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Australien 2007

Coober Pedy - Oodnadatta Track - Nullarbor - Perth

Routen Details

Datum
11. - 26. Juni 2007
Route
Coober Pedy - Oodnadatta Track - Lake Eyre - Woomera - Gawler Ranges - Venus Bay - Murphey's Haystacks - Streacky Bay - Ceduna - Nullarbor - Eucla - Norseman - Esperance - Point Le Grand NP - Ravensthorpe - Hyden - Beverly - Perth
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Routenplan (Klicken zur Grossanzeige in separatem Fenster)

Am Montag den 11. Juni 2007 fahren wir nach Coober Pedy um Diesel und Wasser aufzutanken.

Nun sind wir sicher, WIRKLICH im Australischen Outback zu sein .... OKA-Gebiet ....

Wir verlassen Coober Pedy ostwärts in Richtung William Creek.

Nach dem Studium der Warnungstafeln sind wir gespannt, wie die Strecke nach Williams Creek wohl sein wird.
Aber die Strecke muss vor kurzem geglättet worden sein; die Strecke ist in gutem Zustand und Fahrt ist komfortabel.

Am Himmel sieht man dicke Wolken. Wir hoffen, dass wir nicht so im Wasser ertränkt werden wie das Hunter Valley in NSW über das letzte Wochenende, wo der Hunter River 10.5 m Wasser führte und alles überschwemmte.
Obwohl wir immer auf solche Fälle vorbereitet sind und entsprechend Proviant mitführen, haben wir trotzdem keine Lust irgendwo hier draussen stecken zu bleiben ....

Für eine gewisse Zeit fahren wir durch eine karge, unfruchtbare, mit Steinen übersäte Ebene (gibber plain).
An gewissen Stellen ist rundherum, bis zum Horizont alles flach.
Das ist ein enormes Gefühl.
Man fühlt sich so klein!


Die Regenfälle der letzten Zeit haben ihre Spuren hinterlassen; die Strasse ist an gewissen Stellen ausgewaschen und von Zeit zu Zeit sieht man immer noch Stellen wo das Wasser nicht verdunstet ist..
Die Sanddünen sind mit spriessenden Pflanzen überdeckt.

Wir versuchen den Lake Cadibarrawirracanna, Australiens längste Ortsbezeichnung, zu finden, aber der Track führt nur zu einer Viehzäunung und einem Damm.
Der Track bis hierher ist stark befahren, woraus wir schliessen können, dass wir nicht die einzigen sind, die anhand der Beschreibung im Lonely Planet Reiseführer diesen See suchen. An und für sich, dürften wir die Strecke eh nicht verlassen, da wir uns innerhalb des Woomera Raketen- und Atomtestgeländes befinden.
Etwas frustriert geben wir auf und suchen uns einen Übernachtungsplatz.

Am nächsten Morgen suchen wir weiter und fahren jeden, noch so kleinen Track.

Einer der Strässchen führt in einen kleinen Steinbruch.
Es scheint, dass hier jemand wieder einmal viel Zeit, Geduld und das nötige Können im Umgang mit dem Schaufelbagger hatte.
Die "Steinmännchen" sind mindestens 2 m hoch.


Aller guten Dinge sind drei (oder mehr) und wir treffen auf den Track zum Lake Cadibarrawirracanna.
Es hat unerwartet viel Wasser im See.
Unsere Hoffnung später den riesigen Lake Eyre mit Wasser anzutreffen steigt wieder.

Wir fahren auf unserem Weg weiter; die Sanddünen werden nun grün.
Auch ist das Wachstum der Pflanzen hier weiter fortgeschritten als noch vor ein paar Kilometern.

Wir erreichen den Anfang von Anna Creek Station, der grössten Viehzucht in Australien und auch der des grössten gepachteten Gebietes weltweit.
Das Gebiet ist 24'000 km² gross und beherbergt in normalen Jahren etwa 16'000 Stück Vieh.
In dieser unwirtlichen Gegend braucht es nahezu 1 km² Weideland um ein Tier zu ernähren ... und man wundert sich sogar, dass das möglich ist ...

Die ersten Farmer die das Gebiet pachteten, waren auf ein gutes Verhältnis zu den Aboriginis angewiesen.
Einige wurden als Schafhirten angestellt und wieder andere halfen mit die ursprüngliche Anna Creek homestead zu bauen.
Die einheimischen kannten sich im Gebiet am besten aus, fanden die besten Wege für das Vieh (stock routes), wussten wo am erfolgreichsten nach Wasser zu graben war und wo Umzäunungen zu bauen waren.

Bis in die späten 1970-er Jahre wurde das Vieh noch mit Hilfe von Pferden zusammengetrieben.
Währen dem Zusammentreiben wurden Kamele zum Transport von Material und Mannschaft und zur Versorgung der Camps benutzt.
Heutzutage wird die Musterung mit Flugzeugen, Quads und Motorrädern durchgeführt.

Wir erreichen wieder den Oodnadatta Track und stoppen bei Williams Creek um Diesel zu tanken.
Das Williams Creek Hotel ist sehr speziell.
Von aussen sieht man nur das Blechgebäude, das immer noch dasselbe ist, das 1887 gebaut wurde. Nur die Satellitenschüssel scheint etwas neueren Datums zu sein ....

... aber innen ist es ganz eigenwillig dekoriert und ist es wert besucht zu werden.

Der Oodnadatta Track folgt der Overland Telegraph Line und der Old Ghan Railway.
Zwischen Marree und Oodnadatta folgt sie mehr oder weniger einer schon früher, von den Aboriginis, bereisten Strecke.

Durch dieses Gebiet gibt es eine Linie von verlässlichen "Hügelquellen" (mound springs) und Wasserlöchern. Sie verläuft in einen Bogen vom Lake Frome, über Marree bis nach Dalhousie Springs.
Ansonsten ist dies das trockenste Gebiet Australiens und die Quellen sind die einzigen Frischwasser-Ressourcen.
Die Europäer waren auch hier auf das Wissen der Aboriginis angewiesen um die Quellen und Wasserlöcher zu finden.

Für diejenigen, die sich für Geschichte interessieren, folgen hier eine kleine Einführung:
Süd Australien, welches zu der Zeit die Kontrolle über das Northern Territory hatte, unterschrieb mit der Britisch-Australian Telegraph Company einen Vertrag, worin sie sich gegenseitig verpflichteten, bis zum 1. Januar 1872 eine 3'000 km lange transkontinentale Telegrafenverbindung, die Overland Telegraph Line (OTL), von Port Augusta zum damaligen Port Darwin zu finanzieren und zu bauen. Das war eine riesige Aufgabe, da 2'000 km der Linie durch ein Gelände führte, das eigentlich nur aus den Tagebüchern von John McDouall Stuart bekannt war, welcher diese Gegend 1858 und 1862 während verschiedenen Reisen erforscht hatte. Stuart war zwischen Marree und Oodnadatta den bereits bekannten Routen der Aboriginis gefolgt. Diese Route folgt "mound springs" (Quellen, deren Ablagerungen mit der Zeit Hügel erzeugen) und Wasserlöchern, welche als Quelle für Frischwasser gebraucht wurden.

Um Zeit zu sparen, wurden die 3'000 km in 3 gleich grosse Teile aufgeteilt, an welchen zeitgleich gearbeitet wurde. Der erste der Telegrafenmasten wurde am 1. Oktober 1870 aufgestellt.
Im Januar 1872 waren der südliche und mittlere Teil der Strecke, total 1'890 km, in Betrieb, doch immer noch waren über 600 km im Norden nicht fertig. Ein Pony-Express transportierte während dieser Zeit die internationalen Meldungen zwischen den beiden unvollendeten Enden der Linie hin und her, während dem 300 Männer ununterbrochen an der Fertigstellung der Linie arbeiteten.
Da Süd Australien vertragsbrüchig geworden war, versuchte die Britisch-Australian Telegraph Company den Staat zu verklagen. Zur gleichen Zeit brach aber das bereits funktionierende Kabel. Als es vier Monate später wieder geflickt war, waren auch die fehlenden Teile der Telegrafenverbindung fertig gestellt und die Klage wurde fallen gelassen.

Inzwischen war die Strecke zwischen Marree und Oodnadatta eine etablierte Route für Fuhrwerke geworden, welche der endlosen Linie der Telegrafenmasten folgten. Jeder, der auf dieser Strecke in Schwierigkeiten geriet, musste nur einen Telegrafenmast hochklettern und das Kabel unterbrechen; dann konnte er sicher sein, dass in eine Reparaturmannschaft fand.

Schliesslich begann die Central Australian Railway mit dem Bau einer Bahnverbindung. Sie sollte von Adelaide über das gerade entstehende Marree, Oodnadatta und Alice Springs bis Darwin führen. Da es zur Zeit eine schwere wirtschaftliche Depression gab und alleine in Adelaide tausende von Arbeitlosen auf der Strasse sassen, wurden ganze Züge voller Arbeitloser nach Norden geschickt, um an der Bahnlinie zu arbeiten. Doch diese Leute waren meist nicht mehr die Jüngsten und vor allem nicht an harte Arbeit gewohnt. Hinzu kamen noch die vielen Fliegen und sonstiges Ungeziefer, die Hitze, der ewige Durst und viele Unfälle. Die Leute desertierten in Horden von den Bautrupps.
1884 erreichten die Bahnschwellen Marree und 1890 Oodnadatta.
Oodnadatta blieb bis 1927 das Ende der Linie. Während dieser Zeit wurden die Waren mit Kamelen weiter transportiert.

Im Januar 1927 begann man mit dem Bau des letzten Streckenteils und im August 1929 wurde Alice Springs erreicht. Dies machte die Kameltreiber arbeitslos.
Da die meisten Kameltreiber aus Afghanistan stammten, wurde der Zug 1923 zu ihren Ehren erst "Afghan Express", später "The Ghan" getauft.

Die Streckenlegung war aber schlecht gewählt, immer wieder gab es Überflutungen, so genannte "Flash Floods", welche grosse Schäden am Bahntrasse verursachten.
Brückenpfosten konnten den Wassermassen meistens nicht standhalten und stürzten ein.
So ging man dazu über, die Bahnstrecke direkt durch die Flussbette zu legen, welche natürlich auch jedes Jahr weggespült wurde.
Doch es war wesentlich kostengünstiger, diese neu zu verlegen, als neue Brücken zu bauen.

Der Ghan öffnete den Zugang zum entfernten Australischen Innland und bedeutete für die in der Isolation lebenden Einwohner die psychisch und emotionell wichtige Verbindung mit der Zivilisation.
Während des 2. Weltkrieges wurde die Streck bis an die Limite betrieben. Der Verkehr stieg von 3 Zügen auf 56 Züge pro Woche.

Der Zug war für seine Ineffizienz und Unpünktlichkeit bekannt.
Die Passagiere wussten nie genau, wie lange die Reise dauern würde.
Der alte Ghan war zwar ein finanzielles Desaster aber er war unter Touristen als Abenteuer sehr beliebt.
Oder welcher andere Zug hält schon unterwegs an, damit seine Passagiere Wildblumen pflücken können?

1980 wurde die Strecke schliesslich stillgelegt und 200 km weiter westlich eine neue Verbindung zwischen Adelaide und Alice Springs eröffnet. Die neue Strecke ist auch wieder unter dem Namen "Ghan" bekannt. Erst ca. 2005 wurde schliesslich die Strecke von Alice Springs bis Darwin fertig gestellt und dem Verkehr übergeben.

Kurz nach Williams Creek steht noch eine alte Eisenbahnbrücke. Viele der Schwellen wurden unterdessen entfernt, da sie gut als Feuerholz verendet werden können.

Kurz danach zweigt einer der Tracks zum Lake Eyre ab. Er ist grässlich gewellt.
Es sieht so aus, als ob viele Leute aus Zeitmangel wie die verrückten zum Salzsee fahren und damit ihre Spuren in Form von Wellblech hinterlassen.
Über einen grossen Teil der Strecke hat es direkt neben dem eigentlichen Track ein bis zwei weitere Ausweichspuren, aber auch diese sind teilweise bereits gewellt/verwellt/gewellblecht/corrugated .... (verdammt, wie heisst das auf Deutsch!).

Die Landschaft wird immer trockener und nur noch wenig Vegetation ist vorhanden. Verwundert sehen wir einen Dingo hier draussen; von was der wohl lebt?

An dieser Stelle wird man auf eine Tragödie neueren Datums aufmerksam gemacht. Hier starb 1998 die Österreichische Touristin, Claudia Grossmüller.
Ihr Fahrzeug der zwei hatte in der Halligan Bay beim Lake Eyre einen Defekt. Sie versuchte die 65 nach Williams Creek zurück zu laufen und kam dabei ums Leben. Ihr Reisegefährte blieb beim Fahrzeug, wurde schliesslich gefunden und überlebte.
Der Grundsatz ist immer der gleiche: Man darf im Falle eines Defektes das Fahrzeug nicht verlassen!

Dann kommen wir über einen kleinen Hügel und "finden uns auf dem Mond" wieder.
Die Landschaft ist völlig verändert und sieht aus wie eine, mit einem Schweissbrenner verbrannte, schwarze Fläche.
Sehr eindrücklich.

Wir fahren zum ABC Point, einer der wenigen Punkte von welchem aus man an den Lake Eyre kommt, und erwarten entweder Wasser oder bekannte weiss gleissende Panorama des Salzsees vorzufinden.
Aber wir sehen weder das Eine noch das Andere, sondern nur eine graue, unendliche Fläche.

Lake Eyre ist mit 15 Metern unter dem Meeresspiegel, der tiefste Punkt von Australien.
Der Lake Eyre besteht eigentlich aus zwei Seen - dem Lake Eyre North und dem Lake Eyre South – verbunden durch den schmalen Goyder Channel. Die Fläche des gesamten Sees beträgt etwa 9'700 km².
Lake Eyre, der weltweit fünf-grösste See ohne Abfluss zum Meer ist gleichzeitig das flächenmässig grösste Flusssystem der Welt.
Das Einzugsgebiet des Lake Eyre umfasst einen Sechstel der Fläche des Australischen Kontinents und das zufliessende Wasser stammt unter anderem vom Diamantina River, dem Warburton River, sowie dem Cooper Creek.

Der See wurde in den vergangenen 150 Jahren lediglich 3 Mal bis nahe an seine Grenze gefüllt, das letzte Mal 1974. Er bekommt durchschnittlich alle 8 Jahre einmal nennenswert viel Wasser.
Es braucht etwa 3 Monate um ihn zu füllen und etwa 2 - 3 Jahre bis das Wasser wieder verdunstet ist. Wenn er einmal voll ist, bräuchte es die Kapazität des Murray River um die Verdunstung aufzuhalten.

Auf dem Weg zur Halligan Bay wird das Land sandig.

Aber auch in der Halligan Bay können wir weder Wasser, noch die gleissende weisse Weite sehen.
Die kürzlichen Regenfälle haben die Oberfläche aufgeweicht und alles zu einer grauen Fläche werden lassen.
Trotzdem können wir etwas von seiner Grösse erahnen und einfühlen lassen.

Dort finden wir auch einen einsamen Baum mit erstaunlichen Wurzeln.
Wir können nur staunen ob dem Überlebenswillen gewisser Pflanzen hier draussen.

Auf dem Rückweg zum Oodnadatta Track sieht Ruedi einen Damm mit dazugehörender Viehtränke, das ganze wird von einer Bohrung gespiesen.
Wie die meisten dieser Bohrungen, die Wasser aus dem Artesischen Becken beziehen, ist auch diese sauber gefasst um die Durchflussmenge regulieren zu können.
Australien führt genau Buch, wie viele Bohrungen betrieben und wie viel Wasser damit bezogen wird um den Wasserspiegel des Artesischen Beckens unter Kontrolle zu haben.
Der Überlauf aus dem Damm generiert für Tiere die hier draussen sonst keine Chance hätten einen Lebensraum.

Das ist der ideale Ort um den Vorderreifen einmal mehr zu untersuchen, da dieser immer noch Luft verliert.
Glücklicherweise scheint es nur das Beadlock Ventil zu sein, das gegenüber der Felge nicht dicht ist..

Wir entscheiden in der Nähe zu übernachten so dass Ruedi einmal mehr den Reifen reparieren kann.
Nachts fällt die Temperatur auf 2.9°C ....

Am Morgen pumpt Ruedi das reparierte Rad. Es sieht gut aus und wir hoffen, dass wir den Fehler endlich gefunden haben.

Wir erreichen Warriner Creek, wo die Eisenbahnbrücke immer noch gut erhalten ist.
Im Warriner Creek hat es immer noch ziemlich viel Wasser.
kein Wunder, ist der Lake Eyre nicht schön weiss, bei den vielen Creeks welche immer noch in den See fliessen


Da auch hier viele Schwellen fehlen, ist eine Fahrt über die Brücke mit harter Arbeit verbunden, da laufend fehlende Schwellen von hinten vor die Räder gelegt werden müssen um die Lücken zu schliessen.
Wir können nur empfehlen, nicht auf diese Weise über die Brücke zu fahren!
(Wir haben uns an dieselbe Empfehlung gehalten und die Strasse über den Creek benutzt .... wollten euch nur ein bisschen veräppeln ....)

Nächster Halt ist bei Beresford Siding, um die gut erhaltene Bahnstation, die Wassertanks und andere Relikte des alten Ghans zu besichtigen.
Der nahe gelegene Damm ist von Bäumen umgeben und es scheinen viele Vögel hier zu wohnen.

Kurz danach fahren wir an Mt. Beresford vorbei. Der Hügel ist der Überrest einer ehemaligen Quelle (mound spring).
Wir wundern uns, wie viel Wasser aus der Quelle geflossen haben muss, damit die abgelagerten Mineralien einen solchen Hügel bilden konnten ....

Wir kommen zum Kewson Hill. Anhand des Reiseführers handelt es sich dabei um die grösste aktive Quelle entlang des Oodnadatta Tracks.
Entweder fliesst auch hier kein Wasser mehr, oder der Durchfluss wurde künstlich, drastisch reduziert.
Der Hügel sieht aber immer noch interessant aus.

Hier ist auch die ehemalige Eisenbahnlinie noch gut sichtbar. Diese Strecke im Ghan zu bereisen muss schön und interessant gewesen sein.

Wir fahren weiter zu den Coward Springs.
Die Quelle ist nach Corporal Thomas Coward, von Warburton's Expeditions-Mannschaft, welche die Quelle 1858 entdeckte, benannt.
Der Ort wurde offiziell am 2. Februar 1888 eröffnet.
Es war eine wichtige Siedlung und bestand aus Spital, Hotel, Einkaufsladen und verschiedenen Gebäuden der Eisenbahngesellschaft (einer Wetterstation, einem Gebäude mit 4 Räumen, einem Mannschaftshaus mit 2 Räumen, einem blechernen Maschinen-Wartungsraum und einigen weiteren Gebäuden). Sie hatten sogar einen Bahnübergang, einen Rangierbahnhof, eine Vieh-Verladestation für Lastwagen und Bahn, sowie eine Drehscheibe zum wenden von Lokomotiven und Wagen.

Eine Diesel Lokomotive bei Cowards Springs (1957).

Das Coward Springs Hotel, welches 1956 zerstört wurde.
Gemäss der Info im Museum wurde es um 1910 fotografiert.

Im Juni 2010 haben wir ein Mail von Jean Wood mit dem folgenden Text (übersetzen) erhalten:
"Das Foto des Coward Springs Hotels wurde vor dem 20. Dezember 1906 gemacht und zeigt meinen Grossvater Magnus Cheyne, seine Frau und die Kinder Connie, Minnie und Kate.
Mein Grossvater starb am erwähnten Tag."

Danke für diese Meldung!

Aus der Artesischen Quelle neben der Eisenbahn flossen einst 1.2 Millionen Gallonen pro Tag (Das linke Bild zeigt die Quelle "natural spa" von Coward Springs um 1890).
Die Bahnangestellten nahmen jeweils ein Bad in der warmen Quelle, während der Zug rangiert wurde.
Später hat die Quelle wie ein schnell fliessender Fluss ausgesehen, da die Quellfassung auseinander brach. Das Wasser überflutete grosse Gebiete, was viele verschiedene Tierarten anlockte.
Jahre darauf wurde die Bohrung verschlossen um Wasser zu sparen, wobei ein Teil des Feuchtgebietes wieder austrocknete.
Heute ist wieder ein kleines Schwimmbad vorhanden.
Wir haben das Gefühl, das Wasser sei weniger warm als in Dalhousie Springs. Da auch noch eine frische Brise wehte, war das Angebot eines Bades für uns zu wenig verlockend ..... (Warmdüscheler!)

Während des 2. Weltkrieges wurde ein Tank zum befüllen der Dampflokomotiven gebaut.
Ohne Erfolg wurde versucht, das Wasser durch Zusätze "weicher" zu machen.
Die Zugsmannschaften wussten immer wenn mit Wasser aus Coward Springs gefahren wurde, wegen der schwarzen Gesichter der Techniker, welche die schlecht arbeitenden Dampfkessel warteten.
Nach Kriegsende wurde das Wasser von Coward Springs nicht mehr verwendet.

Das Photo zeigt Lastkamele vor dem Haus des Stationsvorstehers der Cowards Springs Bahnstation (um 1910).
Die Gebäude des Stationsvorstehers und der Techniker wurden mit viel Liebe restauriert.
Im Kamin wohnt heute ein Galah (Cacatua roseicapilla) Paar.

Die heutigen Sanitären Anlagen sind grossteils aus Teilen der alten Anlagen gebaut.

Wir erreichen den Wabma Kadabu Mound Spring Conservation Park, eine schöne Ansammlung verschiedener "Mound Springs" in den verschiedensten Entwicklungs-Stadien.
Die bekannteste Quelle ist "Blanches Cup", wegen des symmetrisch geformten Hügels und dem runden Becken der darauf befindlichen Quelle.
Die Aussicht von oben ist einfach grossartig; es ist sehr friedlich hier.
Ein paar hundert Meter davon entfernt befindet sich der "Blubber", ein flaches Quellbecken mit einem sehr feinen, sandigen Boden. Der Sand fliesst immer wieder in die Quelle und verschliesst sie für eine gewisse Zeit. Dann drückt das Wasser an irgendeinem Ort des Beckens erneut durch und generiert herrliche, verschiedenfarbige Sandwellen, die sich über den ganzen Beckenboden bewegen.

Wir fahren weiter nach Curdimurka.
Die lokalen Aboriginis glaubten, dass in der Nähe des Lake Eyre eine riesige Schlange Namens Kuddimuckra wohne.
Sie unterliessen es, entlang des Seeufers zu reisen und viele von ihnen flohen, als sie das erste Mal den nahenden Ghan sahen.

Die Siedlung von Curdimurka aus dem Jahre 1888 ist die letzte wichtige Station an der Ghan Eisenbahnstrecke die sich in gutem Zustand befindet. Sie besteht noch immer aus dem Stationsgelände und der Wasseranlage mit dem Wasserturm.

Einige Galahs sitzen auf dem Stationsgebäude und schwatzen.
Immer wieder bekommen sie Antwort aus dem Inneren des Gebäudes ... das tönt wie wenn einer ihrer Kollegen aus dem Gebäude befreit werden müsste.
Ruedi geht ins Innere und lässt die Türe offen, aber der Vogel ist so verstört, dass er einige Male in das geschlossene Fenster fliegt.
Erst als sich Susi von aussen vor das Fenster stellt, findet der Vogel den offenen Ausgang und ist frei.
Ober er wohl seine Lektion gelernt hat?

In den Jahren 1943-44 wurde in Curdimurka für die Bahn eine Wasserenthärtungsanlage aufgebaut, um mit dem hoch mineralisierten Wasser zurechtzukommen.

1989 fielen in der Nähe des Lake Eyre South in 44 Stunden 381 mm Regen, was Teilen der übrig gebliebenen Bahnstrecke um Curdimurka schwer zusetzte


Curdimurka ist bekannt für seinen Outback Ball, der jedes zweite Jahr im Oktober stattfindet.
Der Anlass beginnt mit einer Bahnfahrt über eine 3 km lange, wieder hergestellte Strecke, gefolgt von einem Nachtessen und einem Ball auf einem riesigen Holzboden, welcher extra jedes Mal für den Ball aufgebaut wird.
Am Ball nehmen jeweils etwa 5000 Personen teil, gekleidet in Smoking und Abendgarderobe.

Wir fahren zur Stuart Creek Bridge, die sich ein paar hundert Meter neben der Bahnstation befindet. Die Brücke ist 433 Meter lang, ist die zweitlängste Brück der alten Ghan-Strecke und wurde 1887/88 gebaut.

Unterdessen sind wir nicht mehr überrascht im Creek Wasser zu sehen.
Noch vor nicht allzu langer Zeit muss auch von gier her noch Wasser in den Lake Eyre geflossen sein.
In der nahen Umgebung wachsen auch wieder einige interessante Pflanzen.

Wir fahren weiter und finden bei der Gregory Creek Railroad Bridge einen schönen Übernachtungsplatz, wo Ruedi sich einmal mehr um seinen immer noch leckenden Reifen kümmert.
Aber er muss aufgeben. Wir benötigen ein Wasserbecken in welchem wir das ganze Rad eintauchen können um das Loch im Reifen, oder was es immer ist, zu finden.

Auch finden wir hier einen Teil der originalen Telegrafenverbindung zwischen Adelaide und Darwin.
Die Eisenbahnlinie verlief parallel zur Telegrafen-Linie.
Der grösste Teil der Masten wurde zerstört, oder von Souvenirjägern mitgenommen.

Nach einer kalten Nacht mit nur 14°C, erreichen wir am Donnerstag den 14. Juni die Borefield Road welche nach Westen abzweigt und folgen nun dieser.
Parallel zur Strasse verläuft von Bopeechgee Boreeine bis Roxby Downs eine Wasserpipeline, durch welche täglich 33 Millionen Liter Wasser in die Minenstadt fliessen.
An diesem Strassenabschnitt gibt es nicht viel zu sehen.
Sie ist sogar noch in einem besseren Zustand als der Oodnadatta Track, und das ist ja schon ein Gravel Highway, aber es hat einigen Minenverkehr auf der Strecke.

Wir fahren entlang eines speziell aussehenden Zauns .

.
Die Informationstafel an der Strecke versorgt uns mit vielen Informationen betreffend dieses Wiederherstellungs-Projektes von Fauna und Flora. Sie versuchen das Gebiet innerhalb des Zauns in den vor-europäischen Zustand zurückzubringen.
Einige Minen- und Farmgebiete wurden ausgesucht um zu untersuchen, wie die Pflanzen- und Tierwelt darauf reagiert, wenn man die nicht-heimischen Tiere, wie Kaninchen, Katze, Hunde und Füchse aus dem Gebiet entfernt.

Seit der Europäischen Besiedlung sind 60% der Säugetiere die einst in der Gegend von Roxby Downs lebten, lokal oder landesweit, ausgerottet und sind nur noch auf einigen kleinen Meeres-Inseln zu finden.
Der grösste Teil der Tiere wurde in den 1930-er Jahren ausgerottet und als Grund wird die Einschleppung von Kaninchen, Katzen und Füchsen in den Wüstengebieten vermutet.

Die Kaninchen wurden das erste Mal 1859 nach Australien gebracht. Sie besiedelten innert 50 Jahren weite Teile der wüsten- und wüstenähnlichen Gebiete.
Kaninchen hatten einen katastrophalen Einfluss auf das einheimische Ökosystem. In guten Jahren erreichte ihre Population bis zu 600 Tiere pro km² ....
Man nimmt an, dass die Kaninchen den Burrowing Bettong (Bettongia lesueur) und den grösseren Bilby (Macrotis lagotis) verjagt haben. Auch glaubt man, dass sie für die Ausrottung vieler anderer, mittel-grosser Säugetiere mitverantwortlich sind, wegen der Konkurrenz um die Ernährungs-Ressourcen und weil wegen der vielen Kaninchen die Anzahl der jagenden Tiere zunahm.
Viele Pflanzen in den kargen Regionen haben Mühe in den, von Kaninchen bewohnten Gebieten, hoch zu kommen. Speziell langlebigen Bäumen wie dem Western Myall (Acacia papyrocarpa) werden in jungen Jahren selektiv die Blätter abgefressen, oder es wird ihnen rund um den Stamm herum die Rinde abgefressen.
1996 wurde im Gebiet um Roxby Downs erstmals die Rabbit Calicivirus Disease (RCD) festgestellt und innert 2 Jahren verminderte sich ihre Population auf nur noch 5 - 10 Tiere pro km².
Die Zeit der niedrigen Population erlaubte es, das Kaninchen freie Arid Recovery Reserve zu erstellen.

Wilde Katzen und Füchse sind ausserhalb des Reservats weit verbreitet und jagen viele verschiedene, einheimische Tiere, inklusive Vögel, Reptilien und Säugetiere.
Beide Tiere, werden regelmässig, rund um das Eingezäumte Gebiet herum gefangen.
Akustische Köder, die wie Katzen, oder Vögel tönen, werden verwendet, um die Tiere in die Fallen zu locken (in den letzten 10 Jahren wurden in der Umgebung von Roxby Downs beinahe 1'000 Katzen gefangen und getötet).
Die Analyse des Mageninhaltes einer verwilderten 7 kg Katze ergab, dass ihr Essen aus zu 34 Reptilien, 13 Vögeln, 6 Säugetieren und 1 Frosch bestand.

Für die Studie wurde ein 60 km² grosses Gebiet mit einem 34 km langen kaninchen-sicheren Haag eingezäunt.
Die ursprüngliche Konstruktion wurde im Kleinen getestet, indem man verwilderte Katzen in ein solches Gehege sperrte und beobachtete ob und wie sie fliehen können.
Verschiedene elektrische und mechanische Modifikationen mussten angebracht werden bis die endgültige Version fertig war. Der Haag sieht heute folgendermassen aus:
• Die untere Hälfte ist aus kaninchen-dichtem 30 mm Geflecht.
• Eine 30 cm tiefe Schürze ist in den Boden gegraben, was verhindert, dass sich die Tiere unter dem Haag durchgraben.
• Am oberen Ende des etwa 2 Meter hohen Haags ist ein flexibles Stück Geflecht angebracht, das die Jäger schwer überwinden können.
• Der Hauptteil des Haags ist, als zusätzliche Sicherheit elektrisch geladen.

Nach dem aufstellen des Haags mussten erst alle unerwünschten Tiere aus dem Reservat entfernt werden.
Vier, lokal ausgestorbene Tierarten (Greater Stick-Nest Rat, Burrowing Bettong, Western Barred Bandicoot und der gefährdete Greater Bilby), wurden wieder ausgesetzt.
Ein Tier- und Pflanzen Beobachtungs-System überwacht die Veränderungen seit der Verbannung der Raubtiere.

Kurze zeit später erreichen wir Roxby Downs, wo sich die Olympic Dam Mine, die grösste Uranmine der Welt, befindet.
Von hier geht es auf Asphalt südwärts bis Woomera.
Es ist ein flacher, langweiliger Abschnitt ... wenn es keine Strommasten hätte, würde überhaupt nichts über den Horizont hinausragen.

In Woomera besuchen wir das kleine Museum mit seiner Sammlung an Raketen und anderen, meist optischen und elektrischen Geräten, die zur Zeit der Atomtests, zum Beobachten der Raketen, gebraucht wurden.
Die Ausstellung wurde erst vor 2 Wochen eröffnet.
Der Angestellte im Museum erzählt uns, dass heute oder Morgen vom Woomera-Testgelände eine Rakete abgefeuert würde.

1947 wurde das Gebiet von Lake Torrens im Südosten bis Maralinga im Südwesten (600 km) und nördlich bis auf 250 km an das Northern Territory reicht, zur Sperrzone erklärt.
Die E.L.D.O. (Europa Launcher Development Organisation) und die NASA testeten zwischen 1960 und 1972 Geschosse und Raketen aller Art.
Die Versuche selber wurden im Bereich der Great Victoria Desert durchgeführt.
Die Atombombenversuche verseuchten die darin lebenden Maralinga Tjarutha-Aboriginis. Die Überlebenden wurden erst Jahre später nach Yalata an der Nullarbor umgesiedelt.

Wir fahren weiter südlich und erreichen in Pimba wieder den Stuart Highway.
An der Strecke sehen wir einen Wegweiser zu einem Photospot.
Wir fragen uns amüsiert, wo es wohl in dieser gottlos verlassenen und unendlich flachen Weite etwas zum fotografieren gibt.
Aber weit gefehlt!

Da gibt es einen fantastischen Aussichtspunkt hinunter zur Island Lagoon mit der Erna Island.

Kurz danach finden wir einen der wenigen guten Schlafplätze in der weiteren Umgebung.
Nach einem sonnigen, aber kalten und windigen Tag (max. of 19.5°C) freuen wir uns auf die warme, gemütliche Kabine.
Wir erleben eine weitere kalte Nacht mit lediglich 2 °C.

Am Freitag geht es weiter westwärts.

Wir schauen uns die Lake Hart Rest Area etwas genauer an und sind überrascht von den schönen Spiegelungen im Salzsee.

Wir folgen einem rauen Track zum Ufer des Salzsees und finden dort einen ganzen Salzberg.
Hier scheint früher Salz gewonnen worden zu sein.

Draussen auf dem See sind immer noch Reste von verrotteten Schienenanlagen und Teile von Wagen zu sehen.

Auch scheint die Armee den See als Zielgelände zu verwenden.

Wir erspähen einen Splendid Wren (Malurus splendens) und sind wieder erstaunt, was hier alles überleben kann.

In Glendambo verlassen wir den Asphalt wieder und fahren westwärts nach Kingoonya.
Plötzlich hören wir auf UHF Kanal 40 zwei Truckees diskutieren ... "war das ein Flugzeug... oder was sonst ...?
Der Raketenstart! Schnell halten wir an und verlassen den OKA, sehen aber nur noch die Rauchfahne am Himmel.
Später hören wir af ABC-Radio, dass es tatsächlich der Raketenstart in Woomera war, wobei ein neuer Verbrennungsmotor getestet wurde, welcher in der Stratosphäre Geschwindigkeiten bis zur 10-fachen Schallgeschwindigkeit erlauben soll.


Die Strasse führt entlang der Eisenbahnlinie und ist in gutem Zustand.
Die Strecke bis Kingoonya ist der einzige Teil der Trans Access Road entlang der Trans Australian Railroad welcher immer noch befahren werden darf.
Weiter westlich, nach dem Googes Track, wurde die Strecke für Privatfahrzeuge gesperrt, was sehr schade ist.
Es ist aber verständlich, da es vermehrt vorkam, dass gestrandete Touristen zu ihrer Hilfe den Zug stoppten .....

In Kingoonya überqueren wir die Bahnstrecke und fahren südlich in Richtung Wirrulla weiter.

Auch hier muss es in letzter Zeit geregnet haben, das Land ist grün und überall blüht es.

Weiter geht es dem Lake Everard entlang.
Es hat etwas Wasser im Salzsee und darin spiegeln sich die schönen Dünen.
Das Gebiet sieht anders aus als das letzte Mal als wir hier waren.
Es ist mit Gras bewachsen, die Pflanzen wachsen und sehen frisch aus.
Am Nachmittag sehen wir viele Kängurus, alle sehen gut genährt und gesund aus; dieses Jahr scheint es viel Futter zu haben.

Schon erreichen wir unser heutiges Ziel: Mt. Hiltaba.
Das Tal zwischen dem Hügel und der Strasse ist übersäht mit Wombatbehausungen und Pfaden.
Wir hoffen im späteren Verlauf des Tages einige zu Gesicht zu bekommen.


Ruedi versucht einmal mehr seinen Reifen dicht zu bekommen. Es ist mühsam, wenn man über Wochen alle paar Stunden nachpumpen muss.
Eigentlich gibt es nur noch eine Möglichkeit, wo das Problem liegen kann: Die Luft muss zwischen beiden Hälften der Felgen, bei der Gummidichtung entweichen. Wegen der Konstruktion der Felgen, kann man die Stelle von aussen nicht einsehen und müsste das Rad tatsächlich total ins Wasser tauchen um etwas feststellen zu können. Also nimmt er das Rad heute ganz auseinander und dichtet die Stelle neu ab.

Einige wilde Pferde kommen zu uns und sehen uns interessiert zu.
Aber als Ruedi die Luft aus dem Reifen lässt, nehmen sie verängstigt reis aus.

Ruedi arbeitet bis zum Einnachten .... und macht viel zu viel Lärm für die Wombats; sie erscheinen nicht.

Es ist die erste Nacht im OKA mit Temperaturen unter Null (- 0.1°C).
Schon vor dem Morgengrauen stehen wir auf und halten Ausschau nach Wombats.
Alles was wir aber zu Gesicht bekommen sind Kaninchen! Obwohl sie eine Plage sind, ist es lustig ihnen zuzusehen.

Die gestrige Reparatur scheint sich gelohnt zu haben - der Reifen ist dicht (endlich!!!!).
Also entscheiden wir uns durch den Gawler Ranges National Park zu fahren.
Auch hier sehen wir keine Wombats. Wir sind ein bisschen frustriert.
Als wir letztes Jahr im Juli hier waren hatte es überall Wombats, man musste richtig aufpassen, dass man keinen überfuhr!
Dafür sehen wir viele, grössere Gruppen von Kängurus.
So lange wir fahren, kümmern sich die Skippies nicht um uns, aber sobald wir anhalten um sie zu fotografieren, sind sie im Nu verschwunden.

Die Gawler Ranges wurden vor etwa 1'500 Jahren gebildet und sind vulkanischen Ursprungs.
Die Felsen der weitläufigen, welligen Gebirgszüge bestehen aus ausgeworfener Asche heftiger Vulkanausbrüche.
Als die Asche abkühlte und sich verdichtete entstanden senkrechte, 5 - 6 eckige Säulen.


Wir besichtigen das bekannteste Gebiet, die "Organ Pipes".

Wir folgen weiter dem "scenic drive", widerstehen aber der Versuchung, die 4WD-Tracks zu versuchen.
Wir wollen sie "aufsparen" und erst zusammen mit Ruedi's Schwester und ihrem Mann fahren.


Ausserhalb des Parks, auf dem Weg nach Wudina, besuchen wir die "Pygery Rocks", eine kleine Gruppe lustiger Felsbrocken.
Die Aussicht über das weitläufige Land von dort ist schön; alles ist grün und es erinnert einem an Schottland.
Vom Zentrum Australiens kommend, wo trotz der vielen Pflanzen, die rote Farbe und die Dürre vorherrscht, ist dieses saftige Grün, das alles dominiert, für uns ungewohnt.

Nachdem wir in Wudina Diesel aufgefüllt haben, geht es in der Richtung Küste weiter, aber schon bald übernachten wir ausserhalb von Talia.
Da für die Nacht Regen voraussagt ist, sind wir etwas vorsichtiger wo wir den Wagen hinstellen, prüfen den Untergrund und stellen sicher, dass wir die Strasse auf alle Fälle erreichen können.

Es fällt kein Regen, aber wir erleben einen sensationellen Sonnenaufgang mit vielen rosaroten Wolken; kein gutes Zeichen für das heutige Wetter.
Bei den Talia Caves machen wir Halt.

Wir besichtigen die "Woolshed Cave".
Der Fels besteht aus grobkörnigem Sandstein, der früher mit jüngerem, feinem Sandstein überdeckt war.
Die destruktive Kraft der Wellen hat Teile des groben Sandsteins weggespült und hat interessante Höhlen und Felsformationen hinterlassen.


Im Falle des "Tubs", entstand erst eine Höhle, darauf wurde über die Jahre auch die darüber liegende Decke der Höhle aus feinsandigem Sand so weit geschwächt, bis die Decke einstürzte.
Der Eingang der Höhle ist immer noch überdacht, aber dahinter befindet sich ein nach oben offenes Loch mit einem Durchmesser von 20 -25 Metern.
Es ist faszinierend im Loch zu sitzen und den Wellen zuzusehen, wie sie durch den Höhleneingang heraufkommen; leider ist aber Ebbe ....


Danach fahren wir nach Venus Bay.
Vom kleinen Fischerhafen weg führt ein kleiner Spazierweg, der entlang der Küste führt, wo die Flut reinkommt.
Bei den Klippen, welche von den Wellen bespritzt werden kann man viele Tiere, inklusive Seehunde (oder sind es Seelöwen?) beobachten.

Beim Landesteg herrscht reger (Vogel) Flugbetrieb ... alle warten auf ihren Anteil am heutigen Fang der Fischer.

Wir beschliessen auf dem lokalen Campingplatz zu übernachten und hier auf besseres Wetter zu warten.

Der Regen entscheidet sich über Nacht, in Adelaide zu fallen .... wir erwachen zu einem schönen Sonnenaufgang mit kitschigen rot und blau gefärbten Wolken.

Heute Montag den 16. Juni, ist die erste Attraktion an unserer Route, die Murphy's Haystacks, Formationen die durch Erosion gebildet wurden.

Die "Heuhaufen" werden technisch als Inselberge bezeichnet (wie steil aus dem Meer herausragende kleine Inseln).
Inselbergeentstehen wegen ungleichmässiger Erosion des Gesteins.

Die Murphy's Haystacks bestehen aus schönem, pink Hiltaba Granit und sind etwa 1'500 Millionen Jahre alt.
Die heutige Form entstand vor etwa 100'000 Jahren..

Der hässliche Wind ist ungemütlich und hält die Temperaturen heute tief.

Wir fahren zum Point Labatt Conservation Park, ein Reservat an der Küste, das eine Kolonie spezieller Seelöwen (oder sind es Seehunde?) schützt.
Es ist der einzige Ort, wo Seelöwen an der Küste brüten. Gleichzeitig ist es Australiens grösste Seelöwen Kolonie.
Diese Seelöwenart ist Australiens meist gefährdete Meeressäuger und einer der seltensten "Pinnipeds" der Welt.

Der Umweg zu den "The White Sands of Yarnebie" ist ebenfalls lohnenswert, aber die Zufahrt ist nicht einfach zu finden, da die Dünen von der Strasse her kaum zu sehen sind.
Der Sand wird vom Wind über die Kreten geblasen. Es sieht aus wie wenn es Schnee wäre.

Wir passieren Streaky Bay, wo wir in der Bucht Delfine sehen und fahren danach wir weiter Richtung Ceduna.

In Thevenard schauen wir den Verladehafen an. Es muss beeindruckend aussehen, wenn im Hafen die grossen Schiffe mit Korn aus den grossen Silos beladen werden.
Wir fahren durch Ceduna und folgen danach einer kleinen Nebenstrasse in Richtung Penong, neben welcher wir übernachten.
Während der Nacht holt uns schliesslich der Regen ein.
Und logischerweise hat Ruedi genau heute ausnahmsweise nicht darauf geachtet, in Abfahrtsrichtung zu parkieren. Also steht er nachts auf um den Wagen so umzuparkieren, dass wir am Morgen, auch bei weichem Untergrund, sicher die Strasse erreichen können.

Am Dienstag regnet es streckenweise immer wieder.
Wir kehren auf den Eyre Highway zurück und passieren Penong.

Den Abstecher nach Fowlers Bay, einem kleinen Fischerdörfchen, machen wir trotz des unfreundlichen Wetters.
Ein Regenbogen über Sanddünen ... irgendwie ungewohnt.

Zurück auf dem Eyre Highway geht es weiter Richtung Grenze von West Australien.
Da an der Grenze eine Quarantänen-Checkpoint ist, wird am Mittag alles Gemüse gekocht und alle Früchte zu Fruchtsalat verarbeitet.

Den ganzen Tag fahren wir durch Regenschauer mit teilweise schaurigen Regen und sehen viele Regenbogen.
Es ist schwer vorstellbar, dass diese grüne und gedeihende Fläche die Nullarbor (lateinisch für: Keinen Baum) sein soll. Sie ist so benannt, weil darauf nur wenige Bäume überleben.

An der Grenze werden die Uhren wieder um 1½ Stunden zurückgestellt. Das ist bei uns ein ziemliches Unterfangen, das wir die Zeit an sage und schreibe 19 (eins - neun) Orten (Uhren, Geräte, Betriebsysteme und Applikationen) umstellen müssen.
An der Quarantänestation nehmen sie es heute pingelig genau. Alles muss geöffnet werden und wird nach Früchten und anderen verbotenen Waren durchsucht.
Da wir alles seriös vorbereitet haben und die Überreste vorgängig sauber entsorgt haben macht uns auch die unfreundliche, hässige Beamtin nicht nervös.

Ein paar hundert Meter später veschlaufen wir uns in den Busch und sind nicht mehr zu sehen.
Da es während der Nacht wieder heftig regnet, bleiben wir am Morgen noch vor Ort, arbeiten an der Webpage und warten auf besseres Wetter.


Sowie sich die Sonne zwischen den Wolken zeigt, brechen wir auf um die Eucla Telegraph Station anzusehen.
Eine Kolonie Pink Cockatoos (Major Mitchell; Cacatua leadbeateri) lebt im grossen Baum neben der Ruine.

Die Old Telegraph Station wurde 1877 gebaut und war Teil der ersten Telegraphen-Verbindung mit West Australien.
Um den Bau zu beschleunigen, wurde auch hier von beiden Seiten her gebaut. Eucla war der Treffpunkt beider Bauequippen.
Später wurde die Telegraphen Linie verlegt, so dass sie zukünftig weiter nördlich, parallel zur Bahnverbindung verlief. Die Station von Eucla wurde 1927 geschlossen.
Langsam aber sicher wird die Ruine von den Sanddünen verschluckt ... viel sehenswertes verschwindet dabei allerdings nicht ....

Die Dreckstrasse zur Station ist vom Regen aufgeweicht.
Die Fahrzeuge der Touristen, welche die Station besichtigen haben der Strasse schon ziemlich zugesetzt.
Wir sind erstaunt, wie schnell eine harte Dreckpiste weich wird und wie wenig es zur Beschädigung braucht.

Da sich das Sonnenfenster schnell wieder schliesst, beschliessen wir weiter westwärts, schönerem Wetter entgegen zu fahren.
Es regnet den ganzen Tag immer wieder und so erreichen wir bis am Abend Madura, wo wir beim Aussichtspunkt auf dem Madurapass übernachten.
Die Lastwagen, die den Pass hochfahren machen einen solchen Krach, dass wir weiter von der Strasse wegfahren. Besser eine ruhige Nacht als eine schöne Aussicht.

Über Nacht fällt weiterer Regen.
Da unterdessen sicher alle Naturstrassen weich sind und wir diese mit unserem Gewicht sicher beschädigen würden entscheiden wir uns bis auf weiteres nur noch auf Asphaltstrecken zu fahren. Dabei hätten wir auf der Nullarbor das erste Mal Zeit für die vielen lohnenden Abstecher. Es soll einfach nicht sein.

Auch die Strasse zu den Newman Rocks ist sehr weich ....
Es ist einfach nicht unsere Zeit .... aber Zeit für eine warme Dusche und so fahren wir auf den Campingplatz von Norseman .....

Obwohl der Wetterbericht schlecht ist, scheint am Freitagmorgen die Sonne.
Wir entscheiden Perth über die südliche Asphaltroute, via Esperance, anzufahren..
Die Temperaturen sind mit 7 – 9°C nachts und 15 – 19°C nicht zu kühl.
Wenn wir uns entsprechend anziehen können wir immer noch kleine Wanderungen unternehmen und and der Küste vielleicht auch noch den einen oder anderen Wahl beobachten.


Da sich das Wetter bessert fahren wir zum Cape Le Grand National Park bei Esperance
Wir wählen alsl erstes Ziel die Lucky Bay.
Es ist ein wunderschöner Ort; der weisse Sand, blaue Ozean, die Hügel und Felsen .... da bleiben wir über Nacht.

Während der Nacht regnet es (haben wir das nicht weiter oben schon einmal geschrieben?) aber am Morgen ist es freundlicher und teils sonnig, also wandern wir sofort los zur Thistle Cove.

Die Kängurus an der Lucky Bay sind sehr zutraulich ... zu zutraulich.
Auf grossen Tafeln wird man denn auch gebeten, die Tiere doch bitte nicht zu füttern. Viel wird es ja nicht nützen.

Die Felsgebilde sind teils sehr beeindruckend, bei einigen fragt man sich, wie lange die Blöcke wohl noch aufeinander stehen werden.

Obwohl es Winter ist, blühen einige Pflanzen.

Einige sind wieder extravagant.

Ein interessantes Exemplar ist der Granite Woollybush (Adenanthos sericeus subsp. sphalma).
Man muss schon sehr nahe hinschauen, dass man die geschützten Blumen zwischen den Nadeln sieht.

Es ist eine schöne, kurze Wanderung mit schönen Blicken auf die Küste ....

... aber wir begegnen da draussen nicht vielen anderen Kreaturen, nur einige Sooty Oystercatchers (Haematopus fuliginosus) ...

Der Wind wechselt seine Richtung und wird stärker. Es kündigt sich wieder schlechteres Wetter an.
Also laufen wir wieder zurück, packen unsere sieben Sachen wieder zusammen und fahren zur Hellfire Bay zum Mittagessen.
Der Strand ist schön, lang, besteht aus weissem, vom Wasser gewaschenen Sand und lädt zum baden ein (wenn das Wasser nur nicht so kalt wäre ....).

Hier hat vor kurzem ein Buschfeuer gewütet und grosse Bereiche abgebrannt.
Es ist interessant zu sehen wie sich die Natur erholt. Die Samen sind teils immer noch intakt. Es gibt auch Pflanzen, deren Samenstände sich überhaupt erst nach einem Brand öffnen!

Das Wetter wird schlechter und es beginnt wieder zu regnen und so verzichten wir darauf den Frenchman Peak zu besteigen.
Wir übernachten am Le Grand Beach Camp Ground, immer noch im Cape Le Grand National Park
Der Wind bläst das schlechte Wetter an uns vorbei und hinterlässt uns etwas Sonnenschein, aber nur so lange, dass es für einen schönen Spaziergang dem Strand entlang reicht.
Dann trifft uns der Sturm und obwohl wir hinter einer Düne gut geschützt sind, wird der OKA von Zeit zu Zeit durchgeschüttelt.

Am nächsten Morgen ist der Wetterbericht so schlecht, dass wir uns entscheiden nicht weiter Touristen zu spielen und direkt nach Perth zu fahren.

Als wir von Ravensthorpe nach Lake King fahren, sehen wir viele schöne, blühende Four-winged Mallee (Eucalyptus tetraptera).

Immer wieder bekommt Susi eine Chance den OKA zu verlassen und ihren geliebten Blümser nachzusteigen, aber sie wird dabei auch mal nass .... wo es Regenbogen hat, muss man eben auch mit dem Regen rechnen!

 

 

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Last updated: Sunday, 13.06.2010 12:27 PM


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