und dass man diese Pfützen teilweise nicht umfahren könne.
Da kein weiterer Regen erwartet wird, entschliessen wir uns weiter zu fahren und zu sehen wie weit wir kommen.


Das land wird immer grüner.
Manchmal sieht es gar nicht mehr nach "Outback" aus, sondern mehr wie ein bewässerter Park.
Das ist schon erstaunlich.


Aber auch der Highway wird rauer.
Wir sehen Brolgas (= Australische Kraniche) und andere Wasservögel, was auf grössere Wassermengen in der näheren Umgebung schliessen lässt.

Ein entgegenkommendes Fahrzeug hält leider nicht an und so wissen wir nicht ob es von Alice Springs kommt oder auf dem Weg dorthin umgedreht hat.

Wieder fahren wir durch flache Landstriche. Die Toko Range ist da schon eine willkommene Abwechslung.
Die Region um den Mt. Guide muss ziemlich Wasser abbekommen haben.
Der Highway ist immer stellenweise noch sehr weich und das umfahren der Stellen gleicht einem Slalomkurs..
Die Furt durch den Algamba Creek währe gestern sicher geschlossen gewesen. Am Strassenrand liegt Wasser und auch die Drainagen sind voll davon.
Auch die Tarlton Range hat einen grünen Schleier.
Wir campieren beim Arthur Creek.

Am Sonntagmorgen ist es 8°C kalt.
Das ist ein rechter Unterschied zu den 22.6°C welche wir noch vor ein paar Tagen vor Sonnenaufgang in der Diamantina Ebene hatten. Vor allem wenn man bedenkt, dass diese nur 500 km östlich liegt.
Drinnen im Camper ist es aber gemütliche 17°C warm und die Sonne wärmt durch die Fenster.
Trotzdem; für Susi ist es Zeit auf die langen Hosen umzustellen - der Winter kommt.

Wieder sind wir auf der Dreckstrasse (sorry, auf dem Plenty Highway), halten aber bald wieder an, um uns einen grossen Bau von Spinifex Termiten anzusehen.
Wenn du das Gefühl hast, das sei ein grosser Bau, dann schau dir diesen an klick hier ...

Wir sind begeistert von der Arbeit dieser Termiten, vor allem wenn man bedenkt wie kleine die Tiere sind.

Einige Vögel haben herausgefunden, dass die Bauten eine verlässliche Futterquelle sind und haben Löcher in den Bau gepickt um an die Spinifex Samen zu kommen.
Die Bauten sind auch ein praktischer Platz zum nisten, da die Termiten so bauen, dass die Temperatur im Bau möglichst konstant ist.

Es sieht auch so aus, als ob schwarze Ameisen die Spinifex Samen der Termiten stehlen.
Einige davon haben ihr Nest direkt in den Termitenhügel, oder direkt daneben gelegt ...

Spätestens heute muss der Plenty Highway wieder offiziell geöffnet worden sein.
In weniger als 30 Minuten werden wir von 2 Fahrzeugen überholt und von einem gekreuzt.


Wir fahren am Boundary Hill und Mount Cornish vorbei, sowie an der Jervois Range, einem roten Hügelzug, welcher durch seinen gelben Spinifex Überzug schön aussieht.


Hier ist der Boden anders als zuvor, mehr wie roter Sand und die Strasse weist teilweise starke corrugation (Wellblech) auf. Der OKA meistert die corrugation durch seine grossen Reifen, den reduzierten Reifendruck und die weiche Federung, wie immer superb. Eben ein Wüstenschiff.
Ruedi muss sich beim fahren stark konzentrieren.

Einige weitere Fahrzeuge kommen uns entgegen, einige davon werden von ihren Fahrern mit wahnsinnigen Geschwindigkeiten gefahren.
Wir reduzieren unsere Geschwindigkeit beim kreuzen jeweils praktisch auf null um dem Steinhagel, den diese Idioten generieren, auszuweichen.
Es sieht so aus, als ob der Plenty Highway auf den Northern Territory Seite gestern tatsächlich noch geschlossen gewesen wäre.

Die Plenty River Mica Mining Area bedeutet das Ende der wirklich flachen Ebenen.
Nach all den flachen Abschnitten ist die Harts Range sehr eindrücklich.

Dann finden wir dieses Nest.
Dass darin lebende Tier, schliesst sein Nest über Nacht mit einem gewobenen Deckel.
Wir haben das schon früher in Kalgoorlie gesehen, wissen aber, zur eigenen Schande, immer noch nicht um was für ein Tier es sich hier handelt ...

Wir passieren immer mehr Hügelketten; die Strasse wird wellig.

Die Harts Range area muss in den letzten Tagen einiges an Regen erwischt haben.
Die Strasse ist in recht schlechtem Zustand, auch hat es noch Pfützen auf der Fahrbahn.

Wir werden von 3 Road Trains überholt.

Wir sehen sie wieder als auf dem Plenty Highway der Teerbelag beginnt. Lastwagen müssen, wenn sie von Dreckstrassen kommen ihre Räder vom Dreck und Staub reinigen. Vielfach hat es ein Schild am Strassenrand mit der Aufschrift: Trucks dust your wheels (Lastwagen entstaubt eure Räder).

Da wir wieder auf einer Asphaltstrasse sind, heisst das für Ruedi, die Räder wieder voll aufzupumpen.
Da der OKA über eine eigene Pressluftanlage verfügt, ist das relativ schnell erledigt.


Es ist erstaunlich wie grün das land geworden ist. Als wir letztes Jahr durch die Strangways Range fuhren war alles gelb und "verbrannt".
Die Kühe freuen sich definitiv am saftigen, frischen Gras und am plantschen in den letzten Wasserpfützen am Strassenrand.

Als wir nördlich von Alice Springs in den Stuart Highway einbiegen, sehen wir die Schilder der 130 kmh Geschwindigkeitsbeschränkung .... ach ja, diese wurde erst vor kurzem im Ganzen Northern Territory eingeführt! Uns stört diese Beschränkung wahrscheinlich selten :-)


Wir zweigen in die Tanami Road ab auf der Suche nach den Painter Springs.
Wir finden sie auch, aber das Wasser fliesst hier nicht mehr. Alles was übrig geblieben ist sind 2 Palmen und das verstopfte Rohr der Bohrung.
Wir beschliessen über Nacht hier zu bleiben.
Die Temperatur geht nachts auf 12.6°C zurück.


Es ist Montag der 21. Mai 2007 und die Geschäfte in Alice Springs sind offen, also fahren wir in die Stadt.

Aber zuerst müssen wir unseren Weg zurück zur Tanami Road finden.
Der Track auf dieser Seite der Painter Springs wird immer schlechter sichtbar. Der Track wurde in letzter Zeit nur noch von sehr wenigen Fahrzeugen befahren. Gewisse Tracks auf der Karte existieren gar nicht mehr ...
Und plötzlich stehen wir an einem Zaun. Wir sehen den Track auf der anderen Seite des Haags und nach einigem suchen finden wir auch ein Gate.
Dahin zu kommen ist aber eine andere Geschichte. Die Durchfahrt durch die Bäume ist für den OKA an vielen Stellen zu schmal und zudem ist der Track stark ausgewaschen, oder führt durch ein weich sandiges Bachbett.
Um Ruedi zu helfen, läuft Susi voraus und sucht den besten Weg, ohne richtig aufzupassen wohin sie tritt.
Natürlich fällt sie hin!
Um zu verhindern, dass sie sich mit der Hand in einem kleinen Dornenbusch abstützt, dreht sie sich im Fall um ihre eigene Achse, mit dem Resultat, dass sie dafür ihren werten Hinteren in einen umso grösseren Strauch setzt.
Das Schlimmste für sie ist natürlich, dass sie jetzt Ruedi bitten muss, das Malheur zu korrigieren .... sorry aber irgendwie haben wir vergessen alles photographisch festzuhalten .....

Nach dem Einkauf in Alice Springs checken wir auf dem Big4 Caravan Park ein, wo uns Marc and Teri Mendelson erwarten.
Wir diskutieren die allfällig gemeinsamen, zukünftigen Reisepläne, aber wir brauchen nun einfach eine Woche Zeit um unsere Web-Page auf Vordermann zu bringen und auch sonst noch einiges, administratives in Alice zu erledigen.

Am nächsten Morgen fahren wir in die Stadt um die Reparatur eines Pneus zu organisieren.
Wir haben in der Seitenwand einen Schaden.
Da er nicht tief ist, wollen wir eine Technik ausprobieren, wo der Schaden mit einer Gummimasse aufgefüllt wird und dann bei 80°C über mehrere Stunden "eingebacken" wird.
Es kostet nur 40 AU$. Die einzige andere Alternative ist den alten Pneu wegzuwerfen und einen neuen Pneu für 700 AU$ zu kaufen .....

Ruedi wechselt das beschädigte Rad gegen das Reserverad aus. Anstelle die Radschrauben mit dem Drehmomentschlüssel anzuziehen zieht er sie nach Gefühl an, im Wissen, dass er diese ja nach ca. 10 km sowieso, und dann richtig, noch mal nachziehen wird.
Diese Schlamperei rächt sich prompt, denn schon nach ein paar Kilometern haben sich alle Radschrauben etwa 1 cm gelöst und wir hätten beinahe mit etwa 80 kmh ein Rad verloren.

Alle Gewinde der Radbolzen sind stark beschädigt. Da die Radmuttern aber härter sind als die Bolzen, lassen sich die Gewinde mit Fett und Ellbogenöl nachschneiden.
Das war unsere erste, wirklich gefährliche Begebenheit.

Bald finden wir etwa 8 km ausserhalb des Zentrums von Alice einen guten Platz, wo wir uns zur selbst verordneten Arbeitswoche niederlassen ....

... wir sind Diapositive am elektronisch erfassen .....

Es ist erstaunlich, wie schnell sich Tierchen niederlassen, wenn man ein paar Tage still steht.
Das Nest der Wespe hat selbst die Fahrt nach Alice Springs bei 80 kmh an unserem Vorderreifen überstanden.
Die Wespe muss sich auf unserem OKA so zu Hause fühlen, wie wir uns in ihm fühlen!

Über das Wochenende ziehen wir wieder auf den Big4, um mit Marc und Teri Details unserer geplanten Reise zu besprechen.
Beim üblichen Spaziergang, um die anwesend Camper und Caravans zu beaugapfeln, sehen wir dieses Gefährt ....

Das muss das kleinste Gespann sein, das wir bis jetzt gesehen haben.
Es erinnert uns an Fotos, welche wir bei unseren Freunden Peter und Margaret (Besitzer von OKA 196) gesehen haben, als sie in den 70ger Jahren mit ihrem Mini Cooper im Australischen Outback (Simpson Desert inbegriffen) unterwegs waren.

Am Samstagabend gehen wir zusammen Essen und haben es "chaibe luschtig".

Marc schlägt das Overlanders Steakhouse vor, das für seine Steaks bekannt ist .... und er möchte uns zeigen, was ein "wobble board" ist und wie man es braucht .....
Für Details hier klicken (Dateityp: .wmv, Grösse: 225 KB).

Am Sonntag sind dann Pancakes (= Pfannkuchen) angesagt.
Der Big4 Caravan Park offeriert jeden Sonntag ein Pancake Frühstück für seine Kunden.
Man bringt seinen Teller, Tasse und Stuhl, stellt sich in die Schlange und kann Pancakes Essen, bis sie einem zu den Ohren rauskommen (sie backen um die 600 Pancakes pro Sonntag).

Am Montagmorgen können wir den Pneu wieder holen. Wegen den Bead Locks und den zusammenschraubbaren Felgen wird Ruedi den Pneu selber zusammensetzen.

Es ist langweilige Arbeit, muss aber mit grosser Sorgfalt gemacht werden, da der Pneu sonst Luft verlieren wird.
Der Pneu wird über den unteren Teil der Felge platziert.
Dann wir das Ventil des Schlauchlosreifens montiert.
Der Schlauch der Bead Locks wird eingelegt, der Kevlar beadlock herum gelegt und richtig positioniert und der Schlauch des Bead Locks leicht aufgepumpt.
Ein grosser O-Ring wird auf den unteren Teil der Felge montiert und der obere Teil der Felge sorgfältig darüber gelegt. Dieser Teil ist kritisch da der O-Ring die einiz9ige Dichtung zwischen den beiden Metalteilen der Felge ist. Wenn es den O-Ring verdreht, wird der Pneu lecken.
Dann müssen die Muttern regelmässig leicht angezogen werden, damit sich der O-Ring in seine Nut legt und dichtet und der Pneu kann gepumpt werden.
Tönt einfach, ist aber 4 Stunden Knochenarbeit .....

 

 

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Last updated: Sunday, 06.06.2010 11:43 AM


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