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Australia 2007

Alice Springs - Dalhousie Springs - Coober Pedy

Routen Details

Datum
2. - 9. Juni 2007
Route
Alice Springs - Old Andado Road - Old Andado Station - Mt. Dare Station - Dalhousie Springs - Oodnadatta - Painted Desert - Coober Pedy
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Routenplan (Klicken zur Grossanzeige in separatem Fenster)

Am Samstag den 2. Juli, heisst es, Alice Springs auf Wiedersehen zu sagen und weiter zu reisen.
Wir planen über die Old Andado Road südlich zu fahren. Sie führt am Rand der roten Sanddünen der Simpson Desert entlang.
Dieses Wochenende ist Molly's Bash, ein alljährliches Treffen auf der Old Andado Station und wir möchten gerne dabei sein.
Dann werden wir weiter nach Dalhousie Springs fahren und dann dort entscheiden, ob wir zurück nach Finke fahren um uns das bekannte Wüstenrennen anzusehen, oder ob wir über den Oodnadatta Track weiter südlich fahren werden.

Wir werden zusammen mit Teri und Marc Mendelson, einem Amerikanischen Ehepaar unterwegs sein. Sie fahren einen Nissan Patrol und ziehen einen TVan Zeltanhänger.
Wir haben Marc letztes Jahr in Alice Springs kennengelernt und stehen seither miteinander in Kontakt.

Wir verlassen die Stadt und folgen der Beschilderung nach Santa Theresa. Gleich ach dem Flughafen endet der Asphalt und die Naturstrasse beginnt .... und auch das Wellblech.
Wir hoffen, dass die Strasse nach der Aborigini Community etwas besser wird.


Schon bald sieht man die Ooraminna Range mit ihren typischen, mit Spinifex Gras bewachsenen Bergen aus verschiedenen Gestein.
Die Strasse wird schlechter und sie ist jetzt auch voller Löcher. Man muss immer auf der Hut sein um den Löchern rechtzeitig ausweichen zu können.
Die Region muss in letzter Zeit einigen Regen abbekommen haben. Das Gras ist grün und hoch und die Mimosen sind am Blühen.
Als wir näher an Santa Theresa (Ltyentye Apurte) herankommen, nimmt auch die Anzahl der grünen VB Büchsen drastisch zu. Kurz darauf kommen wir an ein Gatter, wo eine Tafel informiert, dass die Gemeinde eine "dry zone" sei. In diesen alkoholfreien Zonen ist das trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten. In einigen der Gemeinden darf nicht einmal Alkohol im Wagen mitgeführt werden.
Nach dem Gatter hat es praktisch keine Bierbüchsen mehr. Wir sind überrascht, wie sauber es plötzlich ist, da wir uns eher gewöhnt sind, dass dem Strassenrand entlang immer mehr Bierbüchsen herumliegen, je näher man an die Häuser kommt.
Wir lernen, dass es um die "trockenen" Communities herum meistens eine "grüne Zone" gibt ..... das ist der Bereich, wo alle grünen VB (Victoria Bitter) Büchsen weggeworfen werden, bevor die Leute die "trockener Zone" betreten.
Warum VB Büchsen?
Na ja, es ist das billigste der starken Biere …


In den 50-er Jahren wurde in Santa Theresa eine katholische Mission eröffnet. Es sieht lustig aus, da am Dorfrand die asphaltierte Strasse beginnt, welche direkt zur Kirche führt. Diese wiederum ist genau in einer Linie mit dem Kreutz, das weiter oben auf dem Berg angebracht ist.

Nach dem Dorf wird die Strasse schmaler und das Wellblech etwas weniger stark, aber die Löcher bleiben.
Wir passieren die Deep Well Ranges und die Allambie Station (Ranges sind Bergketten und Stations sind entlegene Farmen mit ihrem Umschwung).

Direkt vor der Station (in diesem Fall ist das Haus gemeint) macht die Strasse einen unerwarteten 90° Knick nach links. Wenn man diesen verpasst, endet die Strasse direkt im Flugzeug Hangar ....

Langsam wird es sandiger auf der teilweise immer noch stark corrugierten (Corrugation = Wellblech) Strasse.
Dank Marc kommen wir zu ein paar guten OKA Bildern :-)

Nach Mitchell's Bore sieht man die ersten Sanddünen. Es ist sehr ruhig in den Sanddünen.
Obwohl man viele Tierspuren sieht, sehen wir keine dazugehörenden Tiere.
Sicher werden sie uns aber schon längstens bemerkt haben (Kunststück bei dem Lärm den wir verführen).

Wir fahren den Train Hills entlang. Sie wirken sehr gut, da das Licht der nachmittäglichen Sonne ihre rote Farbe noch verstärkt.
Erstaunt sind wir ob der grossen Anzahl von Eukalypten in diesem Gebiet..

Da die Fliegen eine rechte Plage sind, wollen Teri und Marc, die ja einen Zeltanhänger haben, zufahren, bis sich die Biester nach Sonnenuntergang verziehen. Uns sind die Plaggeister eher egal, da wir dann eben einfach drinnen leben und die Mückenschutztüre schliessen.

Wir folgen der Arookara Range, dem letzten Hügelzug vor den Sanddünen.
An ihrem Ende campieren wir, da die nächsten 130 km längs zu den Sanddünen verlaufen. Wir haben keine Ahnung was uns erwartet und wie sich der OKA verhalten wird.

Teri findet einen guten Platz mit viel Brennholz.
Zusammen mit dem Holz, das die beiden schon mitgebracht haben, wird uns das Feuer eine gute Weile warmhalten.

Ruedi muss feststellen, dass die professionelle Reparatur, wobei neuer Gummi auf die defekte Stelle des Reifen "gebacken" wird, nicht das Geld und die Mühe wert war. Der Flicken hat nicht lange gehalten und damit ist der Schaden noch grösser als zuvor. Er versucht die schadhafte Stelle mit einem Lastwagen-Flicken zu überdecken, glaubt aber selber nicht, dass das lange halten wird. Da wir auf Naturstrassen mit 25% weniger Druck in den Reifen fahren, ist die schadhafte Stelle extrem belastet.

Das Feuer hält uns warm, auch wenn der Wind bläst. Natürlich ändert er alle paar Minuten die Richtung und bläst und den Rauch ins Gesicht.
Am Horizont geht spektakulär der beinahe volle Mond auf. Marc versucht sein Glück mit dem fotografieren.
Ruedi bekommt seine erste Lektion in Astronomie. Nun findet er in Zukunft in der Nacht wenigsten Süden.

Als wir am Morgen, nach einer kalten Nacht mit lediglich 6°C, aufwachen, ist Marc schon lange mit dem Fotografieren des Sonnenaufgangs beschäftigt.
Danke Marc für die Photos, welche wir von dir für die Webseite übernehmen durften.

Wir laden Teri und Marc ein, bei uns drinnen an der Wärme zu Frühstücken.
Auch sie haben zwar einen mit Brennsprit betriebenen Ofen, mit welchem sie ihrem TVan beheizen, aber die Küche ist im Freien. Obwohl dort bereits die Sonne scheint ist trotzdem noch empfindlich kalt.

Beim zusammenpacken findet Marc im Zelt diesen kleinen Gast ...

Als wir uns in die Dünen bewegen, wird der Track noch schmaler. Es ist teilweise nur noch ein Feldweg.
Das Wellblech ist aber noch stärker als gestern. Der Sand ist auf dem Track aber hart und es ist kein Problem auf diesem zwischen den weit auseinander liegenden Dünen zu fahren.

Kurze Zeit später kommen wir an ein Gatter wo man in ein Aborigini Gebiet fährt. Das campieren ist für die nächsten 20 km verboten.
Glücklicherweise stoppten wir gestern noch vor diesem Gebiet.

Der Durchgang für die Tiere ist eine interessante Konstruktion, da er je nachdem welche Tiere man durchlassen will, anders konfigurieret werden kann.

Beim durchfahren der Dünenlandschaft sehen wir noch einige herumlungernde Wolken am Himmel. Sie haben eine rötliche Farbe.
Teri belehrt uns, dass das Rot von den Reflektionen der roten Dünen komme.
Sie kennen den Effekt von ihrer sieben jährigen Reise auf der Segeljacht, wo sie oft türkisfarbene Wolken gesehen haben. Das waren jeweils Reflektionen von Korallenriffen, also Orte die sie besser mieden.


Heute kommen uns in loser Folge einige Fahrzeuge entgegen.
Der dritte hat auch einen TVan im Schlepptau, also stoppt Marc für einen Schwatz..
Dabei finden wir heraus, dass "Molliy's Bash" auf der Old Andado Station bereits gestern stattfand und nicht heute wie wir meinten ... na, dann eben nächstes Jahr.


Wir erreichen den Hag um die Andado Station. Die Farm wurde ab 1955 von Mac und Molly Clarke und ihrem Sohn betrieben. 1978 starben Mac und sein Sohn und Molly war von nun an alleine.
Kurz darauf musste der ganze Viehbestand wegen Tuberkulose- und Brucellosis-Befall vernichtet werden. Die Tafeln an den Gattern erinnern immer noch an diese Zeit ....
Molly gab auf und verkaufte die Pachtrechte. Sie behielt aber die Gebäude und betreibt seither die Old Andado Station als Touristenattraktion.


Die Landschaft wechselt wieder. Die Sanddünen machen grossen, ebenen, mit Steinen übersäten Flächen (Gibber Plains) Patz.


Gibbers sind kleine Steine welche Überbleibsel einer früheren, harten Oberfläche sind. Ihre dunkelrote, bis schwarze "Glasur" kommt von ihrer, durch Wind und Sand polierten, aus viel Eisenoxyd bestehenden Oberfläche.

Das Gebiet sieht sehr unwirtlich aus, aber nichts desto trotz sieht man Vieh am Horizont weiden.

Wir zweigen zum Mac Clark Conservation Reserve ab und fahren an einer Gruppe toter Kamele vorbei.
Was mag wohl diese Tiere umgebracht haben ....Durst? .... schlechtes Wetter? .... Gewehrkugeln?

Das Mac Clarke (Acacia Peuce) Conservation Reserve schützt eine der seltensten und interessantesten Baumarten im trockenen Teil Australiens.
Acacia Peuce, oder Waddywood gibt es ausser hier nur noch in zwei weiteren Orten; in der Nähe von Birdsville und weiter nördlich in der Nähe von Boulia in Queensland. Alle Orte befinden sich nahe der Simpson Desert.
Der Name Waddywood kommt von den Kampfstöcken der Aboriginis, welche aus diesem extrem harten Holz dieser Bäume geschnitzt wurden.

Die Acacia Peuce gehört zur Familie der Mimosen. Die meisten Mimosen werden nur einige Jahre alt, aber einige dieser Bäume sind vermutlich bis 700 Jahre alt.
Der Name Peuce kommt vom lateinischen Wort 'peuke' was soviel wie 'Pinien-ähnlich' heisst.

Die Acacia Peuce ist eine der höchsten Akazien.
Sie werden bis 17 m hoch und das trotz der grossen Hitze im Sommer und dem wenigen Regen von lediglich 150 mm pro Jahr.

Obwohl es nicht sehr warm ist, flimmert die Luft über der Gibber Plain und die Bäume scheinen über der Ebene zu schweben.

Die Acacia Peuce überleben in dieser harschen Umgebung nur, weil sie Wurzeln haben, welche bis zum Grundwasserspiegel reichen und weil die Blätter benahe nadelartig schmal und mit einer Wachsschicht überzogen sind, was die Verdunstung vom gespeicherten Wasser reduziert.
Die stachelige Art der Bäume schützt die jüngeren Bäume auch vom grasenden Vieh.
Die Bäume kommen zwar gut mit der Hitze des Sommers und mit Kälte des Winters, aber nicht mit der Störung der sie umgebenden Erde durch Vieh und Feuer zurecht.

Eine grosse Anzahl der Bäume wurde in früheren Jahren gefällt und als Weidepfähle verwendet.
Das Holz ist so hart, dass es sehr schwierig ist Nägel reinzuschlagen. Daneben ist das Holz auch resistent gegen Termiten.

Das Reservat ist nach Molly's Mann Mac Clarke benannt und war ursprünglich Teil der Andado Station.
Die Überreste der alten Wassertanks sind am Eingang zum Reservat immer noch sichtbar.
Mac's Bedenken betreffend dem Überleben der Bäume hat 1982 zum errichten des Reservates geführt, welches 3000 Hektaren gross ist und über 1000 Bäume beherbergt.

Zwei Fahrzeuge kommen an. Ihre Insassen scheinen mit sich selber beschäftigt zu sein und uns irgendwie überhaupt nicht wahrzunehmen, was hier draussen sehr ungewöhnlich ist.
Da wir in einem der Wagen eine sehr alte Frau sehen, nehmen wir an, dass es Molly mit ihrer Familie ist, welche sich, nach dem Fest die alten Stätten ansehen.

Wir folgen weiter der Strasse zu Old Andado Station.
Immer mehr Wasserpfützen werden sichtbar und die Sanddünen sind mit spriessenden Pflanzen übersäht. Bald wird die Wüste blühen.
Da wir erst richtig in die Gegend einfahren, wo es vor zwei Wochen stark regnete, hoffen wir das weiter südlich noch werden erleben können.

Wir erreichen Old Andado Station.

Die Feuer im Camp sind noch warm und die Leute scheinen den Ort eben erst verlassen zu haben.
Da das Wasser im Donkey (Holz beheiztes Warmwassersystem) noch heiss ist, packen wir die Gelegenheit und nehmen eine warme Dusche. Herrlich!

Niemand ist hier, aber ein Schild informiert, dass Molly nur mehr währen einiger Monate hier wohnt. Sie ist unterdessen weit über 80 Jahre alt und lebt heute grösstenteils in der aktuellen Andado Station. Man sei aber willkommen einzutreten und sich den Ort anzuschauen..
Wie oben schon gesagt, hat sie nach dem Verkauf der Landrechte nur die Gebäude der Station behalten, die sie als Touristenattraktion weiter betreibt.

Dann schauen wir uns Molly's Heim an.
Man fühlt sich in eine vergangene Zeit zurückversetzt.
Das Haus ist ein lebendes Museum; alle alten Dinge sind noch an ihrem Platz und in Gebrauch. Nur einige moderne Sachen, wie der Kühlschrank und ein neuer, zusätzlicher Herd, sind neueren Datums.


Wir finden ein aufgeschlagenes Magazin, in welchem die Geschichte von Molly erzählt wird. Nun sind wir sicher, dass die Dame im Reservat tatsächlich Molly war.
Schade, dass wir es verpasst haben sie hier anzutreffen und mit ihr zu plaudern.


Alle Original Gebäude sind noch erhalten. Auch die alten Fahrzeuge und viel anderer Schrott kann bestaunt werden.
Vieles erinnert uns an unseren Besuch von Gwalia, eine Mienenstadt in West Australien, welche von ihren Bewohnern 1963, als die Miene schloss, unter Zurücklassung aller persönlichen Gegenstände, verlassen wurde. Gwalia ist heute ein ganz spezielles Museum.

Wir bewegen uns weiter südwärts und passieren Andado Station. Nun fahren wir ins eigentliche Gebiet der Simpson Desert ein. Die Touristen werden mit Hinweisschildern entsprechend gewarnt.
Da wir aber nur bis Mt. Dare oder den Dalhousie Springs, wo die eigentliche Route zur Durchquerung der Wüste beginnt, fahren, müssen wir keine Bedenken haben.

Wir nehmen die letzte Chance noch Feuerholz (und Fliegen) zu sammeln.
Susi wird ganz kribbelig als sie die ersten, blühenden Blumen sieht.


Wir bauen unser Camp nahe Mt. Peebles zwischen zwei Dünenkämmen auf, machen Feuer und grillieren unsere letzten, bei Goetzinger an der Goldküste gekauften, Chorizos (Vakuumverpackung sei Dank).


Dann packt Ruedi seine Gitarre aus; das erste Mal seit der Goldcoast.
Auch Marc spielte Gitarre, hat aber seit 25 Jahren keine mehr in den Händen gehabt (Es wird erzählt, dass er damals mit Hilfe der Gitarre, Teri umworben hatte ...).
Wir spielen ein bisschen und Marc packt währenddessen ein rechtes Sammelsurium an Perkussionsinstrumenten aus.


Darauf packt Teri Marshmallows aus und zeigt uns was “s'mores” sind:
Ein Sandwich aus Biskuits, eingelegter Schokolade und in der Mitte dem grillierten Marshmallow.
Aber Achtung: Das geschmolzene Marshmallow tropft und kann sehr heiss sein! Das ganze ist grässlich süss.

Nach einer kalten Nacht mit lediglich 7°C sind wir am Morgen bereit, weiter südwärts zu fahren.

Die Fahrt durch die Dünen ist sehr hübsch mit dem roten Sand der Dünen und dem blau des Himmels.

Gottlob ist Teri an Vögeln interessiert, so hat Susi Zeit für ihre Blumen.

Auch muss unterwegs eine Sanddüne erklommen werden um zu sehen wie es wohl auf der anderen Seite aussieht.

Die Dünen sind immer mehr mit Gras und anderen grünen Pflanzen bewachsen.


Da wir heute Abend wieder ein Feuer machen wollen, muss auch wieder Brennholz gesammelt werden.

Beim erreichen von Mayfield Bore müssen wir ab der Mühe lachen, die wir hatten um vorher genügend Brennholz zu sammeln .... es hat hier so viele Bäume, dass man es beinahe schon als Wald bezeichnen muss.
Neben Vögeln sehen wir auch Dingos. Diese sind aber sehr scheu und fliehen.

Kurz nach dem Mayfield Swamp dreht der Track und folgt dem Finke River.

Der Fluss selber ist trocken, muss aber vor kurzem recht viel Wasser gesehen haben. Auf der Strasse hat es grosse Wasserpfützen; sie hat stark gelitten.
Die Strasse wird enger, aber wir haben nie Probleme durchzukommen. Sie ist nie so schmal wie damals der Holland Track.
Nach der Überquerung der Grenze von Süd Australien, verlässt der Track das Finke Flussbett wieder.
Kurz vor Mt. Dare fahren wir in den Witjira National Park ein.

Bei Mt. Dare tanken wir Diesel und unterhalten uns intensiv mit dem Paar, welches das Hotel führt.
Sie waren selber während drei Jahren unterwegs und haben viele Tracks gefahren und dabei GPS Daten für Hema Maps gesammelt.

Marc bekommt hier alle aktuellen Angaben betreffend der Simpson Desert und wird sich in den nächsten Tagen entscheiden müssen, ob der eine Durchquerung wagen will oder nicht. Wir werden ihn auf alle Fälle bei einer Durchquerung nicht begleiten, da wir uns dazu noch nicht sicher genug fühlen.


Wir reisen weiter in Richtung Dalhousie Springs um dort über Nacht zu bleiben und um im warmen Wasser der Quellen aus dem artesischen Becken zu baden.
Nach dem erreichen der Gibber Plains wird die Strasse besser und ist nicht mehr so wellig wie zuvor.


Am 3 O'clock Creek Wassertank füllen wir noch unsere Trinkwasserreserven auf.

Marc und Teri stellen fest, dass eine ihrer Heckscheiben am Patrol kaputt ist.
Ein Stein muss so ungünstig vom TVan abgeprallt sein, dass er die Scheibe zertrümmerte.
Da es sich um die Seite handelt welche andauernd geöffnet und wieder zugeschlagen wird, wird es nicht lange dauern, bis die Scheibe ganz heraus fällt. Sie reparieren das Fenster mit Klebband so gut als möglich.


Weiter geht's durch die steinige Wüste und durch ein imposantes Salzbecken.


Auf dessen anderen Seite ist die Abfallsammelstelle.

Als Marc seinen gesammelten Abfall entsorgt, hört er ein allzu bekanntes pfsssssss ..... und richtig - in der Seitenwand eines der hinteren Reifen steckt ein Stück Holz.
Marc möchte den Ersatzreifen montieren, aber in diesem Terrain, mit allen seinen scharfen Steinen und abgebrochenen Ästen wäre das reine Verschwendung.
In kürzester Zeit ist der Reifen repariert und wir wieder unterwegs.

Dann sehen wir eine Art vertikaler Regenbogen (schwer zu fotografieren).
Die Wolken sind ein Hinweis auf einen Wetterumschwung, aber Marc meint, es sollte nicht regnen kommen.


Wir erreichen Dalhousie Springs und bauen das Camp auf.

Das Feuer hält uns auch heute wieder warm und schon bald grillieren wir fantastisch schmeckende Hamburger.

An diesem Dienstagmorgen erwachen wir bei bedecktem Himmel und nur 9°C.
Bald schon wird es wärmer und wir sind bereit die Gegend zu erkunden.

Nebel schwebt über dem warmen Wasser.
Es ist sehr ruhig - nur die Vögel zwitschern.
Es ist so friedlich hier, man könnte den ganzen Tag hier sitzen.

Bei Dalhousie hat es etwa 80 Quellen, aus welchen Wasser aus dem Artesischen Becken, welches unter etwa 22% von Australien liegt, quillt. Das um 1870 entdeckte Becken ist eines der grössten der Welt.

Das Wasser, welches von der Great Dividing Range und vom Northern Territory her kommt, fliesst sehr langsam unter den harten Felsschichten. Man vermutet, dass das austretende Nass etwa 3 Millionen Jahre alt ist.
Ein weiteres Gebiet von Quellen befindet sich weiter südlich, westlich der Simpson Desert und de Lake Eyre.

Feste Stoffe, gelöste Minerale aus den Quellen, Staub und anderes, vom Wind her geblasenes Material hat sich um die Austrittsstellen des Wassers herum festgesetzt.
Im Laufe der Zeit verbinden sich die austretenden Mineralien mit den anderen Materialien und Formen so, rund um die Austrittsstellen der Quellen herum, eigentliche Berge.

Die Dalhousie Quellen wurden von den Europäern am 10. Dezember 1870 das erste Mal gesehen.

Das Hauptbecken misst etwa 150 x 50 m und ist umgeben von Schilf und Papierrindenbäumen.

Die hohe Temperatur im Erdinneren heizt das Wasser des Artesischen Beckens.
Die Quelle speist das Becken mit 160 Litern pro Sekunde; die Austritts Temperatur beträgt 43°C.
Das Wasser im Becken ist bis 14 m tief und die Temperatur des Wassers ist nahe der Oberfläche 34 - 38°C warm.

Wir sind alle gern hier und entscheiden uns einen weiteren Tag hier zu bleimen.

Marc ruft mit unserem Satelliten Telefon Mt. Dare an und bittet um ihre Meinung, die Wüste trotz seiner gebrochenen Scheibe und dem geflickten Reifen zu durchqueren.
Sie sehen das nicht als ein Problem.
Alles was Marc jetzt noch braucht ist eine lange Stange mit einer Flagge dran für die Montage an seiner Bullbar. Diese Flaggen werden empfohlen, um auf den einspurigen Tracks über die Dünen Frontalkollisionen zu verhindern. Er wird am Abend auf dem Campingplatz versuchen jemandem, der sie nicht mehr braucht, diese abzukaufen.

Während des Tages erkunden wir die Umgebung von Dalhousie Springs.
Es besteht ein ganzes Netzwerk von offenen Quellen. Neue Quellen sind immer noch am entstehen und darum sind gewisse Gebiete auch gesperrt, da der Untergrund nicht stabil ist.


Für tausende von Jahren waren die Quellen die einzigen Wasserquellen in der Wüste.
Die schöne Rainbow Serpent Quelle ist ein wichtiges Kulturgut der Aboriginis und ist darum auch nicht zum schwimmen freigegeben.

Der Boden rings um die Quelle ist teilweise mit staubähnlichem Sand bedeckt.
Es ist ein komisches Gefühl, wenn der Fuss einsinkt und man keinen festen Boden spürt.

Später versucht Ruedi ein erstes Mal den Grund für den Luftverlust im rechten Vorderreifen zu suchen, allerdings ohne Erfolg.
Der Verlust ist doch so gross, dass wir den Reifen alle paar Stunden nachpumpen müssen.

Ruedi bekommt am Nachmittag eine Lektion in Wetterkunde.
Es tönt alles so einfach .... Die Tiefs drehen im Uhrzeigersinn, die Hochs im Gegenuhrzeigersinn .... oder ist es jetzt nicht doch anders herum - eeeh?
Well, wir werden die Zeichnungen behalten und als Referenz verwenden ... mal sehen, ob es was bringt.

Bei den Quellen hat es natürlich auch viele Vögel. Einige sind sich ganz offensichtlich an die Touristen gewohnt.

Im Laufe des Nachmittags füllt sich der Campingplatz.
Bei Sonnenuntergang sind es mindestens 20 – 25 Fahrzeuge, teilweise mit Campinganhänger oder Wohnwagen im Schlepp.
Im Schwimmbecken ist viel Betrieb mit all den Leuten die für ein abendliches Bad kommen, die Männer mit einem kalten Bier in der Hand, die Frauen einfach zum ausspannen und um den Staub der letzten Tage abzuwaschen. Die neuesten Erfahrungen und die Konditionen der Tracks werden ausgetauscht.

Am Abend geniessen wir wieder die Wärme des Feuers und essen Steaks, Rösti und Rüebli-Salat (sorry - Karottensalat).

Die Nacht ist kalt und die Temperaturen fallen au 6°C.
Am Morgen steigen Nebelschwaden vom See her in den Himmel.
Trotz der Kälte steigen wir nochmals ins warme Wasser.
Wenn man still im Wasser steht, kommen kleine, bis 3 cm lange Fische (Dalhousie Goby), und knabbern einem die losen Schuppen von der Haut; es kitzelt stark.
Im warmen Wasser zu sein ist eine Sache, daraus heraus zu steigen aber eine andere, da ein kalter Wind bläst.


Wir verlassen das kleine Paradies und fahren zum Abfallplatz um unseren Dreck zu deponieren. Dabei finden wir zufälligerweise eine lange Stange welche Marc als Fahnenmast verwenden kann.
Nun sind sie für die Durchquerung der Simpson Desert bereit. Nur der Entscheid steht noch aus.
Marc entscheidet sich in Coober Pedy erst seine kaputte Scheibe und den geflickten Reifen professionell reparieren zu lassen.

Also fahren wir zusammen weiter nach Süden. Die Strasse ist sehr schlecht, aber die Landschaft mit ihren roten Bergen ist sehr schön, was die Fahrt trotzdem lohnenswert macht.

Bei den Dalhousie Ruins wird Susi um Haaresbreite von einem anderen Fahrzeug überfahren.
Marc kann ihr im letzten Moment gestikulierend klar machen, dass sie jetzt nicht vor dem OKA durch, auf die Strasse laufen darf. Das war haarscharf .....
Wer erwartet hier draussen schon einen anderen Wagen der in genau der richtigen Sekunde am eigenen Fahrzeug vorbeifährt?
Wir sind so gewohnt alleine zu sein.

Dalhousie Homestead Ruins mit ihren Palmen sieht schön aus. Eine kleine Oase in der Wüste.

Während der Zeit als die Gegend als Station gebraucht wurde, wurden Angora Schafe, Pferde, Kamele und Rinder gezüchtet.
Um die Quellen und das damit verbundene Eco-System zu erhalten, hat der Staat das 7769 Quadratkilometer grosse Gebiet gekauft und zum Witjira National Park erklärt.

Weiter geht's auf der Public Access Route Nr. 8.

Es sind noch viele Spuren da, welche zeigen dass vor kurzem ziemlich viel Regen gefallen ist; Die Strasse ist noch nicht voll abgetrocknet.
Das rot der Emery Range passt herrlich zum grün der Pflanzen, die wegen des Regens zu blühen begonnen haben.

Die Steinwüste ist faszinierend; die Strasse ist schlecht. Es schüttelt einem beinahe die dritten Zähne aus den Verankerungen :-)
Sie ist so schlecht, dass wir sogar den Navigations-PC abschalten.

Der Bereich um die Pedirka Ruins ist sogar noch schlimmer, vor allem in den Kurven.
Das Schild spricht eine klare Sprache: Fahre vorsichtig, oder Scheisse könnte dein letzte Wort gewesen sein .....

Wir erreichen Hamilton Station.
Die Strasse wurde hier "gegradet" (mit dem Grader geglättet) und man fährt wie auf einer Autobahn über die Dünen.

Es ist erstaunlich, wie die Landschaft auf der anderen Seite des Hamilton Creek ändert.
Obwohl wir uns in den Sanddünen der Pedirka Desert befinden, sind die Dünen alle mit Pflanzen bedeckt.

Nächster Fixpunkt ist Mt. Sarah Station.
Nach der Fogarty Claypan sieht man, neben der Wüstenvegetation auch wieder Grass. Das haben wir schon eine Weile nicht mehr gesehen.

Später erreichen wir den bekannten Oodnadatta Track und sind sehr enttäuscht, eine weitere "Natur-Autobahn" vorzufinden ...
Obwohl die Besitzer des bekannten Pink Roadhouses ihr Bestes versuchen, um auf alle interessanten Dinge entlang des Tracks hinzuweisen, ist die Strasse in diesem Bereich grässlich langweilig.


Wir erreichen das Pink Roadhouse Oodnadatta, füllen einmal mehr unsere Dieseltanks und Marc lässt seinen Reifen flicken.
Das Roadhouse mag wohl bekannt sein, aber wir finden daran nichts besonderes, ausser dass die Preise gesalzen (oder gar versalzen) sind und die Freundlichkeit der Bedienung sehr zu wünschen übrig lässt.

Wir fahren weiter bis zum Neales River wo wir einen Platz zum übernachten finden.
Alles was wir nach diesem kühlen und windigen Tag (max. of 19.5°C) wollen, ist einwarmes Feuer.
Heute gibt's Braten vom Cobb-Grill, sowie Kartoffeln, Süsskartoffeln und Zwiebeln von der heissen Grillplatte.

Dann erlauben wir uns den Luxus im warmen OKA zu essen, da der Wind heute einfach nicht einschlafen will.

Lieber Leser,
Solltest du zur Sorte der hartgesottenen Off-Roader gehören, welche nur einen Schlafsack mit in den Busch nehmen, dann könnten dich die nächsten paar Zeilen vielleicht stressen ....


Nach dem Essen schlägt Marc vor, doch zusammen ein Video anzusehen.
Da sich der Wind nun endlich gelegt hat, zügeln wir wieder nach draussen. Marc packt seinen etwa 60 x 40 cm grossen Flachbildschirm und den Video-Player aus und wir liefern mit dem OKA den Strom.
Und was für einen Film würdest du dir im Australischen Outback am warmen Feuer wohl am liebsten ansehen?
Richtig: Crocodile Dundee - was sonst!!!!
Das gibt dem Film eine ganz spezielle Atmosphäre .... die Käfer die über den Schirm krabbeln, die Galahs die ab und zu ein Höllenspektakel verführen ..... einfach super aber völlig schräg.

Die nächste Darbietung ist “Hell freezes over”, der Film über die Wiedervereinigung der Eagles. Ruedi als Musikus wird mit einem Paar Wireless-Kopfhörern ausgestattet (he jo dänk ...)
Während wir die Lieder mitsingen und Marc und Teri zur Musik tanzen, geht der Mond auf am Horizont; Romantik im Quadrat (Das trieft ja schon bald vor süsse...).
Wir sind sicher, das das eine Reise in den Outback ungemein aufwertet :-)))

Am Donnerstagmorgen den 7. Juni entscheiden wir uns, nicht an das Wüstenrennen nach Finke zu fahren (500 km Asphalt oder 360 km Wellblechpiste - nein Danke).


Da dies der letzte gemeinsame Morgen mit Teri und Marc ist, gib uns Marc eine Demonstration, wie man den TVan zusammenpackt.

Wir fahren weiter in Richtung Coober Pedy über Gibber Plains zwischen zwei Hügeln.
Die roten und weissen Hügel sehen gegen den blauen Himmel hübsch aus.
Dann lassen wir die Hügel hinter uns und es bleibt nur noch die endlose Steinwüste übrig, welche von Zeit zu Zeit durch einen trockenen Flusslauf mit ein paar Mulgas (Sträucher/Bäume) unterbrochen wird.
Die Hügel der Arckaringa Range werden sichtbar.

Wir zweigen in die Strasse zur Painted Desert ab.
Obwohl ein starker, kühler Wind (15.5°C) bläst und am Himmel Wolken zu sehen sind, ist der Lookout spektakulär.

Etwas weiter finden wir dann die Abzweigung welche zum Ausgangspunkt einer kleinen Wanderung (Spaziergang) führt.

Hier trennen wir uns schlussendlich von unseren zwei Begleitern. Teri's Knie macht ihr immer noch Sorgen und sie möchte weiter nach Coober Pedy. Sie werden erst dort entscheide wohin sie als nächstes fahren werden.
Wir verabreden uns für den morgigen Abend um 19:00 in der griechischen Taverne - frisch geduscht und frisch angezogen. Wir wollen dort Essen und den letzten gemeinsamen Abend verbringen.

Wir folgen der Strasse weiter nach Westen, weiter durch die schöne Landschaft mit ihren, mit Mulgas bewachsenen Creeks und den farbenprächtigen Bergen mit ihren Platos und Abhängen.
Es ist ein hübscher Strassenteil, welchen wir sehr empfehlen können. Er ist auch mit einem normalen Fahrzeug vom Start Highway her leicht zu erreichen.
Spät am Nachmittag finden wir einen idealen Ort zum übernachten, nahe am Stuart Highway.

Anderntags erreichen wir den Stuart Highway in der Nähe von Cadney Park und fahren Richtung Süden zum Start unserer geplanten Tour zu Konfluenz Punkt O 134° / S 28°.
Ein Konfluenz Punkt ist der Ort wo sich ein Längengrad und ein Breitengrad kreuzen.
Das Confluence Project im Internet (www.confluence.org ) hat es sich zum Ziel gesetzt, dass alle diese Kreuzungspunkte auf der ganzen Erde einmal besucht werden.
Alle Besuche können registriert werden, aber wie immer ist natürlich der Erstbesuch der wichtigste.

Es ist seit langem einer von Susis Träumen, einen der Punkte als erste zu besuchen.
Wir haben es 2003 in Griechenland versucht und es nicht geschafft.
Und wir hatten letztes Jahr schon vergeblich versucht, diesen Punkt anzulaufen, als wir noch mit "Dude", dem Toyota, unterwegs waren.
Damals waren wir bis auf etwa 6 km an den Punkt herangekommen, mussten aber mit dem Toyota bei einem Waidezaun umkehren, da kein Gatter auffindbar war.

Wir wissen, dass es vom Stuart Highway her, auf Station Tracks, etwa 13.5 km bis zum Punkt sind.
Diesmal werden wir es mit den Fahrrädern versuchen, da wir diese einfach über den besagten Waidezaun heben und dann auf der anderen Seite weiterfahren können.
Werden wir es schaffen?

Ruedi macht die Fahrräder bereit.
Wir packen viel Wasser ein, sowie mehr als 15 Reifenflicken, 2 Ersatzschläuche, Helme, Fliegennetze, 2 GPS mit getesteten Ersatzbatterien (nicht wie letztes Mal als diese leer waren, als wir sie Out-Bush gebraucht hätten) und der geladenen Route vom letzten Jahr.
Für den fall dass etwas passieren sollte, lassen wir am Fahrzeug eine Notiz zurück, wo wir erklären was wir vorhaben und wann wir gedenken spätestens zurück zu sein. Man weiss ja nie ....

Wir verlassen den OKA um 11 Uhr und suchen den Startpunkt des Station-Tracks.
Er ist beinahe vollständig weggewaschen und ist schwer zu finden.
Dann finden wir einen in der Nähe unseres letztjährigen ersten Routen-Punktes und folgen diesem.

Nach etwa 1 Kilometer bemerkt Ruedi, dass sein Hinterreifen von der Felge rutscht. Er kann gottlob einfach wieder montiert werden.

Nach 2.6 km stoppen wir am Bahnübergang um ein paar Blödelfotos zu schiessen.


Als wir weiterfahren wollen sieht Ruedis Fahrrad jämmerlich aus: Beide Reifen sind platt.
Etwa 15 mm lange, harte und sehr spitzige Dornen haben sich einfach durch den Reifen und den Schlauch gebohrt.
Wir stellen fest, dass wir nichts bei uns haben, um die winzig kleinen Löcher auf dem Schlauch zu markieren.
Das heisst, dass wir, wenn wir den Dorn rausziehen, ohne den Schlauch mit Wasser nass zu machen, keine Möglichkeit haben die Löcher später im Schlauch zu finden.
Glücklicherweise bilden sich schöne Bläschen, sobald man den Schlauch benetzt. Die Löcher sind rasch geflickt.

Susi prüft ihr Fahrrad und findet auch einen Dorn in ihrem Reifen. Als sie diesen herauszieht ...... pfssss ... ein weiteres Loch muss geflickt werden.
Es sieht so aus, als ob unsere reifen nicht Outback tauglich sind.

Wir beschliessen weiterzufahren, bis wir die Hälfte der Flicken verbraucht haben.
Wir beschliessen so gut wie möglich nicht von den Station Tracks abzuweichen, da die Chance einen Dorn einzufangen auf den Tracks kleiner ist als auf der offenen Fläche.

Wir erreichen den Zaun wo wir letztes Jahr umdrehen mussten, heben die Fahrräder darüber und fühlen und bestens.
Dieses Mal schaffen wir es!
Der Station Track endet an einem Windrad welches für das Vieh kleine Becken mit Wasser füllt. Von nun an ist Cross-Country angesagt.
Wir versuchen auf dem Gibber zu bleiben, in den Spuren des Viehs zu fahren und Vegetation zu meiden.


Ruedis Fahrrad trifft es schon wieder ... pfssssssssssssss … nächster Plattfuss.
In der Annahme, dass Ruedi weiss wo das Loch ist, reisst Susi den Dorn aus dem Reifen.
Hmm, das war ein bisschen zu früh. Ruedi kann das Loch nicht mehr finden.
Wir haben keine andere Wahl als zum Windrad zurückzulaufen und den Reifen in den Tümpel zu tauchen.

Es ist bereits 13:30, wir sind immer noch 3.5 km vom Zielpunkt entfernt und haben bereits mindestens die Hälfte der Flicken gebraucht..
Bis zum Windrad werden wir etwa 30 Minuten benötigen.
Nun, das wär's dann wieder einmal gewesen. Wir müssen aufgeben.
Susi ist unendlich frustriert, aber die Tatsachen sind nicht zu ändern.
Nächstes Jahr werden wir es zu Fuss versuchen.

Also kehren wir zum Windrad zurück.
Bis dorthin, sind beide Reifen an Ruedis Fahrrad platt und auch einer von Susis Reifen verliert langsam Luft.


Wir entfernen alle 3 Reifen und prüfen sie im Wasser.
Alle haben mindestens 2 Löcher und wir haben nur noch 6 Flicken übrig.
Wir flicken den Schlauch mit den wenigsten Löchern und montieren unsere zwei Ersatzschläuche.
Um 15:30 verlassen wir das Windrad und rollen Richtung Waidezaun.

Susis Hinterreifen beginnt Luft zu verlieren …
Wir prüfen ihn und finden 3 Löcher.
Die letzten Flicken werden verbraucht.
Nun werden wir sehen was weiter geschieht .....

Wir fahren weiter, aber bald danach beginnt Ruedis Vorderreifen wieder Luft zu verlieren.
Er pumpt ihn auf und hoff damit noch ein paar Kilometer fahren zu können.
Kein Glück.
Auch Susis Hinterreifen wird immer weicher.

Wir sind immer noch etwa 4 Kilometer vom OKA entfernt, es ist unterdessen 16:30 und die Sonne beginnt sich langsam zu verabschieden.
Zurücklaufen würde heissen, in die Nacht hineinzulaufen.
Wir entscheiden uns mit den platten Reifen weiterzufahren, bis sich die Reifen von den Felgen lösen werden.
Wenn nötig werden wir die Reifen ganz entfernen und auf den nackten Felgen weiterfahren.
Auf diese Art bewegen wir uns doch mit 8 – 9 km/h vorwärts, verglichen mit 4,8 km wenn wir laufen.

es ist streng so zu fahren, aber es funktioniert.
Von Zeit zu Zeit muss Susi ein Stück zu Fuss gehen um etwas verschnaufen zu können.
Wir sind nicht gerade fit muss man sagen ...


Kurz nach 17 Uhr erreichen wir den OKA und sind glücklich, zu Hause zu sein.
Wir rufen Teri und Marc an und entschuldigen uns für den Abend in Coober Pedy.
Wir geniessen eine warme Dusche im Wagen, Essen etwas und sind schon bald im Bett.
Herrlich!

Am nächsten Morgen, kurz vor Coober Pedy, machen wir den Abstecher zu The Breakaways.
Sie sind wirklich sehenswert.


Es ist schwer vorstellbar, dass dieses gebiet vor 70 Millionen Jahren durch einen Innland See bedeckt war.
Fossilien der damaligen Wassertiere können aber überall in der Gegend gefunden werden.
Da es sich hier um eine der heissesten Gegenden Australiens handelt, betragen die Sommertemperaturen oft mehr als 45°C, wobei die Bodentemperaturen 65°C erreichen können.

Wir fahren auch ein Stück dem Hundezaun (Dog Fence ), dem längsten Zaun der Welt, entlang.

Der Süd Australische Teil des Zaun ist 2'250 km lang.
Es ist Teil einer ungebrochenen Barrikade von über 5'300 km, welche durch Süd Australien, Queensland und New South Wales führt.
Es ist die einzige Barrikade, welche verhindert, dass die Dingos in die Waidegebiete der Schafe im Süden eindringen können.

Ausserhalb des Haags leben viele Dingos.
Wenn sie den Haag überwinden, attackieren die Dingos die Schafherden innerhalb des Haags. Die Multimillionen schwerer Schafindustrie ist demnach stark von diesem Haag abhängig und somit auch interessiert ihn zu pflegen.

Wir erreichen Coober Pedy, die Opalstadt, wo sich viele Häuser unter der Erde befinden.
Die Temperatur in diesen Gebäuden ist immer gleich, egal wie heiss es draussen ist.

Viele Häuser sind in alten Mienenschächten eingerichtet, währen dessen der Mienenbetrieb im nächsten Schacht nebenan weitergeht.

Wir finden einen schönen Stellplatz, genug weit von der Stadt entfernt, so dass wir niemanden stören, aber trotzdem nahe genug, so dass wir trotzdem Internet Zugriff haben und bleiben einige Tage hier.
Ruedi versucht zum x-ten Mal seinen Reifen dicht zu bekommen ....

 

 

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Last updated: Sunday, 06.06.2010 11:44 AM


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